13. Juni 2014 – Hannover – Festival contre le racisme

Wir gehen zu Fuß zum Konzert. Es dauert fünf Minuten – von Costas Balkon bis zur Bühne. Denn das Festival contre le racisme ist im hannoverschen Georgengarten, direkt hinter dem Hauptgebäude der Universität. Das ist quasi Costas Vorgarten. Hier wird abgehangen, gegrillt und in die Sonne geschaut. Normalerweise. Costas alte WG hat hier irgendwann mal einen Baum gepflanzt. Ob der noch steht, weiß niemand mehr. Schließlich war es damals dunkel. Und keiner weiß mehr wirklich, wo er stand.

Die Sonne geht unter. gerade spielt das tolle Duo The Colder Sea aus Hannover entspannten Elektropop. The Shitlers aus dem Ruhrgebiet mischen Auszüge aus deutschsprachigem Gangster-Rap mit Auszügen aus deutschsprachigem Punk. Wir holen uns Döner an der Hauptstraße und schauen Fußball in dem riesigen Flatscreen. Man kann schon richtig barfuss laufen.

Auf dem Balkon wird diskutiert. Über Poetry Slam. Über Enttäuschung. Über das Loch nach einem Tourwochenende. Und über die Disziplin, dann am Montagmorgen doch aufzustehen und zur Uni oder zur Arbeit gehen. Work hard, play hard. Bullshit.

Morgens um 5 Uhr ist kein Mensch in Hannover-Limmer an der Schleuse. Die Leine plätschert unten kräftig durch die Rohre und Ableitungen. Die Vögel teilen sich regsam mit. Das Laub in den Bäumen rauscht angenehm gleichmäßig-beruhigend.
Hier ist Entspanntung. hier ist Ruhe.

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24. Mai 2014 – Hannover – Feinkost Lampe

Erst fällt der Compressor aus, dann der Laptop. Und alle Gäste im Feinkost Lampe schauen uns an. Und sie warten. Seit langer Zeit haben wir nicht mehr in unserer Heimatstadt gespielt, und jetzt wollten wir in dem wundervollen Klub Feinkost Lampe unsere neuen Lieder präsentieren. Wir haben sogar ein Liebeslied geübt. Doch es tut sich nichts.

Ein Konzert ist immer Kampf. Die meisten Menschen, die vor uns stehen und kritisch zuschauen, haben uns noch nie vorher gesehen. So müssen wir an jedem Abend die Menschen immer wieder neu überzeugen, dass es eine gute Wahl war, diese Stunden mit uns zu verbringen. Ein großer Druck.

Egge überbrückt die Zeit mit einer Moderation, ich baue die Technik um. Was sich anfühlt wie lange Minuten, sind nur wenige Sekunden. Dann funktioniert die Technik. Ich starte den ersten Beat. Wir schauen uns an, und da ist diese Chemie, die sonst nur noch von Liebe übertroffen werden kann.

Danke an die Amnesty International Hochschulen Gruppe Hannover für die Einladung, den DJs für die Aftershowparty und Arne und Pahli für ihre Gastfreundschaft. Wir verbeugen uns vor den Menschen, die uns in guten und in schwierigen Zeiten das tolle Gefühl eines Konzertes ermöglichen.