25. Oktober 2014 – Oer-Erkenschwick – Allende-Haus

Nie wieder Krieg!

Das Allende-Haus steht irgendwo am Rande des Ruhrgebiets. Der Ort heißt Oer-Erkenschwick. Wenn man aus dem Fenster schaut, sieht man Hügel, Wälder, herbstlicher Nebel. Dick, wabernd, grau. Kalte Wassertröpfchen, die unter den Pulli kriechen.

Der Beginn

Drinnen strahlen einen fremde Menschen an. Lächeln, klopfen auf die Schulter, stoßen mit ihrem Bier unsere Gläser an. Erzählen vom Rennen gegen Mauern, von Kämpfen, von Engagement in Regionen, die von der Politik aufgegeben wurden. Von Alternativen zum Leben, zum Lieben, zum Arbeiten. Die Falken haben sich zu einem Herbsttreffen verabredet, und ein Freund feiert Geburtstag. Aus den Boxen kommt ein Lied, dessen Refrain sich immer wiederholt: „Arbeit, Leben, Zukunft“.
Ein wenig später wird die Uhr zurückgestellt. Wir bekommen eine Stunde geschenkt, heißt es. Aber die verlieren wir in ein paar Monaten wieder. Das Archiv im Haus ist die größte Sammlung der deutschen Arbeiterjugend. Ich verliere mich in den Fotos aus den 1920er-Jahren. Lauter lächelnde, aber auch ernste Menschen. Wenige Jahre später sind viele von ihnen tot, geflohen oder vom Nazi-Terror verschluckt. Das tut weh. Gerade weil am Sonntag dann Tausende Neonazis in Köln aufmarschieren und zeigen, wie groß die Bedrohung durch Faschismus immer noch ist.

Das Ende

Für einen Moment müssen wir die ernsten Hintergründe vergessen. Unser Job ist es, Menschen zum Lachen zu bringen an diesem Abend. Also ziehen wir uns zurück und machen unsere Atem- und Gesangsübungen. Konzentriert und mit freiem Kopf und offenem Herzen gehen wir dann zu dem, was heute Abend die Bühne sein soll. Wir ordnen unsere Papiere, trinken einen Schluck. Dann grinst Egge mich an. Wir setzen uns hin, machen die Mikrofone an, schauen auf unsere Zettel und lesen. Und es ist schön. Eine schöne, kleine Flucht aus dem Herbst.

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08. März 2013 – Winterschlaf, such dir neue Opfer

Egge und Hans

Ja, wir machen jetzt nicht nur so Musik, sondern wir spielen auch die Lyriker. Nach einer tollen Premiere in der hannoverschen Kneipe Team Nordstadtbraut letztes Wochenende, gehen wir mit dem Programm Popper lesen Punk nun auch auf Tour: Am 14. März in Berlin, am 15. März in Leipzig, am 8. Mai in München. Weitere Termine, unter anderem in Hamburg, Neubrandenburg und Köln, sind in der Mache.

Am 16. März dürfen wir gemeinsam mit den geilen Leuten vom Gonzo-Verlag deren Leipziger-Buchmesse-Aftershow-Party bespielen. Mit auf der Bühne im Schlechten Versteck steht Pablo Haller. Rumkommen!

Neulich in der Zeitung

Daneben arbeiten wir natürlich auch an neuen Liedern. Einen ganzen Tag haben wir nur Klavier aufgenommen. Mit unserem alten Freund Hans von Freymacher, der auch schon die ersten Aufnahmen vor rund sechs Jahren mit uns gemacht hat. Ein wenig ungewöhnlich, aber es soll ja nicht immer nur bumbumbum machen. Kommende Woche in Berlin geht’s ins Studio, Drum-Sounds, E-Orgel und weitere Stimmen aufnehmen. Hachja.

Außerdem arbeitet Costa gerade noch an seinem wissenschaftlichen Vortrag, den er Anfang Mai bei der re-publica halten wird. Es geht um die Rolle der Bratwürste in der politischen Berichterstattung. Aha.