#Sommer 2016, wow!

Sommer 2016. Ein Sommer voller Staub, Sonne & Menschen, die man in einen Koffer packen möchte, um sie zu Hause auf dem Balkon wohnen zu lassen. Wir danken für wunderbare Konzerte, Lesungen & kleine Aktionen am Rande bunter Festivals, die wir besuchen durften. Eine kleine Auswahl an Bildern & vor allem ein großes Danke, gen 1. Mai Faust & Braunschweig, Fusion, Punx Picnic im AJZ Neubrandenburg, Lesezelt Burg Herzberg-Festival, Störfaktor Zwickau, Green Island in Nordhausen, Fuchsbau Festival, Stuss am Fluss in Cottbus, A Summer’s Tale, Ende Gelände & Klimacamp, Wagenplatz Norderstedt, Open Flair Eschwege, 2er, Wasted in Leipzig, The Incredible Herrengedeck, Lars Ruppel, Felix Römer, Käptn Blauschimmel & die Süßwassermatrosen, Kotfront, Kaput Krauts, Renato Kaiser, Tilman Birr, NOFX, Marvin Ruppert, Feine Sahne, Hendrik Infone, Onkel Olli und unfassbar viele Menschen & Kapellen mehr.❤

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Das Ende des Sommers.
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Open Flair Raildshow zwischen Göttingen und Eschwege.
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Release-Party bei Onkel Olli in Hannover.
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Stuss am Fluss in Cottbus.
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Soli-Pfeffi beim Wasted in Leipzig mit Feine Sahne Fischfilet.
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Saunalandschaft beim Punx Picnic in Neubrandenburg.
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The Incredible Herrengedeck bei der Ende Gelände-Aftershow.
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Wagenplatzfest Norderstedt.
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Edeltoiletten bei der Fusion.
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Doksy-Pfingstcamp.
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Landebahn Fusion.
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Karaoke bei der Fusion.
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Störfaktor Zwickau.
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Open Flair. Foto: Marvin Ruppert.
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Backstage A Summer’s Tale mit Filo, Rita, Sim, Sebastian und Sebastian.
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Lesezelt beim Burg Herzberg-Festival mit Lars Ruppel (hinterm Vorhang).
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Das Lumpenpack beim Fährmannsfest.
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Hendrik Infone beim Fuchsbau Festival-Finale.
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Marvin Ruppert auf dem Weg zum Open Flair.
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Feine Sahne Fischfilet und Kaput Krauts in Leipzig.
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Stuss am Fluss in Cottbus.
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Fusion-Landebahn.
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Doksy-Pfingstcamp.
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Burg Herzberg-Festival.
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Green Island in Nordhausen.
Fusion
Fusion.
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1. Mai Braunschweig.

Neunzehn

Wir sahen die besten Köpfe unserer Generation vom Wahn zerstört, hungernd hysterisch nackt, die sich im Morgengrauen durch die Punkerstrassen schleppten auf der Suche nach einem wütenden Schuß

Engelköpfige Hipster, dem alten himmlischen Kontakt zur Sternenlichtmaschine im Getriebe der Nacht entgegenfiebernd, die arm & abgerissen & hohläugig und high im übernatürlichen Dunkel

der Armeleutewohnungen rauchend wachsaßen, schwebend über dem Häusermeer in Punker-Ekstase

die durch die Universitäten gingen mit strahlend kühlem Blick und Halluzinationen von St.Pauli und Off’schen Tragödien unter den Schülern des Krieges hatten

All diese wundervollen Leben, die verschwendet wurden – weil sie mit Punkrock in Berührung kamen. Zerstört mit 19. Wir prangern das an!

Beatpoeten, 2016

Beatpoeten – #Geheul

Beat Cover

Was das denn? Auch das dritte Album der hannoverschen Beatpoeten dürfte für heitere Genre-Rätselei in feuilletonistisch vorgeprägten Haushalten sorgen. Irgendwo zwischen grobkellig ausgeschenktem Elektropunk, krachklugem Kabaretthumor und vermummter Spoken-Word-Einlage werkelt das Duo an einer eigenen Legende zwischen den, nun ja, Stühlen. Der tätowierte Volontär würde dichten: Sie ziehen konsequent ihr Ding durch. Ha! 2012 erschien „Man müsste Klavier spielen können“ und selbst Stinkepunx mit eher stalinistisch geprägtem Musikgeschmack kamen ins Hüftschunkeln. „Das ist der Spirit, der mal Punk hieß“, schrieb OX. „Besser als Egotronic“, urteilte TRUST. „Kamerun’sche Schnappatmung“, schimpfte INTRO. Und PLASTIC BOMB verkündete: „Ficken, Saufen, Oi!“ Es folgten Festivalauftritte von Fusion über Open Flair bis lustigen Zusammenkünften namens Meet The Needles und hunderte Konzerte von Künstlerkatakombe bis Punkerkeller in Deutschland, Tschechien und Schweiz. An ihrer Seite: Kapellen namens Kaput Krauts, Todeskommando Atomsturm, Kackschlacht und Käptn Blauschimmel. Andere Bands gehen auf Tour, die Beatpoeten betreiben offensiv Konzertplakatlyrik. Dazu entwickelten sie das erfolgreiche Lesungsprogramm „Popper lesen Punk“ samt edel vorgetragener Deutschpunktexte, das Achtsamkeitsseminar namens „Opfer lesen Battlerap“ und zu guter Letzt das „HatePoetry“-Happening zu Pegida-Kommentaren, „Nicht reden, hanteln“.

Arschbomben jenseits der Diskurse

Jetzt endlich wieder neue Musik, zwölf Tracks voll knackigem Elektro-Punk mit Humor und Haltung und deutschen Texten, die mal politisch, mal persönlich ausfallen. Schlaue Statements gegen den Zeitgeist, die von Egge gelesen, gerappt und deklamiert werden. Es geht um Arschbomben jenseits der Diskurse, Romantik im Gefahrengebiet, Verfallsdaten für Jugendkulturen, Antifaschismus zwischen Garagentreffs und Punk als Lebensretter. Carlos verbindet Synthiemelodien mit peitschenden Beats, ballernde Bässe mit entschlossenen Brüchen. Und irgendwo grüßen still Rotzkotz und Schleimkeim.

revolverheld, heckler & koch / helene fischer & celler loch

Die Platte „#Geheul“ ist ausgefeilter, filigraner und vielleicht ein Stück weit verspielter als seine Vorgänger. Lieferten die Beatpoeten einst strikten Hörspielklingklang und später tanzbare Demoslogans, bieten sie nun ein ganzes Album voller Zugangsmöglichkeiten. Reflexionsstunde als Szenesport, DIY-Feierei als kritische Gesundheitsvorsorge und ein paar Gedanken zu Kunst und Stille als Meilenstein in der Endlosrille. Ein Soundtrack tauglich von Aftershowparty über Punkeryoga bis Nietenfestival. Die Beatpoeten sind Kunst ohne abgehobenen Quatsch, bedienen sich einerseits im Elektro-Bereich, lassen aber gleichzeitig gerne ihre Deutschpunk-Wurzeln durchscheinen.

Cover 2

bastis blitzkrieg hat ja jetzt auch lactoseintolleranz

Irgendwo zwischen Kellerrave und Kabarett, zwischen politischem Aktivismus und Tourabriss: Seit zehn Jahren zuckeln die beiden mit ihrem Programm durch die Lande und werden nicht müde, an eine schillernde Welt zu glauben. Unterwegs ist das neue Zuhause und der AZ-Keller immer noch der angenehmste Platz. Ein wenig Glitzer fürs Gemüt. Hach.

Das Album erscheint ausschließlich auf Vinyl, LP kommt mit 350g Cover, Textinlay und Downloadcode.

Ende April/Mai ist es soweit. Die Band kann man unter beatpoeten@googlemail.de kaufen, türlich.

Auf ins Jahr #2016

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Holla, 2016. Wir feiern 10 Jahre Beatpoeten & feiern in Køpi & ://blank, trudeln bei der Fusion & an Sandstränden rum. Soll heißen: wir basteln am Booking & an Neuigkeiten. Ein Überblick:

1. „Weißte noch, Schulhofkonzert Döbeln?! Hähähä.“ Ja, wissen wir noch. Wir präsentieren daher die neue Lesung: „Kann ich Euch aufm Benzinkanister begleiten? Die schillerndsten Momente der letzten zehn Tourjahre. Oder: Ich stehe eigentliche nicht auf Elektro, aber …“ Vorpremiere ist am 26. Februar im Ihmezentrum. Hannoversche Premiere dann im April. Es geht um Schlägereien unter Kunststudenten in Ottersberg, Hardstylepublikum im Berliner Hangar & um Persil Megaperls im Hallenser Durchlauferhitzer. Schlimm. Von April an auch bei Euch. Mit Kerzen. & Bingo natürlich. Vernissagetauglich.

2. „Spielt ma‘ Kommerziell!“ Die „Endlich ma neue Songs“-Tour ruft. Wir spielen Konzerte auch 2016 traditionell möglichst an Wochenenden. Greifswald, Norderstedt & Hamburg sind gesetzt. Auf der Wunschliste stehen Flensburg, Saarbrücken, Freiburg, Dortmund & ein Bergdörfchen in der Schweiz. Altes Spiel: Ihr fehlt? Meldet Euch. PS: ihr Zecken in Weimar & Gotha, macht ma die Strümpfe klar! & Rostock: immer nur 50 Jahre Hansa feiern klingt nach Gefahrenminimierung! Wo bleibt das musikalische Risikokapital?

3. „Gibt’s Euch auch bei Bandcamp?“. Nö. Auch Spotify war ein Versehen. Wir versuchen uns da gerade überall rauszuklemmen. Wir bleiben ne Kapelle, die man am besten zu sich direkt einlädt, mit der man feiert, während andere direkt pennen gehen, mit denen man Witze, Zeit & Getränke teilt. Dann bringen wir auch ne Schallplatte mit. Oder helfen beim aufräumen. Muhaha. Vielleicht 2016 auch eine neue Platte. Wir hängen an der Grafik. In bunt!

4. „Euer letztes Video ist älter als Youtube”. Jaja. Haben wir auch gemerkt. Costa ist dran. Aber nur mit Mett einreiben & zum Singleabend ins Brauhaus torkeln, klingt noch nicht nach Konzept. Drei Videos sind geplant.

5. „Seid ihr nicht langsam zu alt für den Mist?“ Wa? Wer hängt denn hier bei Facebook rum?! Wo ist denn Deine Snapchat-Einlage? Schreib doch Blogs voll, wir fahren lieber weiter an den Wochenenden durchs Land & probieren Eure Cocktails. #Ageism!

6. „Ich bin nur Fan wegen des lustigen Pegidakommentarvideos. Eure Musik nervt.“ Nun ja. Pegida nervt uns mehr. & die Lesung läuft nur noch einmal in der Eisfabrik zum Frühlingsanfang. Wird eher Zeit, sich wieder den Kommentatoren zu widmen.

7. „Macht ma wieder was Besonderes. Früher war mehr Quatsch.“ Früher war auch mehr 1,2,3,4. (Grüße!). Zumindest eine Schnapsidee lautet: Sonnenaufgangskonzert vor dem Indiego Glocksee. Schön um 5 Uhr für alle Jogger & Verstrahlten. Mit Liveinterviews auf der Bühne vorm Laden.

8. „Mit wem spielt ihr denn so?“ Mit Kaput Krauts. & knuddligen Stinkepunks.

9. „Wie erreich ich euch wegen meiner Geburtstagsfeier?“ Puh. Klär das mit beatpoeten@googlemail.com Die weltbeste Ayse Hogefeld meldet sich.

10. „Macht ihr auch Workshops?“ Check unser Xingprofil. Gnignigni.

Auf ein buntes 2016 mit Euch. Schön, dass es Euch gibt.

Costa & Egge

PS: Foto ist von Felix Noelle

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Egges 2015 – Ein Rückblick

Die zehn besten Konzerte:

1. New Order im Tempodrom in Berlin (Guter Sound & zwei großartige Joy Division-Cover)
2. Wanda im Capitol (Zuerst in NB im AJZ gehört, am Ende des Jahre läuft der Bussi-Riot live im Capitol)
3. Susanne Blech beim Gleichstark-Festival (Die Demos wurden mir einst in Ravensburg präsentiert, live eine absolute Sensation)
4. Kasimir Effekt im Lux, Broncos, Fährmann, usw. (2014 lief das Trio noch als Jazz, jetzt hat Hannover eine wunderbare Klubband)
5. Käpt’n Blauschimmel & die Süßwassermatrosen (Die Band aus Cottbus bei Feinkost Lampe; sehr gut; unbedingt zum Fährmann holen)
6. Deichkind in der Swiss Life-Hall (Filmriss)
7. Madame Puschkiin beim Fährmann, Gleichstark, Theaterkeller (verdammt gute Band aus Hannover)
8. Gisbert zu Knyphausen bei Faust (selbst das Kinderlied war gut)
9. Kraftklub auf der Plaza und der Swiss-Life-Hall (immer noch live eine Bank)
10. Bilderbuch in der Swiss-Life-Hall (waren nur Vorband, bei Faust verpasst, trotzdem: genial)

Die zehn schillerndsten Neuentdeckungen

1. Isolation Berlin im Akud, Berlin (Unfassbar junge, geniale Band. Mix aus allem Schönen.)

2. Erfolg & der Mädchenchor, Fusion (Platte kaufen!)
3. Schnipo Schranke im Lux
4. Hygiene Fischer & die Atemlosen, Alt-H
5. Static Me in Wermelskirchen
6. The Levitations im Marat München
7. Naive in Wermelskirchen
8. Das Neue Nichts beim Fährmannsfest
9. Asthma La Vista in Zwickau
10. Abramowicz beim 1. Mai Hannover

Schön war es mit Bensley, Kkorpus Delikkti, Elaiza, Vodka Revolte, Antilopen Gang, Brazzo Brazone, Noam Bar, Ich kann fliegen, Berufschaoten, 17 Hippies und den vielen anderen Künstlern, Musikern und Kaputten.

Zehn Band, mit denen wir Spaß hatte

1. Supershirt-Abschied im Molotow in Hamburg (alles gegeben)
2. Mülheim Asozial im Nexus (Eine Band wie Straßenschlacht)
3. Kackschlacht in Erfurt, Wagenplatz (Entertainment der abseitigen Sorte)
4. U 3000 bei Leinehertz, Faust, Glocksee, Akud (drücken Euch die Daumen)
5. Koukoulofori in HH und Norderstedt
6. 100 Blumen in Bremen, Güterbahnhof
7. Todeskommando Atomsturm im Nexus
8. Kaput Krauts & Das Flug im Haus in Jena
9. Panzerband im Stumpf
10. Feine Sahne Fusion

Zehn skurrile Konzertmomente

1. Helene Fischer in der HDI-Arena (Ganz großes Entertainment)
2. Tigerjunge beim Fährmann (Ganz großes Ravegefühl 1991)
3. Tom Tulpe im Akud (Ganz große Lyrik)
4. Laing beim Gleichstark (Ganz großer Hit)
5. Boys of Terror beim Platz-Sommer (Ganz große Show)
6. Larissa Strahl (Ganz viele Autogramme)
7. Prag bei Kampnagel (Ganz große Nora)
9. The Forrest im AJZ (Ganz groß & schön)
8. The Guilt in Wermelskirchen (Ganz schön laut)
10. Sophie Hunger im Capitol (Ganz schön leise)

Drei Ohrwürmen 2015

1. Schnipo Schranke

2. Pisse

3. Grossstadtgeflüster

Die drei besten Filme 2015

1. B-Movie – Lust & Sound (Großartige Collage, großartiger Soundtrack)
2. Victoria (Nach Absolute Giganten schöner Streich von Sebastian Schipper)
3. Als wir träumten (Gute Umsetzung des Buchs von Clemens Meyer)

Foto: Philipp von Ditfurth
Foto: Philipp von Ditfurth

Menschen 2015

1. Mit Wolfram Hänel und Ulrike Gerold hat die HAZ ein Kinderbuch realisiert, einen interaktiven Krimi gestaltet und einen Adventskalender samt 24 Minibücher gebastelt. Mit keinem Menschen hatte ich 2015 mehr zu tun – und es gab Rotwein und wunderbare Abende im Kanapee
2. Michael Rossié & Gerald Hüther waren für mich die besten Redner beim HAZ-Expertenforum
3. Tim W. war mein erster Praktikant & damit der beste
4. Rocko Iremashvili ist ein Künstler aus Georgien. Ich hab erst Texte über ihn geschrieben & ihn endlich getroffen.
5. Joy Lohmann ist der einzige Künstler, der aus alten Brücken-Herzen eine Skulptur machen kann, die dann auch noch in der Kröpcke-Uhr ausgestellt wird.
6. Dong-Sean Chang & Johannes Kretzschmar: die besten und sympathischsten Science Slammer (Costa natürlich auch)
7. Florian Wintels & Johannes Berger sind für mich die besten Poetry Slammer 2015, & David Friedrichs Finaltext war groß
8. Rainer-Jörg Grube ist Bezirksbürgermeister. Am Ende des Stadtteilfestjahres liegt er mit fünffachem Fußbruch im Krankenhaus. Alles gegeben.
9. Jochen Lahmann ist Hufschmied – und hat mit weiteren Schmieden das Brandenburger Tor auf Hufeisen gebaut – Weltrekord für den guten Zweck.
10. Chuck Airy Glitter: Luftgitarrenmeisterin. Unfassbar.

Liebesschloesser

Orte 2015

1. Kroatien Hvar (Urlaub!)
2. Elbsandsteingebirge (Kahn fahren auf der Grenze)
3. Schwerin, Rostock, Neubrandenburg & Jamel
4. Teneriffa & Gomera (nach sechs Stunden Weg Bier & Wasser)
5. Ihmezentrum (Changemanagement & Ort für Ideen 2015)
6. Wilhelmshaven
7. Weserufer Minden (Festival am Flussufer)
8. Lügenstein & Lippoldshöhle (Wandern im Ith)
9. Kraftwerk Herrenhausen (Musik im leeren Ölspeicher)
10. Immer wieder Ostsee

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Gomera 2015

Momente 2015.

1. Y. spricht, läuft & lacht
2. Neunmal Hilfe für Vereine in Borstel, Uetze, Idensen, Benthe & Landringhausen („Sommereinsatz“)
3. Luftgitarrenflashmob zum 900. Jahre Linden-Fest
4. 19000 Menschen gegen Pegida in Hannover
5. Hannover erhält in Augsburg den Auftrag zu den Slammeisterschaftten 2017
6. Fanfarenzug-Disko im Alt-H zum Schützenfest funktioniert
7. Mehr als eine Million Euro für die HAZ-Weihnachtshilfe
8. Beatpoeten-Album ist fertig, nur noch durchs Presswerk
9. Das Brandenburger Tor aus Hufeisen wird fast 7 Meter hoch, 8 Meter breit und bringt 12500 Euro für guten Zweck
10. Schwarzlichtparty im Heinz

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Goldene Fanfare – Fanfarenzüge treten mit Popsongs gegeneinander an.

Skurrile Momente 2015

1. Karneval auf Teneriffa
2. Star Wars Night im Kaufhof
3. Bockspring-Weltrekordversuch
4. WM-Pokal anschauen in Barsinghausen
5. Vocal-Heros in Holzminden

Fünf Lesungen 2015

1. Lesung für das Lampedusa-Projekt im Bildungsverein
2. Lesung für die Freiheits-Ausstellung von Rocko Iremashvili in Hannover & Gehrden
3. TAK-Lesung bei den Nachtbarden
4. Jazzslam mit Johannes Berger bei Faust
5. Buch zu 900 Jahre in Linden bei Feinkost Lampe – ohne Stimme

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Lesung bei der Fusion.

Fünf schönsten Festivals 2015

1. Open Flair – weil die Familie Veranstalter ist
2. Fusion – weil Neubrandenburg & Rostock so herzliche Menschen beherbergt
3. Bunte Republik Neustadt – weil wir noch nie da waren & es völlig wahnsinnig ist
4. Meet The Needles – weil ich eine Jacke beim Glücksrad gewonnen habe
5. Fährmannsfest – weil es immer noch überraschende Bands gibt

Schön war es auch bei der Gleichstark-Premiere, bei den Sommerfesten in Schwerin, Norderstedt und im Braunschweiger Nexus, beim FCLR & bei der Féte, beim Wagenplatzfest in Erfurt und Rock gegen Rechts in Oldenburg.

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Finale für den Stadtdialog.

Die schönsten Moderationen 2015

1. #hannover2030: Beim Stadtdialog durfte ich den Abschluss im neuen Sprengelmuseums-Anbau moderieren, den Sporttag im Rathaus, den Jugendtag am Ihmeufer, den Bürgermeistertreff in der HDI-Arena und eine Runde zum Ihmezentrum auf der MS Wissenschaft.
2. 900 Jahre Linden: das zentrale Fest zum Stadtteiljubiläum war großartig.
3. Der Niedersächsische Wirtschaftspreis im HCC mit Ministerpräsident und Wirtschaftsminister, Kammern & Verbände.
4. Science Slams zur IdeenExpo & zur Langen Nacht der Wissenschaft in Göttingen
5. Entdeckertag der Region Hannover auf dem Opernplatz Hannover
6. Fest zur Kröpcke-Uhr und zum Kröpcke-Jubiläum
7. Slams in Oper, Lessing-Theater Wolfenbüttel, Empore in der Nordheide, Schloss Bevern, Fabrik Hamburg & Gartentheater Herrenhausen
8. HAZ-Aktionen wie Forum, Expertenforum, Aktion Sicherer Schulweg, Helmfest, Schreibwettbewerb, etc. & die „Goldene Fanfare 2015“
9. Festivals wie Fährmannsfest, Open Flair & Gleichstark-Festival und Diskussion beim Platzprojekt-Sommerfest
10. Suchthilfelauf & Wochen gegen Rassismus

Spannend war es auch bei der Pressepreisverleihung für Schülerzeitungen, dem Infrastruktur-Kongress im Sparkassen-Forum, beim book:look-Abend im Pavillon, das Sportbuzzer-Finale im Stadion und bei der Hörregion im Pavillon.

Foto: Marvin Ruppert
Foto: Marvin Ruppert

Die zehn schönsten Beatpoeten-Auftritte 2015

1. Konzert beim Open Flair im E-Werk
2. Lesung & Fusion-Duell für die Kloschlangen in Lärz
3. Pfingstcamp-Konzert in Doksy
4. Konzert in der Villa Dunkelbunt
5. Premierenlesung „Opfer lesen Battlerap“ in Aschaffenburg, Stern
6. Premierenlesung „Beatpoeten lesen deutsche Verhältnisse“, Hochschule Hannover
7. Konzert bei der Bunten Republik Neustadt
8. Lesung & Konzert im Kafe Marat in München
9. Punklesung in Potsdam
10. Itzehoe – ein letztes Mal in der Lauschbar

Und kannst Du Dich erinnern? An den zersplitterten Notenständer im Lutherkeller in Zwickau? An die Skate-Gelände-Lesung in Neubrandenburg und den Abend im AJZ, zu dem plötzlich alle kamen und bei dem Wanda aus den Boxen brüllte? An die leere Tanzfläche im Conne Island in Leipzig? An den Schnaps im Klaus-Haus, an die Feier mit Kackschlacht in Erfurt auf dem Wagenplatz, an die Fete in Wermelskirchen? Haben wir nicht gut getanzt in Wismar beim Hausfest, beim Sommerfest in Norderstedt, beim Hochschulfest in Fulda? Die Pommes in Oldenburg? Oppermann in Göttingen? Die Dachterrasse in Braunschweig? Die Lesung im Pavillon? Der Abend im filler in Erfurt? Der schwere Gang in der Lagerhalle in Bremen? Und die Kunst im TAK in Hannover? Wow.

Das Album ist längst aufgenommen und wir hängen an der Grafik. Im kommenden Jahr feiern wir zehn Jahre Beatpoeten und spielen dann auch endlich in Hannover. Ich danke Euch für ein buntes, wildes Jahr 2015 und freue mich auf künftige Ausflüge. Danke den liebsten Menschen, die das alles so mitmachen*

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2. Oktober 2015 – Erfurt, Hamburg, Notaufnahme, Bremen

Boys in der Bahn am Bahnhof Fulda.

Krass. Genau einen Monat ist die Reise nach Erfurt und Hamburg her. Es ist die bisher längste Beatpoeten-Reise für mich. Eine Reise in Städte, zu Menschen, zu mir selbst vielleicht. Denn die Konzertausflüge verliefen dann doch wieder etwas anders als geplant.

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Zunächst schauen wir in Erfurt vorbei. Die Gewerkschaft kümmert sich dort längst nicht mehr nur um Lohnforderung und Kündigungsschutz. AfD-Höcke peitscht dort jeden Mittwoch besorgte Bürger und Neonazis durch die Innenstadt und ist damit so erfolgreich, dass er später beim Jauch sitzen darf und eine Deutschlandfahne verkehrt herum auf seine Armlehne drapiert. Hui, dieser Höcke, der sich auf Stauffenberg beruft und zum Widerstand aufruft. Seine Anhänger verstehen ihn direkt. Die Gegendemonstranten werden gezielt angegriffen. Unsere Gastgeber im Filler tragen tatsächlich Schrammen und Beulen. „Ich geh nicht mehr ohne Pfeffer raus“, erklärt uns ein Gast. „Wir brauchen Sportgruppen.“ Deutschland, 2015. Der Selbstschutz von Antifaschisten scheint vor allem in Sachsen und Thüringen absolut notwendig.

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Wir spielen ein Konzert für Refugees. Einmal Stonerrock, einmal Punk begleiten uns. Die Geflüchteten kommen langsam rein, tanzen dann aber auch. Wir schunkeln mit alten Bekannten und Freunden und versuchen, einfach nur Kraft zu geben. Die Wochen später wird Erfurt neben Dresden zur Vorzeigestadt der besorgten Bürger. Die Neue Rechte feiert den Schulterschluss der AfD und Neonazis in der Stadt. Nach dem Modell laufen Demos in Magdeburg, Hamburg und Rostock. Andreas Speit erklärt die Strategie in der taz.

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Wir schlafen in einer herrlichen Pension, erinnern uns an Wagenplatzfeiern und Poetry Slams, Buko und Textfestivals in Erfurt und sitzen wieder in der Bahn. Besuchen das Ihme-Zentrum und freuen uns auf ein Wiedersehen mit Supershirt. Die Audiolith-Band hat uns lange begleitet. Wir spielten in deren Vorprogramm im Kulturzentrum Faust, im Kellerklub Stuttgart und trafen das Duo und Trio in der Glocksee, bei der Fusion auf Leipziger Flohmärkten. Nach zehn Jahren zieht die Band den Stecker. Mehr Ruhe. Guter Ansatz. Wir wollen uns verabschieden, schleichen uns ins Molotow, tanzen mit. Einmal noch.

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8000 Mark. Irgendwas ist immer. Ich springe nach zwei Sekt dann doch einmal von der Bühnenkante. Früher waren die Punker kräftiger. Früher waren Studenten vielleicht auch einfach öfter beim Sport. Nun ja. & das nüchtern. Costa holt ein Taxi. In der Notaufnahme gibt es drei Schmerztabletten. Liegen, kühlen, abwarten.

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Das Abwarten dauert zwei Wochen. Wir müssen die Lesung und das Konzert beim Twisted Chords-Labelfest in Leverkusen absagen, Diskussionsveranstaltungen, Moderationen, Jobs. Stattdessen lieg ich mit einer Beckenprellung im Bett und warte bei jedem Pizzaboten direkt mit dem Telefon an der Tür, weil ich es nicht rechtzeitig vom Bett zur Tür schaffen würde. Ja, Demut ist ein großes Wort. & man kann sie lernen. Ich verspreche Costa, irgendwann Gymnastik zu machen.

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Zwei Wochen später läuft in Bremen eine Poetry Slam-Landesmeisterschaft. Viele Bekannte turnen vor der Bühne rum. Ich hänge eingeknickt wie ein zu cooler Hipster im Raum und versuche zumindest ein wenig zu stehen. Das Lagerhaus ist ein schöner Laden, wir waren schon öfter da. Nur diesmal ist es schwierig. Ich muss tatsächlich kämpfen, verbiete mir Sprünge und Ausfallschritte. So eskaliert wohl Roland Kaiser. Costa beschließt, nie wieder mit mir in so einem Zustand aufzutreten, also verordnen wir uns Ruhe und denken auf LP-Cover rum. Dieses schafft es leider nicht:

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Mittlerweile kann ich wieder laufen. Ich erreiche knapp abfahrene Busse und denke zu laut über Yoga-Kurse nach. Es läuft. Die Ibus hab ich aufbewahrt. Kann man immer gut gebrauchen. Wir spielen noch zwei Konzerte in diesem Jahr. Einmal mit Klavier in Hannover, dann mit Gewalt in Zwickau. Schonen wir uns nun? Ich glaube nicht. Dafür macht der Kram mit euch einfach zu viel Spaß.

Was bleibt?

Ich hab endlich meine Krankenkassenkarte aktualisiert – jetzt mit Bild!
Crime-Serien von Castle bis The Metalist sind gar nicht soo scheiße.
Beckenständer sind besser als Krücken, denn sie sind höhenverstellbar.
Ich brauche dringend einen Hausarzt.
Das Alter ist großartig – man hat jetzt Chirurgen im Freundenkreis (Ihr seid die besten!).
Der neue Asterix ist okay.
Obst, ey. Gut!

Sommer 2015

Kennen Sie diese Pinguine?

In Deutschland brennen wieder Heime. „Besorgte“ Bürger zeigen ihre hasserfüllte Fratzen in die Kameras und brüllen die Stimmen der Vernuft nieder. Während der Klimawandel das Wetter heiß und trocken macht und die Medien die besten Tipps gegen Wespen sammeln, schleichen durch die Städte Gestalten, die mit Schaum im Mund ihre vermeintliche Überlegenheit zelebrieren. Doch es gibt auch die vielen positiven Meldungen und Fotos von Menschen, die Geflüchtete versorgen, aufnehmen, mit ihnen ihr Essen, Wohnung und Zeit teilen.

Und wir stehen irgendwo auf einer Bühne, machen unsere Musik, ein paar Witze, tanzen, lachen. Steigen in München nackt in die Isar, gehen immer wieder in der Ostsee baden, feiern auf dem Platzprojekt in Hannover das bunte Leben im Container, machen Freestyle-Rap auf dem Bauwagenplatz in Erfurt mit unseren Braunschweiger Freunden von Kackschlacht, trotzen dem Sommersturm im Nexus bei der Punk-Lesung und machen Emo-Selfies mit Mülheim Asozial, erklären beim Geburtstag des AJZ Neubrandenburg, wie die Jugend dank Texten von Kollegah oder Haftbefehl besser mit Konflikten bei der Arbeit, in der Uni oder im Plenum umgehen, gehen im Tollensersee baden (immer wieder toll!), machen beim Openflair Teenie-Trinkspiele mit dem Lumpenpack und Rainervonvielen, lernen viele tolle neue schlechte Witze beim Sommerfest des SZ Norderstedt und schaffen es endlich in die schöne Stadt Schwerin zum Sommerfest des Komplex.

Dazwischen turnen wir auf dem Ajuca herum und bringen jungen Menschen Nachhaltigkeit bei, fahren durch Südeuropa, jagen Wellen hinterher und treffen immer wieder die tollsten Menschen. Während in den Medien Europa totgeschrieben wird, erfahren wir Hilfsbereitschaft, Liebe, menschliche Wärme, tolle Ideen und Kultur, die einen morgens aus dem Bett aufstehen lässt. Der Sommer ging viel zu schnell vorbei. Wir sind unendlich dankbar. Immer noch. Mit so einem aufgefüllten Herz kann uns der Herbst nichts!