18. Oktober 2012 – Neue Shirts

Wie an anderer Stelle schon geschrieben: Wir haben Shirts und Beutel machen lassen. Das Motiv kommt von der Hamburger Künstlerin Thalea Luschnat, den Druck hat die Druckwerkstatt Hannover übernommen. Die Shirts kommen von Continental Clothing, und es gibt sie in S und M für Frauen und in S, M und L für Männer. Beutel und Hemdchen sind alle bio und fair gehandelt.
Weiterhin haben wir noch verschiedene Aufkleber und Buttons im Angebot.
Das Merch wird es vorerst nur bei uns direkt zu kaufen geben.

06. Oktober 2012 – Hamburg – Freigeistern

Vier Wochen Spielpause: Ich war im Urlaub, Egge hatte Geburtstag, viel ist passiert, das wir uns bei einer Weinprobe auf dem Galaostrich in Hamburg St. Georg zu erzählen haben. Markus Lanz macht nebenbei den Gottschalk. Auf der Straße schlängeln sich die Vollverschleiterten, die Bodybuildingschwule, die spanischen Gigolos und die Provinztouristen in Funktionskleidung hin und her. Scheiß Wetter.

Ein paar liebe Menschen haben in der Soul-Kitchen-Halle in Wilhelmsburg ein riesiges Eintagesfestival an den Start gebracht. Es ist voll, die Stimmung ist super, alles ist liebevoll dekoriert, ein Live-VJ verziert die Wände, die ein Live-Street-Artist übrig gelassen hat. Toll. Wir trinken Wein mit Genossen Andy Strauß (gemeinsame Musik wird geplant) und freuen uns, an diesem Abend an diesem Ort zu sein. Und dann Station 17, eine sogenannte integrative Band, bei der Musiker mit und ohne Behinderung zusammenspielen. Derbe erfolgreich, super nette Leute, die sich gegenseitig auf und in den Arm nehmen. Die elf Musiker klettern auf die enge Bühne und legen sofort los. Groove, Beat, Melodie – alles fließt. Das Publikum wartete scheinbar nur auf das Los, auf den durchgängigen Beat. Kissen werden zerrissen, es endet in einer riesigen Kissenschlacht, während die Band wirklich eines der besten Konzerte gibt, das wir in diesem Jahr gesehen haben.

Wir sollen den Zuschauern Sackhüpfen Schmackhaft machen, also auf den Beat alte NDW-Hits krakelt und ab geht’s. Ein besonders Frecher aus der zweiten Reihe ruft die ganze Zeit „Fickt euch!“, wir holen ihn auf die Bühne, lassen ihn stagediven. Er bedankt sich danach brav. Egge fällt von der Bühne, ich haue die Stromkabel raus, der Bass brettert – endlich wieder auftreten.

Der Feldstern im Schanzenviertel ist unsere Stammkneipe in Hamburg. Dort arbeiten viele Freunde, es gibt leckeres Essen und den besten Mexikaner. Den wir auch gleich netten niederländischen Touristen näher bringen, die auf Dienstreise („Irgendein Ministerium dort“) den Feldstern für sich entdeckt haben. Das kalte „Iz zis ze real stuff?“ der lockigen Fachreferentin wird mit zwei Schnäpsen gekontert, wenig später verschwindet sie für den Rest des Abends auf dem Klo. Ihre Kollegin bittet freundlich um ein Wasser, der Mexikaner hätte sie zerlegt. Mission in Hamburg Touristen abfüllen wieder einmal erfolgreich beendet. Wir gehen schlafen.

Am Ende stehen wir wieder im Zug. Es ist voll, Rentner beschimpfen junge Hip-Hoper, sie sollten Platz machen für richtige Deutsche, eine Frau fragt panisch jeden um sie herum, ob das ihr richtiger Zug ist, bevor sie ihren Freund zusammenstaucht. Babys kreischen, Hunde bellen, Pendler unterhalten sich über gesellschaftlich akzeptierte Methoden des Selbstmordes („Es gibt ja nichts aoszialeres als sich vor einen Zug zu schmeißen. Neulich musste ich schon wieder zwei Stunden warten.“).