16. Juli 2011 – Ortwig – Fresh Air Festival

In Zeiten, in denen selbst Atomkraftwerke als klimafreundlich und umweltverträglich grüngewaschen werden, lässt sich manch einer einiges einfallen, um Geld mit dem schlechten Gewissen anderer zu verdienen.

Eine der neuesten und umstrittensten Methoden ist das unterirdische Speichern von Co2. Dabei wird beim Verfeuern der fossilen Brennstoffe das Kohlendioxid aus dem Rauchgas ausgeschieden und in unterirdischen, salzwasserführenden Gesteinsschichten gepumpt. Klingt erstmal grün, dass aber trotzdem weiter vor allem Braunkohle dafür abgebaut werden muss und verfeuert wird, ist den wenigsten klar. Auch weiß niemand, ob diese Form der Speicherung überhaupt sicher ist und nicht einfach mal so das Trinkwasser einer gesamten Region vergiftet.

Da wir den Kampf gegen so ein Endlager in der schönen Brandenburger Provinz unterstützen wollen, fuhren wir an einem sonnigen Samstag nach Ortwig nahe der polnischen Grenze. Die Gegend wirkt wie ein zweites Wendland. Unglaublich schöne Landschaft, überall kleine Künstlerkommunen oder Ökobauernhöfe und sehr nette Menschen. Einige davon, die Bürgerinitiative CO2ntra Endlager, veranstaltete dort das Fresh Air Festival. An zwei Tagen spielten Bands und Liedermacher, wurde Kuchen gebacken und Eis gegessen, wurde einfach laut und friedlich gegen die Kommerzialisierung des Untergrunds auf Kosten der Ökologie und Gesundheit protestiert. Wir sind froh, dabei gewesen zu sein!

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