Costas 2014 – „Wir sind morgen an der Ostsee“

Es war Jahr des Krieges, der Krisen, der Trennungen und der Tode. Durch unsere Leben ist die Zeit wie eine Dampfwalze gerast und hat alles umgeworfen. Ein Jahresrückblick aus Sicht eines melancholischen Moralisten.

Jedes Jahr führe ich eine Chronik von den wichtigen Ereignissen. Katastrophen, Rekorde, wichtige Nachrichten. Eine persönliche Liste, die ich dann am Ende des Jahres anschaue und bemerke, dass ich keine Ahnung mehr habe, was im Januar passiert ist. Oft vergesse ich schon, was vor wenigen Wochen geschehen ist. Nervöse Amnesie. Wäre ich Hypochonder, ich würde dank Google alles darüber wissen.

Ich unterteile das Jahr deshalb nicht in Ereignisse oder Monate, sondern in Gefühle, die sich über Wochen oder teils auch Monate hinziehen. Und dazu gibt es immer die passenden Lieder, die mich auf dem Kopfhörer begleiten.

Das Jahr beginnt ruhig wie das Lied „Reflektor“ von Arcade Fire. Ein langsam plätschernder Rhythmus, der sich langsam aufbaut. Ein Groove, alles wirkt leicht angespannt, aber nicht bedrohlich. So reisen wir im Winter 2014 durch das Land. Lesen in Berlin gegen Burschenschaftler, wenig später wird bei einer Demonstration gegen diese selbsternannten Herrenmenschen in Wien ein deutscher Student festgenommen. Und dann ballert es los.

Lettland führt den Euro ein. Ausschreitungen bei Wahl in Bangladesch. Kanzlerin Merkel beim Skifahren verletzt. Gefahrengebiet in Hamburg eingeführt. Mit Thomas Hitlsperger outet sich der erste deutsche Fußballprofi. China ist größte Handelsnation der Welt mit vier Billionen Dollar. Statistik: Jeder vierte Arbeitgeber ist unzufrieden mit Berufsanfängern. Sozialtourismus ist Unwort des Jahres 2013. Manipulationsskandal beim ADAC. Ausschreitungen zum Jahrestag der Ägyptischen Revolution. Deutschland beteiligt sich an Militärmissionen in Afrika. Deutsche Unis forschen für US-Militär. Heftige Proteste in Bosnien. Olympischen Winterspiele im russischen Sotchi. Schweizer stimmen gegen „Masseneinwanderung“. EU lässt Genmais 1507 zu. Erster (kleiner) Durchbruch bei der Kernfusionsforschung. Edathy-Affäre: Agrarminister Friedrich tritt zurück. Facebook kauft WhatsApp für rund 14 Milliarden Euro. Ukraine: Janukowitch geflüchtet, Gefechte auf der Krim. Mexikanischer Drogenboss gefasst. Russland marschiert auf Krim ein. Malaiisches Flugzeug verschwindet über Vietnam. Erneut Ausschreitungen in der Türkei. Krim-Parlament strebt Unabhängigkeit von der Ukraine an. Uli Hoeness wegen Steuerhinterziehung zu Gefängnisstrafe verurteilt. Wissenschaftler weisen Urknall nach. Front National stellt erstmals Bürgermeister in Frankreich. Großer Streik der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Ukraine-Krise eskaliert weiter. In Südkorea sinkt eine Fähre – rund 200 Menschen sterben. Unruhen in Nigeria: 200 Mädchen entführt. Erdähnlicher Planet entdeckt. Studie: 60 Prozent von Chinas Grundwasser ist giftig. Bietergefecht um Alstom zwischen General Electric und Siemens. Schwere Lawinen in Afghanistan und den USA. Bayern München wird Deutscher Meister der Fußball-Bundesliga. Conchita Wurst gewinnt Eurovision Song Contest. Grubenunglück in der Türkei führt zu Massenprotesten. Studie: Jedes dritte Lebewesen in Nord- und Ostsee vom Aussterben bedroht. Narendra Modi ist neuer Premierminister Indiens. In Thailand wird das Kriegsrecht verhängt, und die Armee putscht.

Wir entdecken endlich Hessen und Nordbayern für uns, schleichen uns ins Hamburger Gefahrengebiet, schauen uns in Sachsen Crystal-Meth-Süchtige an und nehmen zwischendurch ein paar Lieder auf. Sammeln Witze, sammeln Wärme, Geschichten, Bilder, so viele Momentaufnahmen von unterwegs. Es ist ein Rausch und irgendwann im Frühjahr wache ich wieder auf, und alles ist ab jetzt anders. An Silvester war mir als Jahres-Tarot-Karte die Karte mit der 13 gelegt worden: der Tod. Und er holt sich viel.

In einem Moment inmitten des Wahnsinns ruft mich Egge an. „Es ist egal, was dir gerade passiert. Da musst du durch. Es ist egal, denn wir sind morgen an der Ostsee.“ Es wird das Mantra für den Sommer. Ich bin bestimmt zehnmal in Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein am Baltischen Meer. Ich bekomme abgeschiedene Flecken zum Wild-Campen gezeigt, gehe frühmorgens nach dem Punker-Yoga nackt baden, laufe stundenlang durch Wälder, über Felder, Festivalgelände, durch alte Handelsstädte. Mit den Liebsten, die übrig geblieben sind. Die alle in ihre Kämpfe verwickelt sind: gebrochene Herzen, berufliche Zweifel, Angst vor dem nächsten Schritt im Leben. Der Wahnsinn, der auf uns wartet, wenn wir sonntags stinkend, müde, aber leicht grinsend von den Touren nach Hause kommen.

„Ich stelle mir das Leben wie Wellenreiten vor“, erkläre ich J. während wir am nachts Strand sitzen und eine der Fähren in Richtung Skandinavien vorbeiziehen sehen. „Du kommst zum Strand: Und das Wetter muss stimmen, die Wellen müssen passen. Dann paddelst du ewig weit raus, bist schon kaputt, wenn du draußen bist. Doch dann kommt eine, du paddelst an, springst drauf, und: Mit Glück und Mut und Können surfst du dann. Mit Pech wirst du verschluckt und gewaschen. Und während du unten im Meer bist, und nicht weißt, wo oben und wo unten ist, bekommst du Panik und Angst. Aber das sind nicht Gefühle, denen du jetzt nachgeben solltest. Denn dann verbrauchst du deinen ganzen Sauerstoff und baust Scheiße. Lass anstatt dessen einfach los. Beuge dich der Natur, und sie wird dich kurz drauf an die Meeresoberfläche steigen lassen. Genieß diese kurze Pause, denn sobald du auftauchst, geht das Ganze von Neuem los. Es ist ein ewiger Kampf, aber für die wenigen Sekunden, die du surfst, lohnt es sich. So ist das Leben.“

„Das ist eine ganz große Hippie-Scheiße“, pöbelt mich J. liebevoll an.

„Aber wahre Hippie-Scheiße“, entgegnet ich.

„Vielleicht. Aber Hippe-Scheiße.“

Der spanische König Juan Carlos dankt ab. Europäischer Leitzins wird auf Minus gestellt. Islamisten machen Offensive im Irak. Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien beginnt. Felipe ist neuer König Spaniens. Uno: 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Ausschreitungen zwischen Israelis und Palästinensern. Krise in Israel eskaliert. Beim BND gab es einen Doppelagenten der CIA. Bundestag beschließt den Mindestlohn. Deutschland wird Fußball-Weltmeister in Brasilien. Passagiermaschine über der Ukraine abgeschossen. Unicef: Mehr als 700 Millionen Frauen zwangsverheiratet. Behinderter Sportler gewinnt zum ersten Mal bei deutschen Leichtathletik-Meisterschaften.

Das Leben ist Wellenreiten, das Leben ist aber auch Wandern. Ein ewiges Auf und Ab. Wenn du unten an einem unbekannten Berg stehst, weißt du noch nicht, was dich genau erwartet. Aber es wird anstrengend. Und es wird sich lohnen, diesen Weg gegangen zu sein.

Aber es ist nicht nur das Wandern auf Hügeln und durch Wälder. Es ist das Wandern durch die Städte, was den Sommer auch so prägt. Sich verlieren in Nürnberg, München, Düsseldorf, Leipzig, Berlin und Hannover. Verwirrt mit Musik wie „Wanderlust“ von Wild Beasts auf dem Ohr und einem Kaffee in der Hand durch Straßen laufen, die ich noch nie vorher gesehen habe. Sich verlaufen und doch immer wieder neue Punkte finden, um sich zu orientieren. Wieder loslassen, die Kontrolle verlieren und merken, dass alles gut wird, wenn man nur auf sich acht gibt.

Und am Ende des Sommers stehe ich auf einer Düne in Südfrankreich mit tollen Menschen und schaue in den Sonnenuntergang. Kurz überlege ich, ob das der richtige Zeitpunkt wäre, mich doch tätowieren zu lassen. Ein mobiles Set wartet im Auto. Aber was würde denn passen, wenn sonst so wenig ewig bleibt?

Hundert Jahre Erster Weltkrieg. Ebola-Epidemie in Afrika. Ausschreitungen bei Kurden-Demos gegen Irak-Konflikt in Deutschland. BND hörte USA und Türkei ab. Bundesregierung sendet Waffen an Kurden im Irak. Bei der Landtagswahl in Sachsen kommt die AFD mit 10 Prozent rein. Die Ausrüstung der Bundeswehr ist mangelhaft. Massenproteste in HongKong. Flüchtlinge von Heim-Wärtern misshandelt. Kurden und Islamisten liefern sich Schlägereien in Deutschland. Der Literatur-Nobelpreis geht an Patrick Modiano. Kailash Satyarthi und Malala Yousafzai bekommen den Friedens-Nobelpreis. Attentat auf das Kanadische Parlament. Neonazis demonstrieren gegen Salafisten. Ifo-Index fällt auf tiefsten Stand seit zwei Jahren. Unzählige Studenten in Mexiko entführt.

Der Herbst bringt schlechte Nachrichten, und gleichzeitig öffnen sich ganz viele neue Türen. Das Leben ändert sich dramatisch, und dieser Wandel ist nicht gut oder schlecht. Nur anders. Egge und ich finden uns barfuss und im Anzug auf einer Bühne in Dresden wieder, und wir spielen ein Liebeslied auf dem Klavier mit Gesang. Im Publikum sitzen einige ungläubige Poetry-Slammer, die die ganze Zeit auf die ironische Auflösung warten, die ja immer sonst bei uns kommt. Aber dieses Mal nicht. Wir meinen es ernst. Eigentlich schon immer.

Revolution – „Scharzer Frühling“ in Burkina Faso. Längster Lokführerstreik in Deutschland. Vogelgrippe in Norddeutschland. 25 Jahre Mauerfall in Deutschland. 80 Prozent der Katalanen fordern eine Loslösung von Spanien. Raumsonde „Philae“ landet sicher auf Kometen Tschuri. Fast 36 Millionen Menschen sind weltweit versklavt. Laut Lebensmittel-Unternehmen wird die Schokolade weltweit knapp. Ausschreitungen in den USA nach Tod mehrerer schwarzer Jugendlicher.

Der Winter kriecht langsam durch die Kleider und will zum Herzen. Doch es ist warm genug. Wir nehmen uns nach mehr als vierzig Auftritten in diesem Jahr eine Auszeit und entdecken unsere Heimatstadt Hannover neu für uns. Wir arbeiten, wir lesen, wir räumen auf, machen Steuern und feiern eine Weihnachtsfeier, wie wir sie uns immer gewünscht haben. Mit den tollen Bands Herr Lerbs und Madame Puschkiin, den zwei tollen Punk-trifft-Pop-DJs Dieter Durst und Hannoi und beschließen den Abend mit Tarkan, Sinead O’Connor und Udo Jürgens. Wenige Tage später ist der auch tot, und Helene Fischer singt wieder irgendetwas. Wie eigentlich den ganzen Sommer. Immer wieder Atemlos. Wir wetten, wann die arme Frau ihren Burnout hat. Er wird kommen. So wie der Wahnsinn vor Weihnachten und dann irgendwann die Stille zwischen den Jahren.

Russland beendet das Projekt South Stream. Die „Pille Danach“ wird in Deutschland rezeptfrei. Bodo Ramelow ist erster Linken-Regierungschef in Deutschland. Ein Islamist nimmt in Sydney ein Café in Geiselhaft und wird bei Stürmung getötet. 15.000 Menschen kommen zur PEGIDA-Demo nach Dresden. Zehn Jahre Flutwelle in Asien. Eine Fähre brennt in der Adria. Bei Indonesien verschwindet ein Flugzeug.

Das letzte Kapitel des Jahres endet mit einem Ausblick. Es geht weiter. 2015 wird wieder wildes, unbezähmbares, unvorhersehbares, buntes Leben. Wir freuen uns drauf. Wir freuen uns, das Ganze mit euch zu erleben. Danke. Und die erste Reise als Band geht dann auch gleich hoch zur Ostsee.

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14. Juni 2014 – Wismar – TIKOzigalpa

Wismar 2014

Wir fahren durch die Vorstädte Wismars und suchen nach einem guten Zugang zum Wasser. An einem See liegen alte Ölkanister, und das Schilf piekst bedrohlich. In einer Neubausiedlung sprechen wir eine ältere Frau mit ihrem Hund an. Sie zeigt auf einen kleinen Pfad zum Meer. „Aber Vorsicht, hier sind überall Zecken.“ Wir schauen uns an und müssen lachen. „Ja, schlimm, diese Zecken.“
Wir schmeißen unsere Kleidung in den Sand und gehen – ganz ostdeutsch – nackt in die Ostsee. Und gehen. Und gehen. Und nach hundert Metern geht uns das Wasser immer noch nur bis zu den Knien. Ein Segler fährt vorbei. Wir winken ihm nett zu. Er schaut weg.
Die Haut ist ganz salzig, als wir aus dem Wasser steigen. Die Sonne wärmt angenehm. Costa hat eine Zecke auf dem Rücken, die Egge wegmachen muss. Wir blinzeln noch einmal in die Ferne und steigen dann wieder ins Auto.
Das TIKOzigalpa ist Kino, Hausprojekt, Klub, Veranstaltungsraum, Zuhause.
Wir lesen und spielen ein Konzert.
Dann sitzen wir nachts im Auto. Auf der rechten Seite ist am Horizont das Glühen am Polar zu sehen. Es ist fast die kürzeste Nacht des Jahres. Und wir fahren durch die Nacht. Ruhelos. Unterwegs.

Egge zieht Bilanz: Ein halbes Jahr in Listen (und Costa?)

Achtung Halbzeit:

Zeit innezuhalten und sich an die schönsten Momente des Jahres 2010/2 zu erinnern. Es beginnt harmlos. Die Top-10-Konzerte:

  • Jan Delay in der Color-Line-Arena in Hamburg (mit Bo und Udo als Special-Gäste): Ganz große Nummer mit mehr als 12000 Gästen.
  • Jan Plewka singt Rio Reiser in Oldenburg: Spontan hingefahren und auch wenn mal jede Geste langsam auswendig kennt, immer wieder Gänsehaut. Unvergessliche Nacht.
  • Scorpions in Leipzig Arena und der Tui-Arena in Hannover: Ja gleich zweimal und ja, weils einfach gerockt hat. Keine Balladenband nimmt da Abschied, sondern echte Rock’n’Roller.
  • Dyse im Hamburger Hafenklang: Meine Herren können die Gas geben. Selten so mitgerissen worden.
  • Le Truc im Störtebecker Hamburg: Das Seitenprojekt von Antitainment stellte sich vor und hinterließ 30 Minuten Schredderschneise im Publikum. Wahnsinnige Show.
  • Gladbeck City Bombing in irgendeinem Backstageclub auf der Hamburger Reeperbahn: Sie wickeln sich mit Gaffa ein und behängen sich mit Tape-Bändern und spielen dazu rüden Elektro. Oha, die kriegen den Verrücktenbonus. Sehr geil.
  • Chumbawamba in der hannoverschen Glocksee: Weils einfach schön ist. Die Leute von der Insel haben schon jetzt Songs zum Tod von Maggie Thatcher.
  • Active Minds in der Hamburger Lobusch: Rüder Punk von zwei Urgesteinen des Punk. Und wenn die alten Säcke auch noch ihre Shirts lüften und nur Fett und Schweiß wabert, ists eklig, aber auch irgendwie schön.
  • Images in der hannoverschen Korn: Weil de Genossen mal richtig rocken!
  • Uiuiui auf der WG-Party in Lüneburg: Weils kruder Elektropunk ist und ein gelungenes Seitenprojekt von Naomi Go! Go! Wenn ich mich nicht täusche. Sehr lustig.

Die Top-10-Kultur-Ereignisse:

  • Die Deichkind-Operette im Hamburger Kampnagel: Noch nie habe ich gesehen, wie sich eine erfolgreiche Band so schonungslos ehrlich selbst entzaubert hat. Danke für diesen Abend!
  • „Mohammed TV“ in der hannoverschen Glocksee: Packendes, verstörendes Theaterstück über Ängste und Panik. Großartig!
  • „Auto! Auto!“ im hannoverschen Pavillon: Zwei Percussionisten zertrümmern einen Opel und spielen mit Vorschlaghammer Tschaikowski drauf. Hatte ich noch nicht gesehen und habe nur gelacht.
  • Galerie-Entdeckung für mich: die Hamburger Urban-Art-Galerie „auf halbacht“
  • „Hören 2010“: Was als Eurovision Song Contest für hannoverschen Musikhochschüler gedacht war, entpuppte sich als echte Talentschmiede.
  • Jason Dodge im Künstlerhaus in Hannover: Ja, der Typ hat ne Macke. Er wirft Silberbarren durchs Fenster und nennt das Kunst. Super Ideen.
  • „Nipple Jesus“ in der Cumberlandschen Galerie in Hannover: Weils einfach ein richtig guter, unterhaltsamer und nicht blöder Abend war. Sehr geil.
  • „Anders Festival“ im Hamburger Haus 73: Weil ich zu spät zu diesem sehr schönen Festival kam, gabs nur noch Getränke und tolle Gespräche. Leider waren zu wenige Gäste da, das Programm war der Hammer!
  • Subway to Sally im Capitol Hannover: Weils skurril war und nicht wirklich in die Top-Ten-Konzerte gepasst hätte
  • Sin Nombre: Weil zumindest ein Kinofilm in dieser Rubrik auftauchen sollte.

Die Top-10 der skurrilen Ereignisse:

  • „Zeiten ändern dich“-Vorabpremiere in Hamburg: Gott, Bushido!
  • Das „Supertalent“ in der hannoverschen AWD-Hall: Sorry, Carlotta
  • Karneval in Hannover: Alaaf!
  • Ben Becker liest in der hannoverschen AWD-Hall die Bibel: Gott!
  • De Höhner im hannoverschen Aegi: Kölsches Schunkelchaos an der Leine
  • Das Theatererlebnis des Graffitimuseum in der Cumberlandschen: war leider keins.
  • Corvus Corvan oder so im Musikzentrum Hannover: Mittelalterlangeweile mit hübschem Drummer.
  • Schiffrundfahrt an der Autostadt Wolfsburg: Bitte!
  • Der Beatpoeten-Auftritt in Lüneburg, als ein DJ uns von der Bühne drängen wollte
  • Die Wailers im Musikzentrum – ganz düster

Die Top-10-Geschichten für die Zeitung

  • Die Lena Meyer-Landrut-Geschichte: Weils mich nach Köln und Oslo gebracht hat, weil ich ein wenig zuschauen durfte, wie Stars geboren und gemacht werden, weils traurig macht und ein wenig auf einen selbst zurückwirft. Die wichtigste Frage für mich: Warum brauchen wir eine Lena? Welche Bedürfnisse spricht sie an, was projizieren wir alles in sie hinein, wie soll sie alle Wünsche befriedigen? Und warum nehmen wir uns nicht einfach, was wir in ihr vielleicht suchen? Darum Platz eins.
  • Wetten, dass..?: Weils für mich Anlass war, über den neuen Samstagabend-Moderator nachzudenken. Wird Raab der neue Gottschalk und was heißt das? Spannend.
  • John-Raabe-Porträt: spannender Mensch, der Enkel vom Schindler in China. Film mit Tukur schauen und dann mal den Raabe-Enkel im Netz googeln. Sehr interessant.
  • Die Cyril-Krueger-schaut-zurück-Geschichte: Der Mucker schaut auf die drei Monate „Unser Star für Oslo“ zurück und reflektiert den ganzen Hype um Castingshow, die TV-Auftritte und die Werbemühle.
  • DJ-Bobo-Interview: Weil der Typ seit vier Jahren für die UN-Hungerhilfe malocht und gern im Iran spielen würde – die Jugend stehe dort auf ihn. Er verpackt seine Botschaften („respect yourself“) in den Lieder und ist selbst angepisst, dass er immer nur als Gute-Laune-Bobo wahrgenommen wird.
  • Jeanette-Biedermann-Interview: Weil sie eine Stunde darüber reden kann, dass sie wirklich macht was sie will. Und dann gabs eine persönliche Geschichte und sie sagt die Tour ab. Interview erschien nicht.
  • Die vielen kleinen Begegnungen, die einen mehr prägen als man anfänglich denkt: der Tänzer und Choreograph Felix Landerer, Tobias Schlegl, Wüstenforscher Michael Martin, Schauspieler Kai Wiesinger und Autor Wolfgang Hohlbein.
  • Rio Reiser soll umgebettet werden! Die Möbius-Brüder haben keine Kohle mehr für Fresenhagen, also soll der Ton Steine Scherben-Hof verkauft werden. Weil Rio mit Ausnahmegenehmigung im Boden liegt, müsste er bei Verkauf raus! Wahnsinn!
  • Für den 7.-Tag hab ich die Geschichte der Drückerstuben aufgeschrieben, habe mit Abhängigen gesprochen, mir Druckstuben angeschaut und mit den politischen Kämpfern dafür geredet. Wahnsinnig interessant. In Hamburg sind noch heute Spritzenautomaten verboten, obwohl es viele Leute vor Infektionen schützen könnte. Schill hatte die damals verboten. Mittlerweile regiert in HH schwarzgrün. Keine Änderung.
  • Ich durfte über die Peter-Lorenz-Entführung genauso schwadronieren, wie über die Bierkrawalle im Vormärz, Pacman und Deep Throat. Ich mag die Rückspiegel-Rubrik. Danke für jede Rückmeldung von Euch zu meinem Broterwerb!

Einfach 10 Dinge, die ich gelernt oder die mich bewegt haben – die Reihenfolge entspricht dem Zufall

  • Ich habe einen Steuerberater
  • Ich kann Mexikaner trinken ohne zu kotzen
  • Die Ostsee lässt mich nicht los. Ich muss da oben dringend was klären. Solange findet ihr mich dort, immer wenn ihr lange nichts von mir gehört habt
  • Reality Bites wird immer mehr und mehr zu meinem Lieblingsfilm
  • Es ist höllisch schwer über Freunde und Bekannte zu schreiben. Sorry Enzo. Ich mach sowas in Zukunft einfach nicht mehr.
  • Es ist großartig, gute Freunde zu haben – auch wenn man manche sehr selten trifft. Danke! Und danke dir, Herr Costa!!
  • Die schönsten Dinge 2010: Wunderkerzen, Sonne und Hotelfrühstück
  • Es ist wirklich so, dass das Leben funktioniert wie ein komliziertes Stück Kunst. Manchmal reicht ein Schritt zurück, um den Maßstab zu verändern. Und dann zählt nur das Bauchgefühl.
  • Es macht Spaß zu Hause zu sein, wie es Spaß macht, unterwegs zu sein. Und ich mag Hamburg.
  • Manchmal ist weniger mehr.

Die Top-10 der Eggeauftritte – ohne zwingende Reihenfolge

  • Ich schreib einfach mal pauschal alle Slams mit Henning in der Faust. Weils einfach auch nach sechs Jahren Spaß macht. Auch wenn wir viel lästern, wir mögen die Auftretenden wie die Zuschauer. Es bleibt eine Leidenschaft bei aller Routine. Gilt auch für Bad Münder und Celle.
  • Einziger Ausnahmeslam: die Nummer in der Oper Hannover. Vor 1200 Leuten moderieren ist schon geil.
  • Und noch ein Slam: diesmal Jena. Weils ne Ausnahme war, aber für Martin und die DB-Schlafwagen mach ich immer wieder eine. Das gilt auch für den Slam von Felix Römer in Kassel.
  • Die Moderation vom Projekt „Yes, we can“ – eine Podiumsdiskussion mit ner Menge Politiker zum Thema Integration
  • Die Moderation der Reihe Cinema Global zum Thema Graswurzeljournalismus mit Graswurzel.tv und Kanak.tv. Sehr spannend.
  • Die Moderation vom ZiSH-Schreibwettbewerb. Weils mir tatsächlich immer noch Spaß macht.
  • Die Lesung in der Hinterbühne in Hannovers Südstadt. Sehr intim.
  • Die Lesung beim Kulturkiosk. Thema: Lena & ich. Das war wirklich schön und hat mich ziemlich berührt.
  • Die Moderation des 1. Mai-Fest bei Faust in Hannover. Immer wieder schön. Bühnenanarchos tanzen zu Pipi Langstrumpf. Das findet nicht jeder gut.
  • Die Moderation des Autofreien Sonntag in Hannover. Boh, macht das Laune!

Soweit. Die Auftritte der Beatpoeten machen wir mal extra.
Danke für das erste halbe Jahr!
Danke Euch!!