21. September 2012 – Hannover – Maximal

Für viele Jahre war Costa so etwas wie ein Anheizer einer Elektropartyreihe. Mit MAXIMAL erlebte er viele tolle Abende. Am 21. September feiert die Partyreihe nun ihre letzte Fete. Aus diesem Grund schreibt der Kollege Info mal seine Sicht auf die vergangenen fünf Jahre auf. Danke für alles, Jungs!

5 JAHRE MAXIMAL – DAS FINALE: Hinter uns liegt vieles und viel schönes, soviel ist sicher. Hannover wurde nachhaltig geprägt, auch das ist etwas, was bleibt. Als wir uns vor fünf Jahren in einem kleinen Keller unter dem Apollo Kino zur Maximal Gang (gestartet mit Rowe, Info, Jizzo, Jaylan und Costa, später geschrumpft auf Rowe, Info und Jizzo) zusammen fanden, um einen Abend nach unseren musikalischen Vorstellungen zu gestalten, konnte noch keiner ahnen, wo die Reise hingehen würde.

Nun feiert Maximal seinen fünften Geburtstag und wird gleichzeitig als Partyreihe eingestellt. Von vielen gefeiert, von einigen gehasst, jeder in Hannover kennt Maximal: Sei es durch das „neue“ Hannover-Logo, welches im Design bekanntermaßen von einem Maximal-Stammgast ausführend beeinflusst wurde und verblüffende Ähnlichkeit mit dem „alten“ Maximal-Logo hat oder durch Lena Meyer-Landrut, die auf der Pressekonferenz nach ihrem Sieg in Oslo 2010 hysterisch „Maximal, Maximal“ rief, nachdem sie einen Hannoveraner Journalisten (Danke, Egge!) mit einem Maximal-Shirt im Publikum entdeckt hatte.

Aber nicht nur Lena war Dauergast bei uns: 2008 in die Faust gewechselt, wurde dort im Jahre 2009 von Maximal mit rund 1500 Gästen der All-Time-Besucherrekord einer Partyreihe im Kulturzentrum Faust aufgestellt. Die Aufmerksamkeit war da, und quer durch alle Schichten, alle Stadtteile und alle Befindlichkeiten kamen die Massen… Maximal wurde zum Massenphänomen einer Generation: Mit regelmäßig über 1200 Besuchern sorgte Maximal im wohligen Umfeld von ebenfalls sehr gut laufenden Partyreihen wie Treibgut, Linden Love, Remmi Demmi oder WTF Panda Club für einen erneuten Aufschwung des Kulturzentrums Faust und die Abwendung der Insolvenz. Maximal war schlicht Hype! (Liebe Lindener, wir entschuldigen uns übrigens hiermit offiziell für den gewachsenen „Publikumsverkehr„…)

Apropos: Wenn man zeitweilig über die Limmerstraße ging, sah man das Maximal-Logo permanent auf einem der beliebten Maximal-Shirts. Von diesen wurden über die Jahre zum Selbstkostenpreis rund 300 Stück verkauft und erfreuten sich solcher Beliebtheit, dass zum zweijährigen Geburtstag von der Hannoveraner Klamottenschmiede Dauerfeuer eine Sonderedition angefertigt wurde.

Besonders war vieles an Maximal: so wurde im Zeitraum ab 2008 die Partyreihe zuerst zweimonatlich, später dann monatlich im Kulturzentrum Faust veranstaltet und fand parallel dazu auch alle zwei Monate im Café Glocksee statt, bis sie dann 2010 dort aufgrund von nicht mehr handhabbarem Andrangs wieder eingestellt wurde. In den beiden größten alternativen Zentren namentlich dieselbe Party feiern: Dieser Erfolg blieb auch Veranstaltern in anderen Städten nicht verborgen, wodurch die Maximal Gang u.a. nach Berlin, Dortmund, Kiel, Lüneburg, Bremen oder Darmstadt zum Auflegen eingeladen wurde. In Stuttgart legten wir 2008 bei der ersten und heutzutage fest etablierten „Stuttgart Kaputtraven“-Partyreihe auf, die auch heute noch einen maßgeblichen Einfluss auf die Verbreitung der damals so betitelten Rave-Musik in Süddeutschland hat.

Auch in Hannover wurde der Begriff Rave nach langen Jahren der Abwesenheit durch Maximal wieder geprägt und auch in Hannover durfte Maximal auf Reisen gehen: so wurde ab 2009 jedes Jahr eine Bühne zur Fête de la Musique organisiert und auch jährlich die offizielle Aftershowparty des BootBooHook-Festivals bespielt. In dieser Zeit wurde die Kulturbühne des Fährmannsfests geentert oder im Rahmen der Limmer Volksbad-Partys ausgiebig geplanscht.

All das wurde natürlich ausführlich per Foto durch Kevin Münkel und per Video durch die Maximal Gang dokumentiert, welche im Internet einsehbar waren und wodurch Maximal in seiner Aussendarstellung (besonders durch seine Präsenz im Internet) eine der auffälligsten Veranstaltungen in Hannover war. Auf den Veranstaltungen selber sorgten Les Petits und Createdbymonkeys für ausgefeilte Visuals, welche auf ein übergroßes aus Styropor bestehendes Maximal-Logo projiziert wurden – neben einem 3×4 Meter großen Maximal-Banner eines der prägenden visuellen Elemente vor Ort. Ausgefeilt war natürlich auch das Design, welches vom Leipziger HGB-Studenten Paul Spehr in Form von künstlerischen Flyern und massiven Logo-Plakaten in der Stadt präsentiert wurde.

Neben Berichten in allen großen Zeitungen und Magazinen war für die extreme Präsenz von Maximal bei den Fans auch besonders die Nutzung von sozialen Netzwerken verantwortlich. So wurde von Maximal als erster Partyreihe intensiv MySpace genutzt (als das noch jemand nutzte). Später wurde Facebook durch Maximal übernommen, wo über ein Freundesprofil der Maximal Gang rund 5000 Gleichgesinnte angehäuft wurden, die nun regelmäßig auf dem laufenden blieben. Man könnte damit Maximal auch als die erste Facebookparty in Hannover bezeichnen…

Aber auch viele Acts hatten ihr erstes Mal bei Maximal: so hatten BeatAuCue aus Frankreich, Sharkslayer aus Finnland, Hot City aus England oder Toomy Disco aus Argentinien bei Maximal ihren ersten Auftritt in Deutschland, kurz bevor sie international bekannt wurden.

Zu Maximal wurden generell viele innovative DJ-Gäste und Live-Acts gebucht: Schlachthofbronx, Riton von Carte Blanche, Dirty Disco Youth, Daniel Haaksman, CLP, Hickup, So Shifty, Audionite, Tagteam Terror oder Pwndtiac, sie alle waren Gast bei Maximal und brachten Hannover neue musikalische Spielarten nahe.

So wie es die Maximal Gang von Anfang an getan hat: die maximale musikalische Bandbreite zu spielen und davon die volle Breitseite. Musikalische Subgenres wie Baltimore Club, Baile Funk, Midget, Fidget, Kwaito, Kuduro, Juke, Dubstep, Post-Dubstep, Dutch House oder Moombahton konnten als erstes in Hannover bei Maximal, natürlich auch unterstützt von den Bookings, gehört werden. Nicht zuletzt haben wir seit jeher als Start in den Abend Genres wie Nu Disco sowie zu späterer Stunde techigen House gespielt, als andere Partyreihen, die heute diesen Bereich bespielen, musikalisch noch ganz woanders waren.

Gehört wurde in den ersten Jahren bei Maximal auch die Stimme von Costa von den Beatpoeten, der als Host des Abends die feiernde Menge durch immer neue Anfeuerungen durch das Mikrofon gepaart mit seinem Spiel an elektronischen Hardwaregeräten zu immer wilder werdenden Tanzeskapaden antrieb. Das Call & Response-Prinzip war in dieser Form einzigartig in Hannover und die neue Form des ausgelassenen, fast pogo-artigen Feierns schon bald legendär. (Anmerkung Costa: Ich habe mir viel bei den Fangesängen von Hannover 96 abgeschaut.)

Maximal bot aber nicht nur in der Faust 60er-Jahre-Halle einem internationalen DJ-Jetset eine große Präsentationsfläche zum Steilgehen, auch nebenan im Mephisto spielten rund 40 verschiedene nationale und lokale DJs aus den Bereichen Indierock, Disco und Electronica. Seit 2011 nun wurde im Mephisto befreundeten DJs die Plattform gegeben eigene Partyreihen aufzuziehen, die auch nach dem Ende von Maximal weiterhin stattfinden werden: zum einen Paradisco mit Les Loups, zum anderen Twin Set mit Nicki Noise & Maupka.

Nun denn, unsere Musikgeschmäcker differenzierten sich weiter aus, sowohl unsere Perspektive auf Partys als auch die vom Publikum veränderte sich, der Hype verschwand, die Wohnorte und Lebensmittelpunkte verschoben sich und so kommt es, dass irgendwann eine Partyreihe ihr Ende findet. Und irgendwie dadurch auch für immer bleiben wird.

Es ist alles gesagt, wir freuen uns auf die letzte Maximal. Hallo und auf Wiedersehen.

Eure Maximal Gang

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13. Mai 2011 – Beatpoeten treffen: die Lena

Was war das für ein verrücktes Jahr, dieses 2010. Die Deutschen spielen wieder Fußball, die Loveparade wird zur Tragödie und diese Beatpoeten spielen auf der Fusion. War da noch was? Ja! Eine 18-Jährige IGS-Schülerin stolpert über eine Raab-Castingshow in den „Eurovision Song Contest“ und verzaubert erst Deutschland und dann Europa. Lena heißt diese Frau, die so ganz anders ist als die letzte ESC-Gewinnerin namens Nicole. Deutschland kann auch cool, heißt es in den Kulturzirkeln. Na dann.

Es folgen Alben, Preise und eine Tour durch riesige Hallen. Die Kritiker hauen drauf, als das dynamische Duo Lena-Raab verkündet, es noch einmal zu versuchen. Es wird ein Lieder-Contest bestellt, alle dürfen mitwählen und suchen sich einen düsteren Elektrosong raus. Wir sind begeistert. Egge bricht mit dem Zeitungskollegen und ESC-Experten Imre Grimm nach Düsseldorf auf. Sie waren schon in Oslo zusammen, kann nur gut werden.

Ein Vormittag am Luxushotel, zwei Tage vor der Finalshow in der Düsseldorfer Arena. Ein Typ im schmucken Anzug lässt sich vorm neuen Hyatt am Hafen aufwendig fotografieren. Hinter ihm bastelt ein Bauarbeiter mittels Presslufthammer an einer Treppe rum. Ganz schön laut für so viel Sterne. Die Polizei hat den Eingang im Blick, ein Paparazzo auch. In der Lobby hängen ein paar Journalisten rum. ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber kommt und begrüßt alle mit Namen. Nicht schlecht.

Kollege Imre Grimm ist auch schon da. Es ist kurz vor zwölf. Statt uns anzumelden, wollen wir in den achten Stock fahren, merken aber, dass man im Luxushotel nicht einfach Fahrstuhl fahren kann – man muss vorher zur Rezeption. „Man fühlt sich ein wenig wie vom Land“, sagt Imre. Stimmt. Brainpool schickt uns Hilfe, lotst uns in das Hotelzimmer einer der Backgroundsängerinnen von Lena, ja, die mit den Rodelanzügen. Wir sollen warten. Machen wa. Nach zehn Minuten hören wir ein bekanntes Lachen.

Na, alles wie neulich? Oder was ist anders als in Oslo? Innerlich und äußerlich?
Äußerlich: längere Haare und mehr Schminke. Und innerlich? Da
stresst es mich ein bisschen, dass so viel deutsche Presse hier ist. Bei vielen von denen habe ich das Gefühl, dass nichts einfach mal cool sein kann. Heute hat eine Zeitung geschrieben, dass ich bei unserer Party neulich auf dem Rheinschiff total nölig war, mit keinem gesprochen habe und dann auch noch heulend das Boot verlassen habe.

Das stimmt nicht. Wir waren da.
Das ist so schade. Ich bemühe mich echt. Und trotzdem glauben viele Leute natürlich, was da in den Zeitungen steht. Da stehe ich zum Beispiel auf diesem Boot, und der Franzose singt, und ein Sänger von Blue kommt neben mich, und ich sage zu ihm: „Ach, ist das schön, und so ergreifend! Guck mal, ich habe Gänsehaut.“ Und sofort drehen sich alle Kameras zu uns um und schießen drauflos. Und ich sage: „Vielleicht, ganz eventuell, sind wir morgen verheiratet.“ Ich nehme das alles mittlerweile mit Humor. Es geht nicht anders.

Viele verstehen dich nicht?
Es ist lustig. Gestern habe ich einem Journalisten erzählt, dass ich einen Hund bekomme, der soll Fuzzi heißen. Und dann hat er gefragt: „Datest du jemanden zur Zeit?“, und ich habe ihm erzählt, dass er jetzt der Erste sein wird, der das erfährt: Ich bin seit eineinhalb Jahren total glücklich vergeben. Das ist die Wahrheit. Und was steht am nächsten Morgen in der Zeitung? „Lenas Hund soll Fuzzi heißen“.

Schnitt. Mal ein Satz zu dieser Lena, die uns da gerade erzählt, dass sie seit eineinhalb Jahren vergeben ist. Sie sitzt da auf dem Hotelbett ihrer Tänzerin und redet einfach drauf los. Es scheint ihr unendlich wichtig, wie sie gerade wahrgenommen wird. Dazu muss man wissen, dass der Spiegel und andere Medien gerade in den letzten Wochen genüsslich auf Lena rumgehauen haben. Die Annekdote mit dem Hund haben wir später im Focus gefunden, muss aber nicht die Urquelle sein. Die Geschichte mit der heulende Lena war in der Bild zu lesen. Das ist besonders spannend, denn nach unserem Wissen war die Bild nämlich gar nicht zu diesem Pressetermin eingeladen. Und tatsächlich, einen Tag nach dem Bildbericht heißt es im Kölner Express. Lena soll sich nicht gerade gastfreundlich aufgeführt haben und es sollen Tränen geflossen sein. Leider Quatsch, der abgeschrieben nicht besser wird. Aber ein unrühmlicher Hinweis auf das Pressegebaren dieser Tage.

Hast du hohe Erwartungen an dich selbst hier in Düsseldorf?
Ja. Ich will auf jeden Fall zufrieden mit mir sein. Die erste Probe fand ich schon gut, die zweite dann noch besser. Nur dieses schwarze Haarteil am Kopf musste weg, das ging gar nicht.

Bist du ehrgeiziger oder Stefan Raab?
Stefan!

Du bist hier ganz ohne ihn unterwegs, hast auch deine Pressekonferenz allein absolviert. Hast du dich von ihm emanzipiert?
Er gehört als Moderator ja nicht mit zur Delegation. Ich bin aber weiterhin der Meinung, dass Stefan und ich ein gutes Team sind. Alleine ist es natürlich anstrengender, aber dafür rede ich die ganze Zeit!

Du bist ja auch Gastgeberin hier. Was bedeutet das für dich?
Mir ist wichtig, dass die anderen Delegationen mit einem guten Gefühl wegfahren. Ich fänd’s super, wenn die Deutschen über den ESC ein bisschen mit Nettigkeit und Höflichkeit assoziiert werden würden. Das war in Norwegen so toll.

Kleine Bilanz deiner Livetour: Neun Städte, 70 000 Zuschauer. Wie wichtig war das für dich: zu erleben, dass du das kannst?
Es war so wichtig. Ich hab das Gefühl, ich bin so krass daran gewachsen. Ich habe so viel gelernt und aufgesogen. Die Tour war einfach geil. Wir waren alle so traurig, als es vorbei war, wir waren gerade erst so richtig im Groove miteinander. Es war eine verrückte Truppe, alle total unterschiedlich: vier russische Streicherinnen, meine Band als Mittvierziger-Männertruppe, dazu die Backgroundsängerinnen und ich, dann hatten wir vier afroamerikanische Tänzerinnen…

Wenn es so schön war: Gibt es Pläne für eine neue Tour?
Ja, die gibt es. Wir denken darüber nach, gegen Ende dieses Jahres auf eine Akustik-Tour gehen. Mit einer kleineren Truppe, aber mit ein paar mehr Konzerten. Ist aber noch nichts gebucht.

Schnitt! Lena hat uns gerade verraten, dass sie eine weitere Tour plant. Das ist natürlich noch nicht offiziell und die Brainpool-Kollegin wird nachher checken müssen, ob wir das schon schreiben dürfen. Wir dürfen. Imre denkt laut über das Capitol nach, Egge überlegt wieviel Leute in die Faust passen. Lena erinnert sich an das Bonaparte-Konzert beim Boot-Boo-Hook 2009. Egge war damals auch da, es war eine einzige Sauna. Schon komisch, da sitzt man da, ein paar Momente vor dem ESC-Finale mit 120 Millionen Zuschauern, ein Wettbewerb, der Lenas Leben verändert hat, und erinnert sich an Schweißschlachten in der heimischen Faust. Kleine große Welt.

Die Teilnehmer, aber auch die Besucher beim ESC sind deutlich jünger geworden, seit du gewonnen hast. Wie fühlt sich das an, wenn man einen so traditionsreichen Wettbewerb mit 120 Millionen Fernsehzuschauern verändert hat?
Geil. Ich finde Veränderung immer erst mal nicht so schlecht.

Könnte man nicht den Bundesvision Song Contest, den Raab einst als Gegenentwurf zum ESC erfunden hat, einfach zum offiziellen deutschen Vorentscheid umdeklarieren?
Stimmt. Wieso ist da noch keiner drauf gekommen?

Wen würdest du denn selbst gerne mal für Deutschland beim ESC sehen?
Dendemann (lacht). Oder Samy Deluxe.

Okay, Dendemann finden wir großartig. Und Egge hat tatsächlich die Vision, dass der Bundesvision Song Contest einmal die wirklich besten Popbands in die Wettbewerbe schickt. Schließlich spielt schon jetzt Jan Delay im Rahmenprogramm, die Steel Drummer von Peter Fox sind auch in Düsseldorf, Zeit für Seeed und Dendemann beim ESC. Imre ist klug und erinnert sich. Haben da nicht auch Subway to Sally und Oomph! gewonnen? Stimmt. Naja, war so ne Idee…

Nicole singt gerade beim „Airport Grand Prix“ hier in Düsseldorf. In 20, 30 Jahren bist du selbst „die ehemalige ESC-Siegerin Lena“. Würdest du auch auf irgendwelchen Schlagerbooten auftreten. Oder beim Airport Grand Prix?
Erst mal würde ich schreien: „Nein, nein!“ Wie in so ’nem Albtraum: „Neeeein…!“

Am Montag ist der ESC Vergangenheit. Was passiert dann mit dir?
Ich werde mich zwei bis drei Monate ausruhen. Ich will jetzt erst mal zu Hause sitzen und überlegen: Wer bin ich, was ist mein Leben, was will ich? Wo stehe ich? Was möchte ich in drei bis vier Jahren machen? Und darüber möchte ich jetzt erst mal ein bisschen nachdenken.

Was denkst du: Wo wärst du heute, wenn du bei „Unser Star für Oslo“ nicht gewonnen hättest?
Vielleicht an der Schauspielschule in Berlin. Vielleicht würde ich aber auch studieren. Philosophie und Theologie interessieren mich total, einfach von den Themen her. Ernsthaft.

Das würde an deine Erfahrungen mit Taizé anschließen.
Richtig. Aber was ich auch cool fände, wären Sprachwissenschaften, Spracherziehung oder so. Ich werde das in Ruhe überlegen.

Egge denkt, was der Imre immer weiß. Theologie wusste er schon. Und Taizé kann er auch richtig aussprechen. Mh. Die Brainpool-Kollegin schaut auf die Uhr. Gleich vorbei. Statt 15 Minuten bekommen wir am Ende 25 Minuten. Dankeschön. Letzte Frage.

Was meinst du: Könntest du dir nicht eine Menge medialen Gegenwind ersparen, wenn du ein bisschen mehr von deiner Verletzlichkeit zeigen würdest?
(leise) Das mache ich total oft. Das schreibt nur einfach keiner. Ich sage das dauernd. Ich weiß nicht, warum man das ignoriert. Ich glaube inzwischen, dass die Leute das Bild der heilen Welt einfach brauchen, um es dann zerstören zu können.

Dann drehen wir noch schnell ein Video mit ihr und singen „Boom, Boom, Chucka, Chucka“ und zack, ist Lena wieder weg. Als wäre nichts passiert. Schon ein komischer Job, Star zu sein, denken wir. Leicht ist das nicht. Dann suchen wir den Ausgang, die Parkgarage und kämpfen mit dem Kassenautomat und machen uns – wie Lena – an die Arbeit.

Das Video als externer Link:

http://www.haz.de/Mediathek/Videos?bcpid=1896788706&bckey=AQ~~,AAAAAGL7LqY~,A_bzXHNK60u8qsFlh_kUwvAQQ2ryTo7N&bclid=1704115725&bctid=941236722001


Danke an Imre an dieser Stelle, dass wir das Interview auch hier reinstellen können. Und beste Grüße an Mutti HAZ.

23. September 2010 – In den Suchmaschinen

Eine Auswahl der Suchbegriffe, mit denen dieser Blog auf bekannten Suchmaschinen gefunden wurde:

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Wird weitergeführt

Egge zieht Bilanz: Ein halbes Jahr in Listen (und Costa?)

Achtung Halbzeit:

Zeit innezuhalten und sich an die schönsten Momente des Jahres 2010/2 zu erinnern. Es beginnt harmlos. Die Top-10-Konzerte:

  • Jan Delay in der Color-Line-Arena in Hamburg (mit Bo und Udo als Special-Gäste): Ganz große Nummer mit mehr als 12000 Gästen.
  • Jan Plewka singt Rio Reiser in Oldenburg: Spontan hingefahren und auch wenn mal jede Geste langsam auswendig kennt, immer wieder Gänsehaut. Unvergessliche Nacht.
  • Scorpions in Leipzig Arena und der Tui-Arena in Hannover: Ja gleich zweimal und ja, weils einfach gerockt hat. Keine Balladenband nimmt da Abschied, sondern echte Rock’n’Roller.
  • Dyse im Hamburger Hafenklang: Meine Herren können die Gas geben. Selten so mitgerissen worden.
  • Le Truc im Störtebecker Hamburg: Das Seitenprojekt von Antitainment stellte sich vor und hinterließ 30 Minuten Schredderschneise im Publikum. Wahnsinnige Show.
  • Gladbeck City Bombing in irgendeinem Backstageclub auf der Hamburger Reeperbahn: Sie wickeln sich mit Gaffa ein und behängen sich mit Tape-Bändern und spielen dazu rüden Elektro. Oha, die kriegen den Verrücktenbonus. Sehr geil.
  • Chumbawamba in der hannoverschen Glocksee: Weils einfach schön ist. Die Leute von der Insel haben schon jetzt Songs zum Tod von Maggie Thatcher.
  • Active Minds in der Hamburger Lobusch: Rüder Punk von zwei Urgesteinen des Punk. Und wenn die alten Säcke auch noch ihre Shirts lüften und nur Fett und Schweiß wabert, ists eklig, aber auch irgendwie schön.
  • Images in der hannoverschen Korn: Weil de Genossen mal richtig rocken!
  • Uiuiui auf der WG-Party in Lüneburg: Weils kruder Elektropunk ist und ein gelungenes Seitenprojekt von Naomi Go! Go! Wenn ich mich nicht täusche. Sehr lustig.

Die Top-10-Kultur-Ereignisse:

  • Die Deichkind-Operette im Hamburger Kampnagel: Noch nie habe ich gesehen, wie sich eine erfolgreiche Band so schonungslos ehrlich selbst entzaubert hat. Danke für diesen Abend!
  • „Mohammed TV“ in der hannoverschen Glocksee: Packendes, verstörendes Theaterstück über Ängste und Panik. Großartig!
  • „Auto! Auto!“ im hannoverschen Pavillon: Zwei Percussionisten zertrümmern einen Opel und spielen mit Vorschlaghammer Tschaikowski drauf. Hatte ich noch nicht gesehen und habe nur gelacht.
  • Galerie-Entdeckung für mich: die Hamburger Urban-Art-Galerie „auf halbacht“
  • „Hören 2010“: Was als Eurovision Song Contest für hannoverschen Musikhochschüler gedacht war, entpuppte sich als echte Talentschmiede.
  • Jason Dodge im Künstlerhaus in Hannover: Ja, der Typ hat ne Macke. Er wirft Silberbarren durchs Fenster und nennt das Kunst. Super Ideen.
  • „Nipple Jesus“ in der Cumberlandschen Galerie in Hannover: Weils einfach ein richtig guter, unterhaltsamer und nicht blöder Abend war. Sehr geil.
  • „Anders Festival“ im Hamburger Haus 73: Weil ich zu spät zu diesem sehr schönen Festival kam, gabs nur noch Getränke und tolle Gespräche. Leider waren zu wenige Gäste da, das Programm war der Hammer!
  • Subway to Sally im Capitol Hannover: Weils skurril war und nicht wirklich in die Top-Ten-Konzerte gepasst hätte
  • Sin Nombre: Weil zumindest ein Kinofilm in dieser Rubrik auftauchen sollte.

Die Top-10 der skurrilen Ereignisse:

  • „Zeiten ändern dich“-Vorabpremiere in Hamburg: Gott, Bushido!
  • Das „Supertalent“ in der hannoverschen AWD-Hall: Sorry, Carlotta
  • Karneval in Hannover: Alaaf!
  • Ben Becker liest in der hannoverschen AWD-Hall die Bibel: Gott!
  • De Höhner im hannoverschen Aegi: Kölsches Schunkelchaos an der Leine
  • Das Theatererlebnis des Graffitimuseum in der Cumberlandschen: war leider keins.
  • Corvus Corvan oder so im Musikzentrum Hannover: Mittelalterlangeweile mit hübschem Drummer.
  • Schiffrundfahrt an der Autostadt Wolfsburg: Bitte!
  • Der Beatpoeten-Auftritt in Lüneburg, als ein DJ uns von der Bühne drängen wollte
  • Die Wailers im Musikzentrum – ganz düster

Die Top-10-Geschichten für die Zeitung

  • Die Lena Meyer-Landrut-Geschichte: Weils mich nach Köln und Oslo gebracht hat, weil ich ein wenig zuschauen durfte, wie Stars geboren und gemacht werden, weils traurig macht und ein wenig auf einen selbst zurückwirft. Die wichtigste Frage für mich: Warum brauchen wir eine Lena? Welche Bedürfnisse spricht sie an, was projizieren wir alles in sie hinein, wie soll sie alle Wünsche befriedigen? Und warum nehmen wir uns nicht einfach, was wir in ihr vielleicht suchen? Darum Platz eins.
  • Wetten, dass..?: Weils für mich Anlass war, über den neuen Samstagabend-Moderator nachzudenken. Wird Raab der neue Gottschalk und was heißt das? Spannend.
  • John-Raabe-Porträt: spannender Mensch, der Enkel vom Schindler in China. Film mit Tukur schauen und dann mal den Raabe-Enkel im Netz googeln. Sehr interessant.
  • Die Cyril-Krueger-schaut-zurück-Geschichte: Der Mucker schaut auf die drei Monate „Unser Star für Oslo“ zurück und reflektiert den ganzen Hype um Castingshow, die TV-Auftritte und die Werbemühle.
  • DJ-Bobo-Interview: Weil der Typ seit vier Jahren für die UN-Hungerhilfe malocht und gern im Iran spielen würde – die Jugend stehe dort auf ihn. Er verpackt seine Botschaften („respect yourself“) in den Lieder und ist selbst angepisst, dass er immer nur als Gute-Laune-Bobo wahrgenommen wird.
  • Jeanette-Biedermann-Interview: Weil sie eine Stunde darüber reden kann, dass sie wirklich macht was sie will. Und dann gabs eine persönliche Geschichte und sie sagt die Tour ab. Interview erschien nicht.
  • Die vielen kleinen Begegnungen, die einen mehr prägen als man anfänglich denkt: der Tänzer und Choreograph Felix Landerer, Tobias Schlegl, Wüstenforscher Michael Martin, Schauspieler Kai Wiesinger und Autor Wolfgang Hohlbein.
  • Rio Reiser soll umgebettet werden! Die Möbius-Brüder haben keine Kohle mehr für Fresenhagen, also soll der Ton Steine Scherben-Hof verkauft werden. Weil Rio mit Ausnahmegenehmigung im Boden liegt, müsste er bei Verkauf raus! Wahnsinn!
  • Für den 7.-Tag hab ich die Geschichte der Drückerstuben aufgeschrieben, habe mit Abhängigen gesprochen, mir Druckstuben angeschaut und mit den politischen Kämpfern dafür geredet. Wahnsinnig interessant. In Hamburg sind noch heute Spritzenautomaten verboten, obwohl es viele Leute vor Infektionen schützen könnte. Schill hatte die damals verboten. Mittlerweile regiert in HH schwarzgrün. Keine Änderung.
  • Ich durfte über die Peter-Lorenz-Entführung genauso schwadronieren, wie über die Bierkrawalle im Vormärz, Pacman und Deep Throat. Ich mag die Rückspiegel-Rubrik. Danke für jede Rückmeldung von Euch zu meinem Broterwerb!

Einfach 10 Dinge, die ich gelernt oder die mich bewegt haben – die Reihenfolge entspricht dem Zufall

  • Ich habe einen Steuerberater
  • Ich kann Mexikaner trinken ohne zu kotzen
  • Die Ostsee lässt mich nicht los. Ich muss da oben dringend was klären. Solange findet ihr mich dort, immer wenn ihr lange nichts von mir gehört habt
  • Reality Bites wird immer mehr und mehr zu meinem Lieblingsfilm
  • Es ist höllisch schwer über Freunde und Bekannte zu schreiben. Sorry Enzo. Ich mach sowas in Zukunft einfach nicht mehr.
  • Es ist großartig, gute Freunde zu haben – auch wenn man manche sehr selten trifft. Danke! Und danke dir, Herr Costa!!
  • Die schönsten Dinge 2010: Wunderkerzen, Sonne und Hotelfrühstück
  • Es ist wirklich so, dass das Leben funktioniert wie ein komliziertes Stück Kunst. Manchmal reicht ein Schritt zurück, um den Maßstab zu verändern. Und dann zählt nur das Bauchgefühl.
  • Es macht Spaß zu Hause zu sein, wie es Spaß macht, unterwegs zu sein. Und ich mag Hamburg.
  • Manchmal ist weniger mehr.

Die Top-10 der Eggeauftritte – ohne zwingende Reihenfolge

  • Ich schreib einfach mal pauschal alle Slams mit Henning in der Faust. Weils einfach auch nach sechs Jahren Spaß macht. Auch wenn wir viel lästern, wir mögen die Auftretenden wie die Zuschauer. Es bleibt eine Leidenschaft bei aller Routine. Gilt auch für Bad Münder und Celle.
  • Einziger Ausnahmeslam: die Nummer in der Oper Hannover. Vor 1200 Leuten moderieren ist schon geil.
  • Und noch ein Slam: diesmal Jena. Weils ne Ausnahme war, aber für Martin und die DB-Schlafwagen mach ich immer wieder eine. Das gilt auch für den Slam von Felix Römer in Kassel.
  • Die Moderation vom Projekt „Yes, we can“ – eine Podiumsdiskussion mit ner Menge Politiker zum Thema Integration
  • Die Moderation der Reihe Cinema Global zum Thema Graswurzeljournalismus mit Graswurzel.tv und Kanak.tv. Sehr spannend.
  • Die Moderation vom ZiSH-Schreibwettbewerb. Weils mir tatsächlich immer noch Spaß macht.
  • Die Lesung in der Hinterbühne in Hannovers Südstadt. Sehr intim.
  • Die Lesung beim Kulturkiosk. Thema: Lena & ich. Das war wirklich schön und hat mich ziemlich berührt.
  • Die Moderation des 1. Mai-Fest bei Faust in Hannover. Immer wieder schön. Bühnenanarchos tanzen zu Pipi Langstrumpf. Das findet nicht jeder gut.
  • Die Moderation des Autofreien Sonntag in Hannover. Boh, macht das Laune!

Soweit. Die Auftritte der Beatpoeten machen wir mal extra.
Danke für das erste halbe Jahr!
Danke Euch!!