Egges Rückblick aufs Jahr 2017

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Crewlove. Theaterformen.

Was für ein Jahr. Ein amerikanischer Präsident auf Amok. Menschen in Angst. Und Nazis machen wieder das, was Nazis tun, wenn man sie machen lässt. Dafür gibt’s gewohnte ESC-Punkte. Dieses Jahr war ein Jahr des Aufbruchs & des Ankommens, so komisch das klingen mag bei 130 Bühnentagen. Ein gutes Jahr, keine Frage. Doch auch ein Jahr der Sorge, um die kommenden. Die Band hat etwas gelitten, dafür habe ich Stunden in der Küche mit guten Menschen entdeckt. Und mal wieder gelernt, dass die besten Abende die ungeplanten sind. Oha, dafür musste ich echt 37 werden. Hahaha. Da darf man auch wieder Kettcar gut finden. Und seinen Geburtstag feiern, jaja, im kleinen Rahmen. Oder eine unfassbare Beatpoeten-Party. Ein kleiner, stets tief persönlicher Rückblick in Listen.

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Unser Auftritt in Leipzig war mies, dafür Akktenzeichen samt McPom-Rapper schön schräg.

Die zehn besten Konzerte:
1. Prada Meinhoff aufm Fährmannsfest Hannover
2. Robert Gwisdek aka Käptn Peng trifft Malikah trifft stargaze Ensemble im Capitol
3. Akne Kid Joe im Arsch & Friedrich Nürnberg und LKA Hannover
4. Voodoo Jürgens im Werk II in Leipzig
5. Fehlfarben im Täubchenthal
6. Feine Sahne Fischfilet aufm Wutzrock aus Gründen
7. Florian Wintels beim Songslam Faust
8. A Tribe Called Knarf in Hamburg in der Villa Dunkelbunt
9. Akktenzeichen im Manfred in Leipzig
10. Kiesgroup im Weltkunstzimmer Düsseldorf

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Der Voodoo.

Spannend wars auch bei DxBsSx, Cocktailbar Stammheim, Kaput Krauts, Todeskommando, Start A Fire, Adam Angst & den Verbündeten vom Herrengedeck. Fast nur auf Klassenfahrt gewesen, merk ich gerade. Aber was solls. Gerade mag ich Piefke, Granada und Neufundland. Karten für Belgrad sind gekauft. Mal schauen, was da Jahr so bringt.

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Lass uns was mit Turnschuhen machen: Bilderbuch beim Release in der Volksbühne, unbesetzt.

Schwierige Konzertmomente:
1. Bilderbuch stellen ihr Album in der Volksbühne vor – und die halbe Berliner Szene steht auf der Gästeliste. Comedians und Mucker. Ja, Panik und K.I.Z. Woher kennt man den da vorne noch? Ach Flake. Egal. Leider ziemlich betrunken. Checke die Turnschuh-Wand nicht und halte einen Redakteur des Tagesspiegels für Frank Spilker. Er hat nicht gelacht.

2. Zweite Reihe Tote Hosen in der Tui-Arena. Bier ist alle. Man schafft es tatsächlich im Innenraum vom Hallenende bis zurück an die Bühne mit vier vollen Bierbechern. & keiner tanzt bei The Adicts. Puh.

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Krautrocktechnolyrik.

3. Theaterformen Hannover. Gudrun Gut trifft auf Faust. Genie auf Wahnsinn. Oder andersherum. Irgendwo hinter Tonnen von Technik wird live gefrickelt. Ich habs nicht kapiert. Aber Spaß gehabt.

4. Rüdiger Bierhorst macht im Stoned in Leipzig den Namen zum Programm. Sehr eng. Sehr lustig.

5. Ernst Müllers Benefiz-Gala im Theater am Aegi. Groß.

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Streetart-Ausstellung auf Ibiza.

Eigenwillige Kulturmomente:
1. „Chaostage“ in der Cumberlandschen Hannover: Stück über die Chaostage. Karl Nagel ist auch da und verzichtet darauf, sich vorführen zu lassen und zieht ein Polizei-Shirt an: „Wenn das Punk ist, bin ich Bulle.“

2. „1917“ im Schauspiel Hannover: Philippe Goos streitet sich kurz vor der Pause über das Erbe der Russischen Revolution. „Terror!“, schallt es aus dem Bühnenraum. Philippe spricht weiter über die russischen Revolutionäre, die eine soziale Revolution fordern. Die „Terror“-Rufer verpassen den zweiten Teil.

3. „documenta“: zwei Stunden Zeit. Vor der Arbeit von Vladimir Balzer. Er hat Abwasserrohre aufgebaut, die Menschen auf der Flucht als kurze Herberge in ihrer Not nutzen. „Sieht gemütlich aus“, sagt die erste Besucherin. „Eng, aber nett“, sagt eine zweite.

4. Die drei ???: Oliver Rohrbeck ist zu Gast und lässt das Publikum mitspielen. Das Publikum kann es aber nicht.

5. Die „Fight Club“-Variante im Glocksee-Theater. „Achtung, Nazis machen, was Nazis machen, wenn man sie lässt.“ Stimmt.

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Biennale.

Besondere Kulturmomente:
1. Biennale in Venedig
2. „Rigoletto“ in Verona

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Intro zum Stück über Abie Nathan. Hafengelände in Stuttgart.

3. „Das Prinzip Abie Nathan“ Citizen.Kane.Kollektiv Stuttgart
4. „Polaroids“ Goethe-Theater Bremen
5. Die Texte von Skog Ogvann beim Fährmannsfest

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#feedeniz

Premieren:
1. Das erste Mal Autokorso. #freedeniz
2. Mein erster Geschirrspüler mit 37 Jahren
3. Lindy Hop-Kurs, abgebrochen
4. Schlittschuhe im Winterzoo
5. Teilnehmer einer Diskussion zur Kulturhauptstadt
6. Ein Besuch im sogenannten Jumphouse
7. Das Badner-Lied im Wildparkstadion
8. Drohnenrennen im Ihmezentrum
9. Die erste Comic Con – Hallo, Ecto 1
10. Ein Haus voller Leben

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Küchentag.

Besondere Filme:
1. Aus dem Nichts – zu Recht!
2. La La Land
3. Timm Thaler

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„Dieser Lounge-Club erinnert mich an einen Lounge-Club in meiner Heimatstadt.“

Eigenwillige Premieren:
1. Die Preise und Menschen im Café del Mare
2. Stierkopfhaie im Sea Life füttern
3. Jackensituation beim Kinderfest im Kestner-Museum
4. Titanic im Panometer in Leipzig – Beleuchtete Gardinen
5. Bundesleserkonferenz zu Schulz, Lindner und Wagenknecht – #stau

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AG Geige.

6. ESC-Public Viewing mit den Bären aus Leipzig
7. Berlinale ohne Fotografen
8. Elbphilharmonie durch den Hintereingang
9. Boulder-Halle Wülfel
10. Erste Weihnachtskarte der Polizeidirektion Hannover

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Prebischtor.

Schön & eigenwillig:
1. Tyssaer Wände & Prebischtor
2. Venedig, Verona, Ljubljana, Lindau, Bled
3. Ibiza

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Zu Hause gibt’s Clubsandwich.

Momente:
1. Umbrüche
2. Aufbrüche
3. Ausbrüche

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„Macht mal Lärm für Euch selbst.“

Zehn Besondere Slam-Moderationen:
1. Das Einzel-Finale in der Staatsoper der Slammeisterschaften 2017
2. StartUp-Slam auf der CeBIT
3. Der Science Slam in Göttingen & auf der IdeenExpo
4. Die Goldene Fanfare zum Schützenfest
5. Die Polit-Slam mit 24 (!) Kandidaten der Landtagswahl
6. Science Slam zum Zukunftstag im Schloss Herrenhausen
7. Der Mittagspausen-Pitch im Pavillon
8. Team-Slam in der Fabrik in Hamburg
9. Der Slam zum Herrenhausen-Festival im Gartentheater
10. Slam im Airport

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Digitalisierung? Für’n Selfie reicht’s.

Zehn Business-Momente und Moderationen
1. Gala zum 3. Wirtschaftspreis Niedersachsen im HCC
2. Gala zu 130. Jahre Industrie-Club Hannover im Cavallo
3. Talk-Reihe „Übermorgen“ für HAZ, Sparkasse & Hannoverimpuls
4. „Digital Sounds“-Messe im Tonstudio Tessmaer
5. Wirtschaftstage im HCC
6. „Digital Day“ oder Ideenboulevard am Maschsee
7. „Forum Kundenmanagement“-Kongress im Novotel
8. Finanzbildungstage für Union Investment, Volksbank & HAZ
9. „DooH Days“ Hannover für Heinekingmedia & Madsack
10. Metropolversammlung für die Metropolregion, Messegelände

Offene Gesellschaft im Transformationswerk zum Thema "Welches Land wollen wir sein?"
Lektürekurs Zivilgesellschaft.

Zehn Moderationen fürs Gemüt
1. „Offene Gesellschaft“ im Landesmuseum, Transformationswerk, Pavillon
2. Eröffnung Harzer Kloster Sommer 2017, Kloster Walkenried
3. Festival der Demokratie im Neuen Rathaus
4. Hörfest in Empelde für die Hörregion Hannover
5. HAZ-Foren zu Kiosk und Kneipen

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Cameo Kollektiv beim Kulturförderungstreffen.

6. Science Fiction-Talk zum „Fuchsbau“ in Immensen
7. „Leinestern“ – Gala für Ehrenamtliche
8. Gala des Freundeskreis für die HAZ-Weihnachtshilfe im Leibniz-Theater
9. Hauptbühne des 30. Entdeckertag
10. Fährmannsfest in Hannover-Linden

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Spannende und wunderliche Talkgäste auf der Bühne
1. Carsten Maschmeyer, Parfenü
2. Katja Horneffer, Klima-Expertin
3. Sascha Lobo, Marketingexperte
4. Markus Merk, Schiri
5. Götz Werner, Grundeinkommler
6. Yasmo & Mieze, beste Rapper Österreichs
7. Björn Moschinski, Veganer
8. Otto Stender, Mentor
9. Anke Lesinski-Schiedat, Hör-Expertin
10. Ralf Meister, Landesbischof
11. Kathleen Rahn, Kunstverein-Leiterin
12. Babak Rafati, noch ein Schiri
13. Fynn Kliemann, Dauergründer
14. Alina Zimmermann, Gründerin
15. Thilo Haas, Möbelmensch
16. Jan Mohnhaupt, Zoo-Sachbuch-Autor
17. Alexander Stotz, Screen-Sammler
18. Volker Müller, Turnschuhträger
19. Gudrun Benne, Industrie Club-Chefin
20. Wilhelm Freund, Tischler

Songs 2017:
1. Akne Kid Joe – Ein Morgen ohne Deutschland
2. Piefke – Automat
3. Kettcar – Sommer 89
4. Das Flug – Tablette fang an!
5. Prada Meinhoff – Maske

Und nun Feierabend. Das Büro für Popkultur bekam auch noch einen Gründer-Preis, das Ihmezentrum hat nun eine Zukuftswerkstatt und ich fahre tatsächlich Fahrrad. Costa schreibt, Fulda fragt uns an. Dresden wird auch wieder mit den Beatpoeten besucht. Und vielleicht geht’s nach zehn Jahren auch ma wieder gen Pudel Hamburg. Ist schön mit Euch. Danke. Und ich ahne, es wird 2018 noch besser. Ui. Egge*

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Tschüss, 2017!

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Boah. Ein schnelles, fließendes und krachendes Jahr. Stillstand sieht wirklich anders aus. Wir haben weniger gespielt und trotzdem viel zu viel mitgenommen. Freunde, Lieben, Jobs, Studium und die Rettung der Welt standen 2017 im Mittelpunkt. Wir haben es also wieder nicht nach Glauchau geschafft. Dafür ein paar andere Orte kennengelernt. Und weil Egges Jahresrückblick noch klemmt: einmal schöne Fotos aus dem vergangenen Jahr.

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Es wird endlich wieder Frühling

Boah, ey. Was für ein Winter. Wir haben uns ein paar Monate Pause von der Band gegönnt. In der Zeit sind so viele traurige Dinge passiert, Dinge, die wütend machen, aber auch Schönes. Unsere Akkus sind jetzt langsam wieder voll, Ende März werden wir unser erstes Konzert seit Langem bei zwei Shows im Osten dieses sogenannten Deutschlands spielen.

Am 23. März in Wurzen im D5
Am 24. März in Leipzig im Manfred

Wir freuen, endlich wieder unterwegs zu sein. Bis bald!

 

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Egges Rückblick zum Jahr 2016

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Ein Ausflug in die alte Heimat: Sommer in Neubrandenburg.

Meine Fresse, was war das denn?! Wir waren euphorisch im Frühjahr, im Sommer einfach drauf, im Herbst in einer Art Jahreszeit gewordenem Sauerstoffzelt & im Winter ordentlich bei der Inventur. Das Jahr 2016 war eines der intensivsten Jahre der Bandgeschichte – passend zum zehnjährigen Bestehen der Band mit dem komischen Namen. Vielleicht sind wir alt geworden? Vielleicht kosten Jobs, Ideen & Projekte außerhalb des Banduniversums doch mehr Kraft, als man es für möglich hält? Oder sind es die gesellschaftlichen Umbrüche, die einen nicht richtig schlafen lassen? Privates & Politisches. Gehörte für uns als Band immer zusammen. Gehört es immernoch. & manchmal möchte man die ganze Welt einfach gegen die Wand schmeißen und mit den Scherben nochmal neuanfangen & basteln. Geht nur nicht. Also zurück ins Werk.

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Beatpoeten auf der Bühne zum Internationalen 1. Mai Fest.

Da hilft es tatsächlich, ein wenig in den Fotos, Flyern und Erinnerungsfetzen zu kramen. Was war da eigentlich los, 2016? Waren wir viel unterwegs? Zu viel? Zu wenig? Gab es was zu entdecken? Haben wir etwas vergessen? Bestimmt. Mehr als ein Handy und eine Bahncard auf jeden Fall. Ein Versuch der Bestandsaufnahme.

Wir fangen einfach an. Die zehn besten Konzerte 2016

1. FCKR – Release-Show Soundso, Leipzig

2. Blixa Bargeld & Teho Teardo, Lissabon

3. Die NervenFaust, Hannover

4. The Incredible Herrengedeck, SO36, Berlin

5. Art Garfunkel, L’Olympia, Paris

6. Isolation Berlin – Faust, Hannover

7. Feine Sahne Fischfilet – Festival Täuchental, Leipzig

8. Hyäne Fischer, Fête de la Musique & Alt-H

9. NOFX & Pennywise, Faust, Hannover

10. KIZ, Swiss Life Hall, Hannover

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Posterboy in Leipzig mitm Monchi.

FCKR war eine Band, die mich dieses Jahr sehr begleitet hat. Immer druff. Ironisch. Klar. Irgendwie auch nicht. Da passen die verzweifelten Isolation Berlin-Schreie, der Postindiekram von Die Nerven, die Ansagen von NOFX bis FSF.

Die zehn Neuentdeckungen für mich 2017

 

1. Meute, Kulturarena, Jena

2. Gruppa Karl-Marx-Start, NBL, Leipzig

3. Das Flug, blank, Berlin

4. Oi of the Tiger, Heinz, Hannover

5. Coca Candy, Fährmann, Hannover

6. Argies, Störfaktor, Zwickau

7. Aktiv Passiv, Chekov, Cottbus

8. Rabaukendisko, Glocksee, Hannover

9. Klostein, Störfaktor, Zwickau

10. The Black Madonna, Fuchsbau-Festival

https://dasflug.bandcamp.com/track/deutlich-unterbewaffnet-in-hellersdorf

Ich merke immer mehr, dass die schönsten Konzerte vor allem mit Leuten zu tun haben, die man ins Herz geschlossen hat. Da mag nicht jede Note richtig sitzen, mit den richtigen Menschen im Publikum, an den Instrumenten oder an den Reglern passt das alles schon. Meute sind mittlerweile quasi berühmt, die Argies hab ich Jahrzehnte zu spät entdeckt, und Rabaukendisko sind vermutlich schon wieder durch. Egal. War schön. Und Das Flug trifft bald Coca Candy und Beatpoeten beim Wutzrock. Harhar.

Für die Vollständigkeit: nicht neu, aber noch immer spannend & großartig

1. Messer, Glocksee, Hannover

2. The Hirsch Effekt, Reeperbahn-Festival

3. Lumpenpack, Fährmann, Hannover

4. Kasimir Effekt, Fuchsbau-Festival

5. Beatbar, Fährmann, Hannover

Messer hab ich sehr gemocht. Haben mich überrascht in ihrer Dringlichkeit. Die anderen Bands sind wie kleine Schätze, die man in der Brusttasche trägt. Und wenn wieder jemand nach kleinen Tipps fragt: Bäm!

Tacheless: Voll auf die Band gefreut, dann mit angezogener Handbremse zugeschaut

1. Beginner, Swiss Life Hall, Hannover

2. Milliarden, Heinz, Hannover

3. Alin Coen Band, Täubchental, Leipzig

4. Dirty Honkers, Ballhof, Hannover

5. Zugezogen Maskulin, FCLR, Hannover

Natürlich liegt es an den Umständen. Aber bei Alin Coen musste ich weg, die Honkers haben das Gaspedal verfehlt, und Zugezogen Maskulin? Ich mag die Musik, live hab ich keine einzige Zeile verstanden. Mhh. Ach so: die Beginner waren mit ihrem Set nach 45 Minuten durch. Am Rest der Show rätsel ich noch. Warum sollten wir für ein Video nochmal zu Samy Deluxe tanzen?

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Fusion-Konzert für zehnjährige Edelklos. Danke, HCWC!

So. Achtung, ernsthafte Kategorie: die zehn besten Beatpoeten-Auftritte

 

1. Fusion – Landebahn-HCWC (Eine Musik gewordene Liebeserklärung)

2. Ende Gelände-Abschluss-Rave (Danke, Herrengedeck!)

3. Hafenklang-Exil, HH (mit DiskoCrunch) (Heiß, mit DJ Costa)

4. Burg Herzberg Festival (Literaturrave)

5. Punx Picnic Neubrandenburg (Heimspielcharakter)

6. Bahnrave zum Open Flair (Grüße gen Renato, Felix und Tilman)

7. Lesung in Glocksee mit Leo Fischer (Grüße gen Malte & Indiego-Team)

8. SO 36, Berlin (mit Herrengedeck)

9. about.blank, Berlin (mit Das Flug)

10. KuZe, Potsdam

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Auf gehts, ab gehts, Ende Gelände.

Ganz wunderbar war es natürlich auch in Ravensburg, Witzenhausen, Cottbus & Zwickau, im Klapperfeld Frankfurt und vor allem herzlich in Norderstedt & Nordhausen. Vergesst diese Aufzählungen. Dieses Jahr war ein einziges Geballer & ihr habt uns trotzdem selig gemacht.

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Stillleben mit neuer Platte „Geheul“.

Zehn besondere Beatpoeten-Momente

1. Das dritte Album ist tatsächlich erschienen (Danke, Tobi!)

2. Neue Lesung „Unterwegs – das Elend“ läuft ausgerechnet beim A Summer’s Tale

3. Das neue Enterpreneur-Duell bei KreHtiv

4. Punker-Lesung endlich in der Køpi

5. Die letzte Mal Pegida-Lesung, Eisfabrik

6. Soundtrack zu „Traum.Ruine.Zukunft“ – dem Film zum Ihmezentrum

7. Video zu „19“ – kaum Reaktion – vielleicht stellen wir doch auf Youtube um

8. Erstes Plastic Bomb-Interview überhaupt

9. Doppelseiten-Text im Human Parasit

10. Release-Party läuft bei Onkel Olli – ohne Musik

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Start-Up-Familienduell in der Cumberlandschen Galerie beim KreHtiv-Geburtstag.

Zehn schräge Beatpoeten-Momente

1. Arbeitermedley zum 1. Mai in Braunschweig geht völlig schief 

2. Kaputter Nachmittags-Rave in Doksy

3. Kabelschnitt in Cottbus

4. Vinyl-Songliste passt nicht zur Pressung (ahh!)

5. Einkaufswagen auf der Bühne in Zwickau

6. Naziangriffe bei Ende Gelände

7. Mehrwertsteuer-Gau im Dezember

8. Textsicherheit der blank-Besucher bei Battlerap-Lesung

9. Schüler im Kunstverein Ravensburg

10. Wir haben laut Linus Volkmann eines der besten Punkalben im Herbst veröffentlicht

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Arbeiter, Bauern, Fahnenträger. Braunschweig 2016. Dem Morgenrot entgegen.

An dieser Stellte sollten die schönsten Alben folgen, FCKR ist genauso dabei wie Stereo Total oder die wunderbare Sammlung „Falscher Ort, Falsche Zeit Vol. 2“. Aber so recht komme ich in diesem Jahr nicht mit. Gerade noch Bowie gekauft, stirbt er. Bei Isolation Berlin komm ich kaum nach und kann die Alben nicht auseinanderhalten. Gerade läuft das Album  „Der Spielmacher“ mit Rösinger, Spechtl, Türen & Jens Friebe. Alle großartig. Das schönste Lied kam aber spät und ist von Jetzt! – uralt.

Achtung, Emotionen

Meine Mutter ist tatsächlich endlich im Ruhestand und ich feiere das sehr

Ausflüge gen Amrum, Paris, Lissabon, Prag & Rügen
Gründung des Büro für Popkultur & Zukunftswerkstatt
Freundeskreis-Abende & kreHtive Ausflüge
Die Arbeit ruft von Slam 2017 bis zur Goldenen Fanfare

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Rückzugsort Rügen.


Sommereinsätze & Weihnachtshilfe-Rekord
Süntelbuchen, Feldstern & Märchenwälder
Freunde & Menschen voller Liebe
Gegen jede Angst & Rassismus
Ein sprechendes Patenkind
Hochzeiten & Todesfälle
Familie neu entdecken

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Sehr selten: Süntelbuchen.

Das kommentiere ich hier alles weniger. An jedem Stichwort hängen Erinnerungen, Gefühle & Eindrücke, mal schmerzhaft, mal voller Herzlichkeit. Ich danke allen Menschen für ihre Liebe, Geduld & oft auch: für ihr Verständnis.

Lumix Festival: HAZ-Talk im Container (oder:
HAZ-Fotocontainer beim Lumix-Festival in Hannover.

Wieder was gelernt

1. Das erste Mal Eisstockschießen

2. Jurymitglied bei Jugend spielt für Jugend

3. Foto-Container beim Lumix-Festival für Fotojournalismus

4. Mitglied einer Bulli-Schau-Jury

5. Freier Fall im Hochseilgarten

6. Hexenschuss

7. Schwarzlichtminigolf

8. Endlich Lammbock

9. Ihmezentrums-Picknick

10. Xylophonsolo
11. Das erste Mal Off-Sprecher in einem Film
12. Arbeitsplatten-Ausschnitt für Küchen
13. Das erste Einstecktuch
14. Sturmglocken-Halloween
15. Suppenverkauf für den guten Zweck

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Beatpoeten in Prag.

Dieses Jahr war geprägt von neuen Erfahrungen und Sprünge ins kalte Wasser. Manchmal merkt man das erst hinterher. Soll ja jung halten. Aber insgesamt war ich doch öfter bei Ärzten als nötig. Danke, 2016!

Die schrägsten und schönsten Kulturmomente 2016

1. Der Film Lobster – alles daran ist genial
2. Die Gründung der Hörregion & die Gala im HCC & die Dadüdada-Performance dazu
3. Annadigiding – Stell dir vor, Rainald Grebe macht was – und keiner geht hin
4. Cheerleader in Finnland – ein Film, den ich nicht verstehe
5. Hörspielsommer Leipzig – weil die Idee nach Hannover muss

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Musik und Mousse T bei „Digital Sounds“.

Die schönsten Moderationen 2016

1. Der Konferenz „Digital Sounds“ im Anzeiger-Hochhaus. Hatte ich unterschätzt, bin nach Vorträgen von Sennheiser und Hochschulprofessoren und Gesprächsrunden mit Mousse T. bis Toshifumi Kunimoto von Yamaha sehr klüger rausgegangen.
2. Verleihung des Niedersächsischen Wirtschaftspreis mit Stephan Weil und Olaf Lies. Spannende Preisträger & schöne Geschichten. Und vor allem: munterer als 2015.

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Klimaretter der Region Hannover.


3. Klimaschutzkuratorium der Region Hannover mit Kammerchefs, Klimarettern und Experten wie Karsten Schwanke. Ein kurzweiliger Ritt durch gefühlt 15 Talkrunden.
4. Hauptbühnen beim Entdeckertag, Autofreier Sonntag & Aktion Sicherer Schulweg: ich mag die hannoverschen Großveranstaltungen, wenn sie so abwechslungsreich vom Programm ausfallen wie diese.
5. NOFX & Pennywise auf der Faust-Wiese: fürs Herz
6. Metropolversammlung in Osterode mit OBs, Uni-Präsidenten, Kammerchefs, …
7. Tag des demokratischen Engagements mit Konstanze Beckedorf im Neuen Rathaus

Tag des demokratischen Engagements
Spax fordert gelebte Demokratie.


8. Ihmezentrums-Diskussionen im Capitol und im Zentrum mit Stefan Schostok, Verwalter Torsten Jaskulski und dem Bund Deutscher Architekten
9. Festival-Talks beim Fuchsbau-Festival, Fährmannsfest & Lumix-Fotojournalismus
10. Das neue Start Up-Slam
-Format mit VOXR-Technik an der Leibniz-Universität

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Start Up-Slam an der Leibniz Universität.

11. Ehrenamtsgala des Freundeskreis Hannover
12. HAZ-Foren zu Hannover 96 mit Bader & Stendel, Hebammen, A2, Image & Inklusion
13. Studentenw
erkspreis & „Von Leibniz zu Bahlsen“-Gala
14. Suchthilfelauf & Helmfest, Weihnachtsmarktfeten, Expertenforen & HAZ-Aktionen

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Spendensammlung in der Neustädter Hof- und Stadtkirche.

15. Poetry Slams, Science Slams & der Fanfarenzug-Slam zum Schützenfest, im Gartentheater Herrenhausen, Audimax Göttingen, Opernhaus, Lessing-Theater Wolfenbüttel, Stadthalle Holzminden, Schloss Bevern, Oldenburger Exerzierhalle, Kulturmühle Buchhagen, Empore Buchholz, Kirche Seelze, Salon Hansen Lüneburg

Insgesamt komme ich auf mehr als 80 Moderationen für 2016. Mal kleine Ansagen, mal ganze Tagesprogramm. Es ist immernoch sehr vielfältig von Punkrock bis Preisgala. Und ein wenig hoffe ich, dass es so bleibt. 2017 stehen Klostertage an, die deutschsprachigen Slammeisterschaften & Medienkonferenzen. Der Science Slam zieht ins Schloss Herrenhausen und auf die IdeenExpo 2017. Und der Leinestern wird vergeben.

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Fertig in Hamburg.

Und nun? Ein neues Jahr liegt vor uns und mir. Am Anfang dieser Aufzählung dachte ich, so viel war 2016 doch gar nicht los, warum bin ich so müde? Ach ja. Darum. & trotzdem kann ich es gar nicht abwarten, den Kalender zu füllen, Pläne mit wunderbaren Menschen zu schmieden & treff gleich einen wie Herrn Costa, um Unfug und Umstürze zu planen. Das Übliche also. Kommt gut ins Jahr 2017. Weitermachen & munter bleiben.

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Lesung zu 10 Jahre Beatpoeten beim A Summer’s Tale in Luhmühlen.

#Sommer 2016, wow!

Sommer 2016. Ein Sommer voller Staub, Sonne & Menschen, die man in einen Koffer packen möchte, um sie zu Hause auf dem Balkon wohnen zu lassen. Wir danken für wunderbare Konzerte, Lesungen & kleine Aktionen am Rande bunter Festivals, die wir besuchen durften. Eine kleine Auswahl an Bildern & vor allem ein großes Danke, gen 1. Mai Faust & Braunschweig, Fusion, Punx Picnic im AJZ Neubrandenburg, Lesezelt Burg Herzberg-Festival, Störfaktor Zwickau, Green Island in Nordhausen, Fuchsbau Festival, Stuss am Fluss in Cottbus, A Summer’s Tale, Ende Gelände & Klimacamp, Wagenplatz Norderstedt, Open Flair Eschwege, 2er, Wasted in Leipzig, The Incredible Herrengedeck, Lars Ruppel, Felix Römer, Käptn Blauschimmel & die Süßwassermatrosen, Kotfront, Kaput Krauts, Renato Kaiser, Tilman Birr, NOFX, Marvin Ruppert, Feine Sahne, Hendrik Infone, Onkel Olli und unfassbar viele Menschen & Kapellen mehr. ❤

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Das Ende des Sommers.
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Open Flair Raildshow zwischen Göttingen und Eschwege.
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Release-Party bei Onkel Olli in Hannover.
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Stuss am Fluss in Cottbus.
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Soli-Pfeffi beim Wasted in Leipzig mit Feine Sahne Fischfilet.
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Saunalandschaft beim Punx Picnic in Neubrandenburg.
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The Incredible Herrengedeck bei der Ende Gelände-Aftershow.
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Wagenplatzfest Norderstedt.
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Edeltoiletten bei der Fusion.
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Doksy-Pfingstcamp.
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Landebahn Fusion.
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Karaoke bei der Fusion.
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Störfaktor Zwickau.
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Open Flair. Foto: Marvin Ruppert.
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Backstage A Summer’s Tale mit Filo, Rita, Sim, Sebastian und Sebastian.
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Lesezelt beim Burg Herzberg-Festival mit Lars Ruppel (hinterm Vorhang).
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Das Lumpenpack beim Fährmannsfest.
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Hendrik Infone beim Fuchsbau Festival-Finale.
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Marvin Ruppert auf dem Weg zum Open Flair.
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Feine Sahne Fischfilet und Kaput Krauts in Leipzig.
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Stuss am Fluss in Cottbus.
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Fusion-Landebahn.
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Doksy-Pfingstcamp.
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Burg Herzberg-Festival.
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Green Island in Nordhausen.
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Fusion.
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1. Mai Braunschweig.

Neunzehn

Wir sahen die besten Köpfe unserer Generation vom Wahn zerstört, hungernd hysterisch nackt, die sich im Morgengrauen durch die Punkerstrassen schleppten auf der Suche nach einem wütenden Schuß

Engelköpfige Hipster, dem alten himmlischen Kontakt zur Sternenlichtmaschine im Getriebe der Nacht entgegenfiebernd, die arm & abgerissen & hohläugig und high im übernatürlichen Dunkel

der Armeleutewohnungen rauchend wachsaßen, schwebend über dem Häusermeer in Punker-Ekstase

die durch die Universitäten gingen mit strahlend kühlem Blick und Halluzinationen von St.Pauli und Off’schen Tragödien unter den Schülern des Krieges hatten

All diese wundervollen Leben, die verschwendet wurden – weil sie mit Punkrock in Berührung kamen. Zerstört mit 19. Wir prangern das an!

Beatpoeten, 2016

Beatpoeten – #Geheul

Beat Cover

Was das denn? Auch das dritte Album der hannoverschen Beatpoeten dürfte für heitere Genre-Rätselei in feuilletonistisch vorgeprägten Haushalten sorgen. Irgendwo zwischen grobkellig ausgeschenktem Elektropunk, krachklugem Kabaretthumor und vermummter Spoken-Word-Einlage werkelt das Duo an einer eigenen Legende zwischen den, nun ja, Stühlen. Der tätowierte Volontär würde dichten: Sie ziehen konsequent ihr Ding durch. Ha! 2012 erschien „Man müsste Klavier spielen können“ und selbst Stinkepunx mit eher stalinistisch geprägtem Musikgeschmack kamen ins Hüftschunkeln. „Das ist der Spirit, der mal Punk hieß“, schrieb OX. „Besser als Egotronic“, urteilte TRUST. „Kamerun’sche Schnappatmung“, schimpfte INTRO. Und PLASTIC BOMB verkündete: „Ficken, Saufen, Oi!“ Es folgten Festivalauftritte von Fusion über Open Flair bis lustigen Zusammenkünften namens Meet The Needles und hunderte Konzerte von Künstlerkatakombe bis Punkerkeller in Deutschland, Tschechien und Schweiz. An ihrer Seite: Kapellen namens Kaput Krauts, Todeskommando Atomsturm, Kackschlacht und Käptn Blauschimmel. Andere Bands gehen auf Tour, die Beatpoeten betreiben offensiv Konzertplakatlyrik. Dazu entwickelten sie das erfolgreiche Lesungsprogramm „Popper lesen Punk“ samt edel vorgetragener Deutschpunktexte, das Achtsamkeitsseminar namens „Opfer lesen Battlerap“ und zu guter Letzt das „HatePoetry“-Happening zu Pegida-Kommentaren, „Nicht reden, hanteln“.

Arschbomben jenseits der Diskurse

Jetzt endlich wieder neue Musik, zwölf Tracks voll knackigem Elektro-Punk mit Humor und Haltung und deutschen Texten, die mal politisch, mal persönlich ausfallen. Schlaue Statements gegen den Zeitgeist, die von Egge gelesen, gerappt und deklamiert werden. Es geht um Arschbomben jenseits der Diskurse, Romantik im Gefahrengebiet, Verfallsdaten für Jugendkulturen, Antifaschismus zwischen Garagentreffs und Punk als Lebensretter. Carlos verbindet Synthiemelodien mit peitschenden Beats, ballernde Bässe mit entschlossenen Brüchen. Und irgendwo grüßen still Rotzkotz und Schleimkeim.

revolverheld, heckler & koch / helene fischer & celler loch

Die Platte „#Geheul“ ist ausgefeilter, filigraner und vielleicht ein Stück weit verspielter als seine Vorgänger. Lieferten die Beatpoeten einst strikten Hörspielklingklang und später tanzbare Demoslogans, bieten sie nun ein ganzes Album voller Zugangsmöglichkeiten. Reflexionsstunde als Szenesport, DIY-Feierei als kritische Gesundheitsvorsorge und ein paar Gedanken zu Kunst und Stille als Meilenstein in der Endlosrille. Ein Soundtrack tauglich von Aftershowparty über Punkeryoga bis Nietenfestival. Die Beatpoeten sind Kunst ohne abgehobenen Quatsch, bedienen sich einerseits im Elektro-Bereich, lassen aber gleichzeitig gerne ihre Deutschpunk-Wurzeln durchscheinen.

Cover 2

bastis blitzkrieg hat ja jetzt auch lactoseintolleranz

Irgendwo zwischen Kellerrave und Kabarett, zwischen politischem Aktivismus und Tourabriss: Seit zehn Jahren zuckeln die beiden mit ihrem Programm durch die Lande und werden nicht müde, an eine schillernde Welt zu glauben. Unterwegs ist das neue Zuhause und der AZ-Keller immer noch der angenehmste Platz. Ein wenig Glitzer fürs Gemüt. Hach.

Das Album erscheint ausschließlich auf Vinyl, LP kommt mit 350g Cover, Textinlay und Downloadcode.

Ende April/Mai ist es soweit. Die Band kann man unter beatpoeten@googlemail.de kaufen, türlich.