21. September 2012 – Hannover – Maximal

Für viele Jahre war Costa so etwas wie ein Anheizer einer Elektropartyreihe. Mit MAXIMAL erlebte er viele tolle Abende. Am 21. September feiert die Partyreihe nun ihre letzte Fete. Aus diesem Grund schreibt der Kollege Info mal seine Sicht auf die vergangenen fünf Jahre auf. Danke für alles, Jungs!

5 JAHRE MAXIMAL – DAS FINALE: Hinter uns liegt vieles und viel schönes, soviel ist sicher. Hannover wurde nachhaltig geprägt, auch das ist etwas, was bleibt. Als wir uns vor fünf Jahren in einem kleinen Keller unter dem Apollo Kino zur Maximal Gang (gestartet mit Rowe, Info, Jizzo, Jaylan und Costa, später geschrumpft auf Rowe, Info und Jizzo) zusammen fanden, um einen Abend nach unseren musikalischen Vorstellungen zu gestalten, konnte noch keiner ahnen, wo die Reise hingehen würde.

Nun feiert Maximal seinen fünften Geburtstag und wird gleichzeitig als Partyreihe eingestellt. Von vielen gefeiert, von einigen gehasst, jeder in Hannover kennt Maximal: Sei es durch das „neue“ Hannover-Logo, welches im Design bekanntermaßen von einem Maximal-Stammgast ausführend beeinflusst wurde und verblüffende Ähnlichkeit mit dem „alten“ Maximal-Logo hat oder durch Lena Meyer-Landrut, die auf der Pressekonferenz nach ihrem Sieg in Oslo 2010 hysterisch „Maximal, Maximal“ rief, nachdem sie einen Hannoveraner Journalisten (Danke, Egge!) mit einem Maximal-Shirt im Publikum entdeckt hatte.

Aber nicht nur Lena war Dauergast bei uns: 2008 in die Faust gewechselt, wurde dort im Jahre 2009 von Maximal mit rund 1500 Gästen der All-Time-Besucherrekord einer Partyreihe im Kulturzentrum Faust aufgestellt. Die Aufmerksamkeit war da, und quer durch alle Schichten, alle Stadtteile und alle Befindlichkeiten kamen die Massen… Maximal wurde zum Massenphänomen einer Generation: Mit regelmäßig über 1200 Besuchern sorgte Maximal im wohligen Umfeld von ebenfalls sehr gut laufenden Partyreihen wie Treibgut, Linden Love, Remmi Demmi oder WTF Panda Club für einen erneuten Aufschwung des Kulturzentrums Faust und die Abwendung der Insolvenz. Maximal war schlicht Hype! (Liebe Lindener, wir entschuldigen uns übrigens hiermit offiziell für den gewachsenen „Publikumsverkehr„…)

Apropos: Wenn man zeitweilig über die Limmerstraße ging, sah man das Maximal-Logo permanent auf einem der beliebten Maximal-Shirts. Von diesen wurden über die Jahre zum Selbstkostenpreis rund 300 Stück verkauft und erfreuten sich solcher Beliebtheit, dass zum zweijährigen Geburtstag von der Hannoveraner Klamottenschmiede Dauerfeuer eine Sonderedition angefertigt wurde.

Besonders war vieles an Maximal: so wurde im Zeitraum ab 2008 die Partyreihe zuerst zweimonatlich, später dann monatlich im Kulturzentrum Faust veranstaltet und fand parallel dazu auch alle zwei Monate im Café Glocksee statt, bis sie dann 2010 dort aufgrund von nicht mehr handhabbarem Andrangs wieder eingestellt wurde. In den beiden größten alternativen Zentren namentlich dieselbe Party feiern: Dieser Erfolg blieb auch Veranstaltern in anderen Städten nicht verborgen, wodurch die Maximal Gang u.a. nach Berlin, Dortmund, Kiel, Lüneburg, Bremen oder Darmstadt zum Auflegen eingeladen wurde. In Stuttgart legten wir 2008 bei der ersten und heutzutage fest etablierten „Stuttgart Kaputtraven“-Partyreihe auf, die auch heute noch einen maßgeblichen Einfluss auf die Verbreitung der damals so betitelten Rave-Musik in Süddeutschland hat.

Auch in Hannover wurde der Begriff Rave nach langen Jahren der Abwesenheit durch Maximal wieder geprägt und auch in Hannover durfte Maximal auf Reisen gehen: so wurde ab 2009 jedes Jahr eine Bühne zur Fête de la Musique organisiert und auch jährlich die offizielle Aftershowparty des BootBooHook-Festivals bespielt. In dieser Zeit wurde die Kulturbühne des Fährmannsfests geentert oder im Rahmen der Limmer Volksbad-Partys ausgiebig geplanscht.

All das wurde natürlich ausführlich per Foto durch Kevin Münkel und per Video durch die Maximal Gang dokumentiert, welche im Internet einsehbar waren und wodurch Maximal in seiner Aussendarstellung (besonders durch seine Präsenz im Internet) eine der auffälligsten Veranstaltungen in Hannover war. Auf den Veranstaltungen selber sorgten Les Petits und Createdbymonkeys für ausgefeilte Visuals, welche auf ein übergroßes aus Styropor bestehendes Maximal-Logo projiziert wurden – neben einem 3×4 Meter großen Maximal-Banner eines der prägenden visuellen Elemente vor Ort. Ausgefeilt war natürlich auch das Design, welches vom Leipziger HGB-Studenten Paul Spehr in Form von künstlerischen Flyern und massiven Logo-Plakaten in der Stadt präsentiert wurde.

Neben Berichten in allen großen Zeitungen und Magazinen war für die extreme Präsenz von Maximal bei den Fans auch besonders die Nutzung von sozialen Netzwerken verantwortlich. So wurde von Maximal als erster Partyreihe intensiv MySpace genutzt (als das noch jemand nutzte). Später wurde Facebook durch Maximal übernommen, wo über ein Freundesprofil der Maximal Gang rund 5000 Gleichgesinnte angehäuft wurden, die nun regelmäßig auf dem laufenden blieben. Man könnte damit Maximal auch als die erste Facebookparty in Hannover bezeichnen…

Aber auch viele Acts hatten ihr erstes Mal bei Maximal: so hatten BeatAuCue aus Frankreich, Sharkslayer aus Finnland, Hot City aus England oder Toomy Disco aus Argentinien bei Maximal ihren ersten Auftritt in Deutschland, kurz bevor sie international bekannt wurden.

Zu Maximal wurden generell viele innovative DJ-Gäste und Live-Acts gebucht: Schlachthofbronx, Riton von Carte Blanche, Dirty Disco Youth, Daniel Haaksman, CLP, Hickup, So Shifty, Audionite, Tagteam Terror oder Pwndtiac, sie alle waren Gast bei Maximal und brachten Hannover neue musikalische Spielarten nahe.

So wie es die Maximal Gang von Anfang an getan hat: die maximale musikalische Bandbreite zu spielen und davon die volle Breitseite. Musikalische Subgenres wie Baltimore Club, Baile Funk, Midget, Fidget, Kwaito, Kuduro, Juke, Dubstep, Post-Dubstep, Dutch House oder Moombahton konnten als erstes in Hannover bei Maximal, natürlich auch unterstützt von den Bookings, gehört werden. Nicht zuletzt haben wir seit jeher als Start in den Abend Genres wie Nu Disco sowie zu späterer Stunde techigen House gespielt, als andere Partyreihen, die heute diesen Bereich bespielen, musikalisch noch ganz woanders waren.

Gehört wurde in den ersten Jahren bei Maximal auch die Stimme von Costa von den Beatpoeten, der als Host des Abends die feiernde Menge durch immer neue Anfeuerungen durch das Mikrofon gepaart mit seinem Spiel an elektronischen Hardwaregeräten zu immer wilder werdenden Tanzeskapaden antrieb. Das Call & Response-Prinzip war in dieser Form einzigartig in Hannover und die neue Form des ausgelassenen, fast pogo-artigen Feierns schon bald legendär. (Anmerkung Costa: Ich habe mir viel bei den Fangesängen von Hannover 96 abgeschaut.)

Maximal bot aber nicht nur in der Faust 60er-Jahre-Halle einem internationalen DJ-Jetset eine große Präsentationsfläche zum Steilgehen, auch nebenan im Mephisto spielten rund 40 verschiedene nationale und lokale DJs aus den Bereichen Indierock, Disco und Electronica. Seit 2011 nun wurde im Mephisto befreundeten DJs die Plattform gegeben eigene Partyreihen aufzuziehen, die auch nach dem Ende von Maximal weiterhin stattfinden werden: zum einen Paradisco mit Les Loups, zum anderen Twin Set mit Nicki Noise & Maupka.

Nun denn, unsere Musikgeschmäcker differenzierten sich weiter aus, sowohl unsere Perspektive auf Partys als auch die vom Publikum veränderte sich, der Hype verschwand, die Wohnorte und Lebensmittelpunkte verschoben sich und so kommt es, dass irgendwann eine Partyreihe ihr Ende findet. Und irgendwie dadurch auch für immer bleiben wird.

Es ist alles gesagt, wir freuen uns auf die letzte Maximal. Hallo und auf Wiedersehen.

Eure Maximal Gang

17. September 2012 – Kiev

Es ist kurz vor 4 Uhr, als wir in der bayrischen Provinz ins Taxi steigen. Die Burg, auf dem die Undjetzt!-Konferenz stattfand, liegt nur wenige Meter von der tschechischen Grenze entfernt. Der Taxifahrer ist ein Bayer, wie man ihn sich vorstellt. Dazu noch ein Schnauzer. Als wir ihn fragen, warum um diese Uhrzeit so viele Polizeistreifen unterwegs sind, packt er seine Lebensgeschichte aus. Sein Stiefsohn war jahrelang süchtig nach Chrystal Meth. Eine der beschissensten Drogen, die man seinem Körper antun kann. Der Junge hatte alle Eskapaden einer typischen Suchtgeschichte hinter sich. Das Zeug billig in Tschechien auf illegalen Märkten geholt. Gestohlen. Ersatzbefriedigung durch Alkohol etc. „Und diese Musik. Immer hat er dieses Schranz gehört. Das ist noch nicht einmal richtiger Techno. Das ist Krieg,“ So ging das weiter, bis er dann zu Jesus fand. Eine freichristliche Gruppe geht direkt in die von Crystal betroffenen Gebiete in der Nähe der tschechischen Grenze und holt die Leute von der Straße in so eine Art Kloster. Jetzt wird er Erzieher. Der Stiefpapa fährt trotzdem immer wieder Dealer und Süchtige über die Grenze. Nachts. „Hier ist ja auch keine Industrie mehr. Keine Arbeitsplätze. Die Jugend haut entweder ab oder ballert sich zu.“ 4 Uhr morgens, irgendwo in Bayern.

„Dawai, dawai!“ Autofahren in Kiev ist Krieg. Kein Wunder, dass die Muttis, Oligarchen und Biznismen hier gerne Jeep fahren. Wir brausen an Hochhäusermeeren mit Zwiebeltürmchen vorbei. An riesigen Fabrikanlagen. Es riecht nach Braunkohle, verbleitem Benzin. Irgendwer verbrennt hier Plastik. Aus dem Radio pumpt Großraumdiskotechno und Houseversionen von alten Rocksongs. 14 Stunden bin ich da schon unterwegs.

Schon wieder Techno. Rund um das Kriegsdenkmal für die Bruderschaft zwischen Russland und der Ukraine ist ein Kirmes aufgebaut. Autoscooter, Bierstand, Wettschießen. Mit Blick auf den Dnepr. Riesige, waldige Inseln ragen liegen im Fluss zwischen den beiden Stadtseiten. Im Hintergrund Satellitenstädte aus Platte. Kraftwerke. Industriegebiete. Ein Kind turnt auf den eisernen Helden der untergegangenen Sowjetunion herum. Wir trinken Kwas und genießen die Sonne.

Mein Gastgeber arbeitet an einer der Universitäten in Kiev. Eine Universität, die sehr international ausgerichtet ist. Seit anderthalb Jahren unterrichtet und organisiert er dort ohne Vertrag. Für den braucht er unter anderem eine Arbeitserlaubnis, ein Gesundheitszeugnis und diverse weitere Formulare, die er nach und nach besorgen muss. Monatelang. Mit Gebühren im dreistelligen Eurobereich. Er weigert sich, Beschleunigung zu bezahlen. Also wartet er. Sein Arbeitgeber will aber alles immer gleich gestern haben.

Die Ukraine ist ein freies Land. Du kannst vieles machen, viel improvisieren, Dinge ausprobieren. Erstmal kümmert sich keiner darum. Die Infrastruktur wirkt deswegen manchmal arg improvisiert – in Kiev gibt es keinen richtigen Plan, wie die Marschrutki, die Busse, fahren. Aber es funktioniert. Auch der Staat funktioniert, obwohl das Land eine der schlechtesten Steuerzahlungsmoral der Welt hat. Die Menschen haben wegen der Vergangenheit Angst, dem Staat oder irgendeiner großen Organisation ihr Geld zu geben. Sie müssen so schon die ganze Zeit fürchten, es durch Raub, Inflation, Bestechung etc zu verlieren. Das führt natürlich zu viel Gemauschel. Trotzdem ist es für viele Menschen – zum Beispiel in der IT-Branche – ein Paradies der Freiheit, für das sie gerne die Unannehmlichkeiten auf sich nehmen.

Am Strand von Odessa plärt zwischen Modern Talking und die Scorpions. Ein erfülltes Klischee. Egal, es gibt Varenyky, frisch gezapftes Bier, und wir können den reichen Mafiatypen auf die Plautzen gucken. Das Schwarze Meer ist warm, und die Sonne knallt. Schönes Leben.

September 2012 – Paderborn, Berlin-Festival, Undjetzt!-Konferenz

Paderborn, Hannover, Berlin, Burg Hohenberg in Nordbayern, Kiew – die vergangenen Tage waren sehr intensiv, sehr schön, aber auch zwischendurch sehr anstrengend. Wir verabschieden uns jetzt erstmal in den Urlaub und damit die Spielpause. Der nächste Termin: 5. Oktober im Soulkitchen Hamburg (oder, wenn die Stadt Hamburg den Laden wirklich zumacht, woanders). Bis dahin unsere September-Liste:

– Das Sputnik in Paderborn ist die wohl schönste Kneipe in der Stadt. Tolle Leute, tolles Publikum. Vielen Dank!
– Autobahnraststätten haben wirklich etwas Altertümliches. An den modernen Oasen bekommt man alles, was man braucht. Auch mal ein Kreischkonzert von Schweinen, die gerade abtransportiert werden.
– Danke auch an die alte Truppe Literaten aus Ostwestfalen. Weitermachen!
– In Hannover brennen ganz schön häufig Mülldeponien oder Chemiefabriken oder so. „Es hängt ein Grauschleier über der Stadt…“
– Das Berlin-Festival besticht durch seine Kulisse und die vielen engagierten Künstler. Viele Menschen stehen aber dann doch lieber im Backstagebereich und schauen gelangweilt. Schade eigentlich. Und das nächste Mal bitte mehr Toiletten aufbauen. Das ging gar nicht.
– Autoscooter macht doch noch Spaß.
Broca Areal sollte man sich merken. Und Sebastian 23 bringt als Klon 23 jetzt auch Texte zu Techno.
Mieze Medusa hat den schönsten Akzent, das nächste Mal ist sie aber mit Getränke holen dran.
Sulaiman Massoumi kann nicht nur mit dem Schellenkranz den Takt halten, er hat auch als Rapper einen derben Flow. Vielen Dank für den spontanen Auftritt.
– In Neukölln machen Freunde jetzt eine Kneipe in der Richardstraße auf. Erst dachten wir, wie irre müssen die sein. Dann waren wir da: ein Traum! Unsere neue Stammkneipe in Berlin.
– Wenn Designer Preise verleihen, dann stehen mehr Leute auf dem Podest, als Zuschauer da sind. Und alle filmen.
– Der Undjetzt!-Kongress zeigte mal wieder, wie viele kreative, motivierte und kluge Menschen auf dieser Erde leben. Mit euch haben wir keine Angst vor der Zukunft. Danke!
– Und wie viele tolle Ideen in unserem Workshopseminar zu kreativer Kulturkritik und gesellschaftlichem Protest herausgekommen sind, zeigt, wie wichtig das Thema ist. Wir sind gespannt, was dann später realisiert wird.
– Uns gibt es in diesem Jahr übrigens auch auf der Frankfurter Buchmesse: Die tolle Designerin Sima Niroumand hat uns für ihr Buchprojekt „Freunde – ein Sammelwerk“ gefragt, ob wir nicht über unse Verhältnis als Bandkollegen und Freunde schreiben wollen. Das Ergebnis findet ihr hier.

30.08./01.09. Braunschweig/Itzehoe/Internet

Jeder ist ein Künstler im Internet. Auch wir nutzen die Technologien, die es uns einfach machen, eine Webseite zu betreiben, Profile in diversen sozialen Netzwerken zu pflegen, unsere Lieder und Videos hochzuladen, über das Internet Soundfragmente unter uns und mit diversen Helferlein zu tauschen. Die Art, wie wir als Band arbeiten, würde ohne das Internet an manchen Stellen sicherlich nicht funktionieren. Wir haben darum nicht mehr als zehnmal in sechs Jahren wirklich geprobt.
Aber wir feiern auch nicht alles ab, was im Netz passiert. Künstler zahlen für die oft kostengünstigen Werkzeuge mit ihrem Inhalt. Natürlich finden wir es super, wenn die Produktionsmittel inzwischen so günstig sind, dass jeder Musik, Kunst, Videos, Designs etc machen kann. Profitieren tun aber die großen Unternehmen, denen wir unseren Inhalt ja quasi auch kostenlos zur Verfügung stellen. Warum ich diese offensichtlichen Fakten darlege? Weil wir immer wieder gefragt werden, ob wir nicht das eine oder andere Lied zum Download zur Verfügung stellen. Das machen wir gerne, vor allem hier. Und häufig bekommen wir dann auch eine Antwort, meist ein Danke. Aber auch Mails, in denen sich Menschen enttäuscht bis beleidigt zeigen, dass die Musik nicht so klingt, wie live erlebt. Zwei Beispiele vom Wochenende zeigen, wie schwierig es ist, genau das auf Platte zu sammeln, was wir da live eigentlich machen.

Am Freitag durften wir wieder auf dem Sommerfest unserer Freunde des LOT-Theaters in Braunschweig spielen. Der Saal ist ein Traum von einem flexibel gestaltbaren Theaterraum. Vor uns spielte eine mitreißende Rockabillyband, nach uns eine unglaublich tolle Funkband – schon alleine das ist ein Clash. Das Publikum war sehr entspannt und sympathisch, hörte eher zu, als das es tanzte. Am Schluss gaben wir zwei Jungs (Vincent & Sidney) ein Autogramm auf unsere CD.
Am Samstag wiederum fuhren wir zu der Vernissage der Künstlergruppe Secession nach Itzehoe. In einem illegalen Klub spielten wir zwischen riesigen und provokanten Kunstwerken. Das Publikum war sehr gemischt, und während des dritten Lieds gab die Anlage auf. Man hörte einfach keine Musik mehr. Mehr als zehn Minuten lang mussten wir improvisieren, spielten Klatschspiele und verzweifelten fast, bis dann doch die Musik wieder lief. Am Ende war es eines der schönsten und intimsten Konzerte.

Viele andere Musiker pressen ihre Lieder in vorgefertigte Ableton-Live-Sets, mastern sie zu Hause, und arrangieren diese auf jedem Konzert ähnlich. Auch wir überlegen ja immer mal wieder, einen Teil der Musik zu digitalisieren, weil es einfach oft besser klingt. Aber in solchen Situationen wie am Wochenende zeigt es sich, dass die Konzerte, die wir spielen, unberechenbar und jedes Mal eine Herausforderung sind. Dass die Energie auf der Bühne viel stärker ist, als in einer Aufnahme, die im Wohnzimmer entstanden ist, ist da nur selbstverständlich. Außerdem helft ihr uns bei unserem Weg, wenn ihr euch nicht nur die Lieder auf euren MP3-Player ladet, sondern auch zu unseren Konzerten kommt, mit uns feiert und danach an der Theke bei einem Bier/Cola die Welt rettet.

ps. Danke an das Team des LOT-Theaters in Braunschweig, an die Gruppe Secession in Itzehoe und an euch für ein tolles Wochenende!