03. November 2012 – Berlin – tazpresso

„So wenn ihr nicht ruhig seid, müssen wir weinen.“ Eigentlich würde jetzt die Vorstellung der neuen taz-Berlin-Seiten anfangen. Doch die Gäste, die an diesem Freitagabend in das Café im taz-Gebäude gekommen sind, haben eher Lust, sich über Aktuelles auszutauschen.
„Wir sind drei Lesende, zwei Frauen und ein Mann. Und damit ihr jetzt ein wenig besser reinkommt, fängt der Mann an. Der hat ja auch eine stärkere Stimme!“
Alle lachen, dann ist es schlagartig still.
Eine Frau kommt, nimmt sich eines der Mikrofone. „Wenn so etwas in dieser Zeitung funktioniert, ist es nicht meine.“
Es war ein schöner Abend. Vielen Dank an J. und J.

Werbeanzeigen

Presseschau zwölf/zwanzigelf

Rückseiten beachten!
Ein Interview im Freitag mit drei Kunstimitatoren. Geile Typen!

„Von wegen Körper kaputt, Leben kaputt“
Bei jetzt.de erzählen die Querschnittsgelähmten Aleks und Jule über ihren Alltag.

Über das Spektakuläre an „Spiegel Online“
Eine bittere, ironische Analyse im Titanic über Deutschlands liebstes Online-Leitmedium.

Solar Sinter
Unser Londoner Freund Markus Kayer präsentiert auf seinem Blog eine solarbetriebene Maschine, mit der man aus Sand Dinge „drucken“ kann.

Hyper Hyper, wird im Hyper
Die Zeit über das Scooter-Konzert im Stadion des Hamburger SV.

Hauptsächliche Nebensache
Unser Freund Deniz Utlu im Freitag über das Wort „Migrationshintergrund“.

Pakt mit dem Panda
Eine Fernsehreportage vom WDR über die selbst ernannten Naturschützer WWF.

21. Juni 2010 – Hannover – Fête de la Musique

(Fotos von Felix Nölle / NerdRockerZ Vielen Dank!)

Als ich 18 war gab es nur eine Art von Open-Air-Feten in der Stadt: Solche mit viel Volksmusik, viel billigem 90er-Techno und mit viel Würsten und Bierständen. Heutzutage haben die 18-Jährigen nicht nur einen viel besseren Geschmack und wissen, was sie anziehen sollen, sie haben auch mehr Möglichkeiten, draußen zu feiern und das bei guter Musik. Die Fête de la Musique ist so ein Anlass, bei dem Tausende in die Städte strömen und Bands anschauen, tanzen, mitsingen und sich einfach über den 21. Juni, dem längsten Tag im Jahr, freuen.

Wir sind eingeladen worden, auf der Fête in Hannover zu spielen. Genauer gesagt, hat uns Hanns eingeladen. Hanns ist das wohl charmanteste Mitnehm-Magazin der Stadt. Toll designt, voller interessanter Geschichten und unverzichtbar im Stadtbild. Die Arbeit wird von Studenten der Fachhochschule Hannover gemacht, alles ehrenamtlich und ohne Aussicht auf die Millionen.

Die Hännser hatten ihre Bühne direkt zwischen Historischem Museum und Leibnizhaus, mitten in der Altstadt Hannovers. Dort steht auch der Leibnizbrunnen. Wenn man den Ring am Brunnen einmal komplett rumdreht, kann man sich etwas wünschen. Costa hat’s auch versucht, wurde aber von einem baggyhosentragenden Gesellen mit den Worten „Wenn du da dran drehst, stirbst du in einem Jahr“ begrüsst.

Der Auftritt war trotzdem ein wahrer Genuss. Mit Stagediven, Fangesängen und Bierdusche. Und das alles ohne Fussball. Die gesamte Fête war ebenfalls eine super Sache. Überall entspannte Menschen, viele tolle Musiker und einen Abschluss-Rave am Hohen Ufer. Bei der ganzen Eventisierung und dem Public-Viewing-Zwang war das eine tolle Abwechslung. Ob die Stadt überhaut gemerkt hat, wie viel Werbung sie durch so eine friedliche Veranstaltung bekommt, bei so geringen Ausgaben? Oder sind Schützenfest und Oktoberfest immer noch wichtiger, als Menschen, denen es vorwiegend um Musik geht, eine Party zu ermöglichen. Auch wenn sie allzu stylisch aussehen…