Egges Rückblick zum Jahr 2016

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Ein Ausflug in die alte Heimat: Sommer in Neubrandenburg.

Meine Fresse, was war das denn?! Wir waren euphorisch im Frühjahr, im Sommer einfach drauf, im Herbst in einer Art Jahreszeit gewordenem Sauerstoffzelt & im Winter ordentlich bei der Inventur. Das Jahr 2016 war eines der intensivsten Jahre der Bandgeschichte – passend zum zehnjährigen Bestehen der Band mit dem komischen Namen. Vielleicht sind wir alt geworden? Vielleicht kosten Jobs, Ideen & Projekte außerhalb des Banduniversums doch mehr Kraft, als man es für möglich hält? Oder sind es die gesellschaftlichen Umbrüche, die einen nicht richtig schlafen lassen? Privates & Politisches. Gehörte für uns als Band immer zusammen. Gehört es immernoch. & manchmal möchte man die ganze Welt einfach gegen die Wand schmeißen und mit den Scherben nochmal neuanfangen & basteln. Geht nur nicht. Also zurück ins Werk.

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Beatpoeten auf der Bühne zum Internationalen 1. Mai Fest.

Da hilft es tatsächlich, ein wenig in den Fotos, Flyern und Erinnerungsfetzen zu kramen. Was war da eigentlich los, 2016? Waren wir viel unterwegs? Zu viel? Zu wenig? Gab es was zu entdecken? Haben wir etwas vergessen? Bestimmt. Mehr als ein Handy und eine Bahncard auf jeden Fall. Ein Versuch der Bestandsaufnahme.

Wir fangen einfach an. Die zehn besten Konzerte 2016

1. FCKR – Release-Show Soundso, Leipzig

2. Blixa Bargeld & Teho Teardo, Lissabon

3. Die NervenFaust, Hannover

4. The Incredible Herrengedeck, SO36, Berlin

5. Art Garfunkel, L’Olympia, Paris

6. Isolation Berlin – Faust, Hannover

7. Feine Sahne Fischfilet – Festival Täuchental, Leipzig

8. Hyäne Fischer, Fête de la Musique & Alt-H

9. NOFX & Pennywise, Faust, Hannover

10. KIZ, Swiss Life Hall, Hannover

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Posterboy in Leipzig mitm Monchi.

FCKR war eine Band, die mich dieses Jahr sehr begleitet hat. Immer druff. Ironisch. Klar. Irgendwie auch nicht. Da passen die verzweifelten Isolation Berlin-Schreie, der Postindiekram von Die Nerven, die Ansagen von NOFX bis FSF.

Die zehn Neuentdeckungen für mich 2017

 

1. Meute, Kulturarena, Jena

2. Gruppa Karl-Marx-Start, NBL, Leipzig

3. Das Flug, blank, Berlin

4. Oi of the Tiger, Heinz, Hannover

5. Coca Candy, Fährmann, Hannover

6. Argies, Störfaktor, Zwickau

7. Aktiv Passiv, Chekov, Cottbus

8. Rabaukendisko, Glocksee, Hannover

9. Klostein, Störfaktor, Zwickau

10. The Black Madonna, Fuchsbau-Festival

https://dasflug.bandcamp.com/track/deutlich-unterbewaffnet-in-hellersdorf

Ich merke immer mehr, dass die schönsten Konzerte vor allem mit Leuten zu tun haben, die man ins Herz geschlossen hat. Da mag nicht jede Note richtig sitzen, mit den richtigen Menschen im Publikum, an den Instrumenten oder an den Reglern passt das alles schon. Meute sind mittlerweile quasi berühmt, die Argies hab ich Jahrzehnte zu spät entdeckt, und Rabaukendisko sind vermutlich schon wieder durch. Egal. War schön. Und Das Flug trifft bald Coca Candy und Beatpoeten beim Wutzrock. Harhar.

Für die Vollständigkeit: nicht neu, aber noch immer spannend & großartig

1. Messer, Glocksee, Hannover

2. The Hirsch Effekt, Reeperbahn-Festival

3. Lumpenpack, Fährmann, Hannover

4. Kasimir Effekt, Fuchsbau-Festival

5. Beatbar, Fährmann, Hannover

Messer hab ich sehr gemocht. Haben mich überrascht in ihrer Dringlichkeit. Die anderen Bands sind wie kleine Schätze, die man in der Brusttasche trägt. Und wenn wieder jemand nach kleinen Tipps fragt: Bäm!

Tacheless: Voll auf die Band gefreut, dann mit angezogener Handbremse zugeschaut

1. Beginner, Swiss Life Hall, Hannover

2. Milliarden, Heinz, Hannover

3. Alin Coen Band, Täubchental, Leipzig

4. Dirty Honkers, Ballhof, Hannover

5. Zugezogen Maskulin, FCLR, Hannover

Natürlich liegt es an den Umständen. Aber bei Alin Coen musste ich weg, die Honkers haben das Gaspedal verfehlt, und Zugezogen Maskulin? Ich mag die Musik, live hab ich keine einzige Zeile verstanden. Mhh. Ach so: die Beginner waren mit ihrem Set nach 45 Minuten durch. Am Rest der Show rätsel ich noch. Warum sollten wir für ein Video nochmal zu Samy Deluxe tanzen?

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Fusion-Konzert für zehnjährige Edelklos. Danke, HCWC!

So. Achtung, ernsthafte Kategorie: die zehn besten Beatpoeten-Auftritte

 

1. Fusion – Landebahn-HCWC (Eine Musik gewordene Liebeserklärung)

2. Ende Gelände-Abschluss-Rave (Danke, Herrengedeck!)

3. Hafenklang-Exil, HH (mit DiskoCrunch) (Heiß, mit DJ Costa)

4. Burg Herzberg Festival (Literaturrave)

5. Punx Picnic Neubrandenburg (Heimspielcharakter)

6. Bahnrave zum Open Flair (Grüße gen Renato, Felix und Tilman)

7. Lesung in Glocksee mit Leo Fischer (Grüße gen Malte & Indiego-Team)

8. SO 36, Berlin (mit Herrengedeck)

9. about.blank, Berlin (mit Das Flug)

10. KuZe, Potsdam

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Auf gehts, ab gehts, Ende Gelände.

Ganz wunderbar war es natürlich auch in Ravensburg, Witzenhausen, Cottbus & Zwickau, im Klapperfeld Frankfurt und vor allem herzlich in Norderstedt & Nordhausen. Vergesst diese Aufzählungen. Dieses Jahr war ein einziges Geballer & ihr habt uns trotzdem selig gemacht.

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Stillleben mit neuer Platte „Geheul“.

Zehn besondere Beatpoeten-Momente

1. Das dritte Album ist tatsächlich erschienen (Danke, Tobi!)

2. Neue Lesung „Unterwegs – das Elend“ läuft ausgerechnet beim A Summer’s Tale

3. Das neue Enterpreneur-Duell bei KreHtiv

4. Punker-Lesung endlich in der Køpi

5. Die letzte Mal Pegida-Lesung, Eisfabrik

6. Soundtrack zu „Traum.Ruine.Zukunft“ – dem Film zum Ihmezentrum

7. Video zu „19“ – kaum Reaktion – vielleicht stellen wir doch auf Youtube um

8. Erstes Plastic Bomb-Interview überhaupt

9. Doppelseiten-Text im Human Parasit

10. Release-Party läuft bei Onkel Olli – ohne Musik

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Start-Up-Familienduell in der Cumberlandschen Galerie beim KreHtiv-Geburtstag.

Zehn schräge Beatpoeten-Momente

1. Arbeitermedley zum 1. Mai in Braunschweig geht völlig schief 

2. Kaputter Nachmittags-Rave in Doksy

3. Kabelschnitt in Cottbus

4. Vinyl-Songliste passt nicht zur Pressung (ahh!)

5. Einkaufswagen auf der Bühne in Zwickau

6. Naziangriffe bei Ende Gelände

7. Mehrwertsteuer-Gau im Dezember

8. Textsicherheit der blank-Besucher bei Battlerap-Lesung

9. Schüler im Kunstverein Ravensburg

10. Wir haben laut Linus Volkmann eines der besten Punkalben im Herbst veröffentlicht

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Arbeiter, Bauern, Fahnenträger. Braunschweig 2016. Dem Morgenrot entgegen.

An dieser Stellte sollten die schönsten Alben folgen, FCKR ist genauso dabei wie Stereo Total oder die wunderbare Sammlung „Falscher Ort, Falsche Zeit Vol. 2“. Aber so recht komme ich in diesem Jahr nicht mit. Gerade noch Bowie gekauft, stirbt er. Bei Isolation Berlin komm ich kaum nach und kann die Alben nicht auseinanderhalten. Gerade läuft das Album  „Der Spielmacher“ mit Rösinger, Spechtl, Türen & Jens Friebe. Alle großartig. Das schönste Lied kam aber spät und ist von Jetzt! – uralt.

Achtung, Emotionen

Meine Mutter ist tatsächlich endlich im Ruhestand und ich feiere das sehr

Ausflüge gen Amrum, Paris, Lissabon, Prag & Rügen
Gründung des Büro für Popkultur & Zukunftswerkstatt
Freundeskreis-Abende & kreHtive Ausflüge
Die Arbeit ruft von Slam 2017 bis zur Goldenen Fanfare

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Rückzugsort Rügen.


Sommereinsätze & Weihnachtshilfe-Rekord
Süntelbuchen, Feldstern & Märchenwälder
Freunde & Menschen voller Liebe
Gegen jede Angst & Rassismus
Ein sprechendes Patenkind
Hochzeiten & Todesfälle
Familie neu entdecken

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Sehr selten: Süntelbuchen.

Das kommentiere ich hier alles weniger. An jedem Stichwort hängen Erinnerungen, Gefühle & Eindrücke, mal schmerzhaft, mal voller Herzlichkeit. Ich danke allen Menschen für ihre Liebe, Geduld & oft auch: für ihr Verständnis.

Lumix Festival: HAZ-Talk im Container (oder:
HAZ-Fotocontainer beim Lumix-Festival in Hannover.

Wieder was gelernt

1. Das erste Mal Eisstockschießen

2. Jurymitglied bei Jugend spielt für Jugend

3. Foto-Container beim Lumix-Festival für Fotojournalismus

4. Mitglied einer Bulli-Schau-Jury

5. Freier Fall im Hochseilgarten

6. Hexenschuss

7. Schwarzlichtminigolf

8. Endlich Lammbock

9. Ihmezentrums-Picknick

10. Xylophonsolo
11. Das erste Mal Off-Sprecher in einem Film
12. Arbeitsplatten-Ausschnitt für Küchen
13. Das erste Einstecktuch
14. Sturmglocken-Halloween
15. Suppenverkauf für den guten Zweck

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Beatpoeten in Prag.

Dieses Jahr war geprägt von neuen Erfahrungen und Sprünge ins kalte Wasser. Manchmal merkt man das erst hinterher. Soll ja jung halten. Aber insgesamt war ich doch öfter bei Ärzten als nötig. Danke, 2016!

Die schrägsten und schönsten Kulturmomente 2016

1. Der Film Lobster – alles daran ist genial
2. Die Gründung der Hörregion & die Gala im HCC & die Dadüdada-Performance dazu
3. Annadigiding – Stell dir vor, Rainald Grebe macht was – und keiner geht hin
4. Cheerleader in Finnland – ein Film, den ich nicht verstehe
5. Hörspielsommer Leipzig – weil die Idee nach Hannover muss

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Musik und Mousse T bei „Digital Sounds“.

Die schönsten Moderationen 2016

1. Der Konferenz „Digital Sounds“ im Anzeiger-Hochhaus. Hatte ich unterschätzt, bin nach Vorträgen von Sennheiser und Hochschulprofessoren und Gesprächsrunden mit Mousse T. bis Toshifumi Kunimoto von Yamaha sehr klüger rausgegangen.
2. Verleihung des Niedersächsischen Wirtschaftspreis mit Stephan Weil und Olaf Lies. Spannende Preisträger & schöne Geschichten. Und vor allem: munterer als 2015.

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Klimaretter der Region Hannover.


3. Klimaschutzkuratorium der Region Hannover mit Kammerchefs, Klimarettern und Experten wie Karsten Schwanke. Ein kurzweiliger Ritt durch gefühlt 15 Talkrunden.
4. Hauptbühnen beim Entdeckertag, Autofreier Sonntag & Aktion Sicherer Schulweg: ich mag die hannoverschen Großveranstaltungen, wenn sie so abwechslungsreich vom Programm ausfallen wie diese.
5. NOFX & Pennywise auf der Faust-Wiese: fürs Herz
6. Metropolversammlung in Osterode mit OBs, Uni-Präsidenten, Kammerchefs, …
7. Tag des demokratischen Engagements mit Konstanze Beckedorf im Neuen Rathaus

Tag des demokratischen Engagements
Spax fordert gelebte Demokratie.


8. Ihmezentrums-Diskussionen im Capitol und im Zentrum mit Stefan Schostok, Verwalter Torsten Jaskulski und dem Bund Deutscher Architekten
9. Festival-Talks beim Fuchsbau-Festival, Fährmannsfest & Lumix-Fotojournalismus
10. Das neue Start Up-Slam
-Format mit VOXR-Technik an der Leibniz-Universität

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Start Up-Slam an der Leibniz Universität.

11. Ehrenamtsgala des Freundeskreis Hannover
12. HAZ-Foren zu Hannover 96 mit Bader & Stendel, Hebammen, A2, Image & Inklusion
13. Studentenw
erkspreis & „Von Leibniz zu Bahlsen“-Gala
14. Suchthilfelauf & Helmfest, Weihnachtsmarktfeten, Expertenforen & HAZ-Aktionen

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Spendensammlung in der Neustädter Hof- und Stadtkirche.

15. Poetry Slams, Science Slams & der Fanfarenzug-Slam zum Schützenfest, im Gartentheater Herrenhausen, Audimax Göttingen, Opernhaus, Lessing-Theater Wolfenbüttel, Stadthalle Holzminden, Schloss Bevern, Oldenburger Exerzierhalle, Kulturmühle Buchhagen, Empore Buchholz, Kirche Seelze, Salon Hansen Lüneburg

Insgesamt komme ich auf mehr als 80 Moderationen für 2016. Mal kleine Ansagen, mal ganze Tagesprogramm. Es ist immernoch sehr vielfältig von Punkrock bis Preisgala. Und ein wenig hoffe ich, dass es so bleibt. 2017 stehen Klostertage an, die deutschsprachigen Slammeisterschaften & Medienkonferenzen. Der Science Slam zieht ins Schloss Herrenhausen und auf die IdeenExpo 2017. Und der Leinestern wird vergeben.

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Fertig in Hamburg.

Und nun? Ein neues Jahr liegt vor uns und mir. Am Anfang dieser Aufzählung dachte ich, so viel war 2016 doch gar nicht los, warum bin ich so müde? Ach ja. Darum. & trotzdem kann ich es gar nicht abwarten, den Kalender zu füllen, Pläne mit wunderbaren Menschen zu schmieden & treff gleich einen wie Herrn Costa, um Unfug und Umstürze zu planen. Das Übliche also. Kommt gut ins Jahr 2017. Weitermachen & munter bleiben.

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Lesung zu 10 Jahre Beatpoeten beim A Summer’s Tale in Luhmühlen.
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Jahresrückblick: Egges 2014

Die besten 20 Konzerte des Jahres

01. Heymoonshaker – Faust, Hannnover (Was für ne Intensität. Wahnsinn.)
02. Lisa Luv & the No-Go`s – Haus in Jena & Fusion (absolut tauglich für jede Party)
03. Rainer von Vielen – E-Werk, Eschwege (ich durfte meine Helden ansagen, Traum)
04. Scooter – Stadionsporthalle, Hannover („Respect to the Man in the Ice Cream Van„)
05. Irie Revoltes – Parkbühne, Hannover (Dank an Nico R. fürs Ausprobieren)
06. The National – Stadtpark, Hamburg (betrunkene Sänger haben eigene Zauber)
07. Amen 81 – Nürnberg (in bayerischer Biergarten-Atmo, die dann völlig zerstört wird)
08. Beatsteaks – Stadionsporthalle, Hannover (war zumindest schunkelig)
09. Einstürzende Neubauten – Capitol, Hannover (das Kriegsepos, wenig tanzbar, ähem)
10. Clueso – Galerie Herrenhausen, Hannover (schönste Konzertkulisse 2014)
11. Ja, Panik – Glocksee & about.blank Berlin (nette Menschen, gute Konzerte)
12. U 3000 – Fährmannsfest Hannover (Kumpanen starten endlich durch)
13. Gisbert – Knust, Hamburg (der Hommage-Abend an Nils, wahnsinnig traurig)
14. UK Subs – Chéz Heinz, Hannover (noch am Leben, noch immer sauer)
15. Woven Hand – Musikzentrum, Hannover
16. Robocop Kraus, Fusion (endlich wieda da, leider waren wir ganz durch vor Ort)
17. Marteria – Plaza-Festival, Hannover (ja, ein Popper, aber verdammt gut)
18. Wizo – Faust, Hannover (auch Popper, aber auf die alten Tage)
19. Jan Delay – Stadionsporthalle, Hannover (Album: peinlich, Konzert: sehr geil)
20. The Hirsch Effekt – Fährmannfest, Hannover (herrlich gepisst; dafür: großes Kino)

Die zehn Entdeckungen des Jahres

01. Belgrado – New Direction, Herrenberg (Wir waren hypnotisiert)
02. Käptn Blauschimmel – MuCheZe, Cottbus (Abwärts trifft Piraten-Hörspiel)
03. Bilderbuch – Stadionsporthalle, Hannover (Falco lebt)
04. Schmutzstaffel – Glocksee, Hannover (Punk aus Hannover!)
05. Bug Attack – Feldstern, Hamburg (endlich live gesehen)
06. Bungalow – Autofrei, Hannover (Grüße in die Nordstadt)
07. Martin Kohlstedt – Fuchsbau, Springe (wirklich schön)
08. RaketKanon – Fusion, Lärz (Grunge ist wieder da)
09. A Forest -Fährhaus, Hannover (sehr hübsche Baumdeko)
10. Madame Puschkiin – Stube, Hannover (herrlich dreckig)

Zehn Bands, mit denen wir sehr viel Spaß hatten

01. Status Wo? – Fährmannsfest
02. Lumpenpack – Cantus zum Open Flair
03. Friedemann Weise – Sommerfühl Festival
04. Start A Fire – Jugendhaus, Stuttgart
05. Kaput Kraus – K4 Nürnberg
06. Banal – Hin & Wech Festival Hämerten
07. Supershirt – Glocksee, Hannover
08. Aika Akakomowitsch – Cafe Taktlos, Glauchau
09. Herr Lerbs – Stube, Hannover
10. Sub Cancer – Glocksee, Hannover

Fünf Auftritte, die ratlos machten

01. Artless – MuCheZe, Cottbus (Turbosenioren)
02. Fenster – Glocksee, Hannover (Postpopper)
03. Klangkarussell – Plaza-Fest, Hannover (diese Gitarreneinlagen..)
04. Keule – Campus-Festival, Hannover (ja, genau)
05. Montreal – Burning Summer, Neustadt-Glewe

Fünf Menschen, die man schon immer treffen wollte

01. Jennifer Rostock ruft ZICKEZACK und wirft Schnaps (Campus)
02. Johnny Bottrop hat mittlerweile was von Yoga-Guru (Wilwarin)
03. Deniz Yücel ist durchaus sympathisch (Pavillon Hannover)
04. Der grübelnde Walter Kohl – (HAZ)
05. Der nette Patrick Lindner – (NDR)

Die 15 schönsten Festivals

01. Fuchsbau Festival Wederade/Springe
02. New Direction Festival Herrenberg
03. Open Flair Eschwege
04. Ajuca Lärz
05. Fusion Lärz
06. Wilwarin Ellerdorf
07. Haus-Fest Jena
08. Fährmannsfest Hannover
09. Hin & Wech Hämerten
10. MuCheZe Cottbus
11. Burning Summer
12. Sommerfühl Feuchtwangen
13. Macht Worte! Faust
14. FCLR Hannover
15. Campus Festival Hannover

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Zumindest zehn Songs, die beeindruckt haben

01. Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen
02. Warpaint – Love Is To Die
03. Notwist – Kong
04. Marteria – Kids
05. Neonschwarz – 2014
06. Alt-J – Every Other Freckle
07. Schnipo Schranke – Pisse
08. U 3000 – Mädchen, Tanz mit mir
09. In Schwarz – Hand in Hand
10. Klotz & Dabeler – Oh, wann kommst du (jaa, ist von 2013, egal)

Zehn Herz-Momente

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01. Felsen in Utah & Colorado
02. Herr Bulli geht in Rente
03. Lagerfeuer an all den Seen
04. Sonnenuntergänge im Mittelmeer
05. Endlich die erste Beatpoeten-Party
06. Wandern im Deister
07. Spazieren aufm Tempelhofer Feld
08. DJ Egge in Itzehoe
09. Den Müggelsee finden & Haialarm trotzen
10. Weihnachtsgefühle, ausgerechnet

Zehn Momente voller Skurrilität & Abseitigkeit

01. Das erste Mal in Pullman City Harz
02. Schützenausmarsch aufm Wagen
03. Fasching in Eckernförde
04. AFD-Wahlwerbung in Hannover
05. Jugendzentrum Holzminden
06. Hans Klok im Illusionspalast
07. WeinSensorium Hannover
08. Cobratheater-Festival Pavillon
09. Herrentag im Lister Biergarten
10. HoGeSa in Hannover

Die zehn schönsten Moderationen

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01. Team-Poetry Slam in der Staatsoper (& in HH, Fabrik)
02. Literarischer Salon – Mit Tao Lin das Literaturfest NDS eröffnen
03. Santa Run & Sofatag & Science Slams: ja, schon wieder
04. Diversity Day, Neues Rathaus Hannover & Offener Tag im Landtag
05. HAZ-Foren zu Diskriminierung, Radkultur, Jazz, Fussball & Freiräume
06. Fete de la Musique am Kröpcke & die Runden beim Fuchsbau-Festival
07. Slam-Ausflüge nach Wolfenbüttel, Greifswald, Bremerhaven, Buchhagen
08. Festivals wie Fährmannsfest, Open Flair, Campus Festival, Autofrei
09. HAZ-Expertenrunden mit Thorsten Havener, Jiri Scherer und Andreas Buhr
10. Avant-Gala in der Glocksee mit Kobito, Schmutzstaffel & Ja, Panik

Klar wars auch schön bei der book:look-Reihe, dem Philosophie-Slam im Schauspiel, beim Suchthilfelauf oder im Salon zum Maschseefest. & ja, der Buschi ist verrückt, der Jens Lehmann sympathisch und Volker Rosin eigentlich ganz ruhig.

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Zehn Kulturmomente, die bleiben

http://www.ardmediathek.de/tv/Redefreiheit/Till-Reiners-Redefreiheit-Slam/Bayerisches-Fernsehen/Video?documentId=24801684&bcastId=24716988

01. Till Reiners ist für mich der beste deutsche Kabarettist
02. Sandmann-Ausstellung in Greifswald
03. Die Echse live im Pavillon
04. A Most Wanted Men
05. Visual Leader in HH
06. Existentielle Welten, Weserburg Bremen
07. Conchita Wurst gewinnt den ESC
08. Jan Böhmermann im TV
09. David Theodor Schmidt bei der Chopin-Gesellschaft
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Winter 2014

Die zehn schönsten Beatpoeten-Momente

01. Der Track „19“ geht ohne Video einfach raus
02. Im Dunkeln wird die Scheune aufm Fuchsbau zerlegt
03. In Dresdens Scheune testen wir beim Slam 2014 eine Art Chanson
04. Kloschlangenkommentatur wird Fusion-Sport
05. Swing-Nacht in Köln
06. Costa referiert in Lärz über Nachhaltigkeit
07. Hinnerk Köhn entdeckt das Schlagwerkspiel beim Wilwarin
08. Cabriofahrten zum Burning Summer
09. Endlich „Ostsee“ im Kasten
10. Immer wieder Freunde in Mecklenburg (von AJZ bis PWH!), Jena (Haus!), Leipzig (Atari!), Aschaffenburg (Stern!), HH (Feldstern!), Düsseldorf (Butze!), Hanau (Kralli!) & Itzehoe (Lauschbar) treffen. Mein Herz schägt für Musiker wie die Amen 81s, Incredibles & Hornisschens, Plattenmenschen wie Tobi, Verleger wie Andreas und Miriam, Veranstalter wie Steffen, Literaten wie André und Mirco & so viele, die ich vergessen habe.

Vielen Dank für dieses bunte Jahr*

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Egge Sommer 2014 – Ham wa was jelernt

Ajuca 2014

Unfassbar. Wir hatten schon einge bunte, kurzweilige Sommer mit der Band. Das Jahr 2014 wird aber als das Jahr eingehen, das uns fast umgebracht hat. Wollten wir nicht mal zarte Lyrik vertonen? Jetzt ist scheinbar Punkrock angesagt – und meine Stimme knarzt wie Costas alte Technikfossile. Nun ja. Jammern auf hohem Niveau. Was soll das? Stimmt! Man lernt dabei schließlich fürs Leben. Darum hier, wie einst in guten Myspace-Tagen: das ham wa drauß jelernt:

 

– Wenn in Jena Hausfest ist, kommen die Hippies samt Sessel vom Dach an Seilen hängend, samt Klampfe, klar
– Das Publikum singt dann gerührt Stones-Zeilen wie „Every cop is a criminal“ dazu und pfeift lethargisch
– Entdeckte Band: Lisa Luv & the No Go’s anhören!
– Man kann ein Crashbecken mehrfach brechen
– Die Sandmannausstellung in Greifswald: wunderschön!

Der Sandmann in Greifswald.

– Immernoch schön: mit Kreide Blumen auf Asphalt malen
– Costa kann auch Stagemanager
– Entdeckte Bands: Meerdenker, Bungalow & Brazzo Brazzone

Meerdenker beim Autofreien Sonntag.

– Wenn man im Backstage Fußball spielt: will immer irgendwann jemand seinen Ball zurück
– Wenn Marteria oder Gisbert zu Knyphausen Fußball mit ihren Söhnen im Backstage spielen: wollen alle Fotos machen
– Klangkarussel ist offenbar eine Band, dessen Sänger ganz ästhetisch Percussionsinstrumente bedienen kann
– Die Faszination von The National besteht live darin, zu warten, bis der Sänger wieder sein Bier fallen lässt
– Bei der kulturellen Landpartie im Wendland lässt sich wunderbar Kunst im Raum 2 in Neu Tramm anschauen
– Man sollte die wunderbare Kunst aber immer direkt kaufen – man kommt übers Netz einfach nicht ran
– Heinz Ratz spielt immer in Neu Tramm, wirklich immer
– Mützingenta ist eigentlich eine der größten Wunderpunkt-Landpartie-Partys – steht aber nicht im Kulturprogramm

Wendland und Graswurzel.TV

– Besuchen: Das Wilwarin-Festival ist wunderbar – vom Backstage bis zur Staublunge in der ersten Reihe
– Slammer und Kabarettist Hinnerk Koehn sollte Schlagzeuger werden
– Beim Wilwarin-Festival in Ellerdorf werden Besucher noch mit Feuerwehrschläuchen zur Ruhe gebracht

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Costa und die Terrorgruppe.

– Man darf in Seen Shampoo benutzen, wenn es Bio-Shampoo ist
– Wow: klang die Terrogruppe schon immer wie eine richtige Rockband?
– Entdeckte Bands & endlich live: Scheiße Minelli, The Colder Sea
– „Kennt sich jemand mit meinem Gerät hier aus?“ ist kein souveräner Satz auf der Bühne
– Pfefferminzschnaps hilft gegen Mundgeruch
– Pfefferminzschnaps macht trotzdem betrunken
– Man kann mit einem Wendlandtraktor durchaus durch die hannoversche Innenstadt fahren
– Besuchen: das Tikozigalpa in Wismar
– Das wichtigste für Radwandertage sind nicht die Räder, sondern Teilnehmerstempelkarten für Checkpoints
– Lokalpatriotismus ist stärker als die Begeisterung für die Nationalmannschaft
– Zumindest wenn es um den Nahverkehr geht, die lokale Fußball-Elf und Kosenamen für den Bürgermeister
– Entdeckte Bands: Big Band Käthe Kollwitz-Schule – meine ich ernst
– Wenn die richtigen Leute informiert sind, lässt sich ein Rave mit 5000 Leuten in der Innenstadt feiern
– Beim Bürgerbrunch vorher klären, wieviele Freigetränke Freigetränke umfasst

Limmer 2014

– „Die Kloschlange in der Fusion-Oase-beschimpfen“ kann ein erfolgreiches Veranstaltungskonzept sein
– Man darf nicht in der Datscha jeden freundlichen Wodka annehmen
– Endlich (wieder) live und überzeugend: Robocop Kraus
– Entdeckte Band: RobotKanon – Grunge trifft Stonerrock trifft Arty
– Keine Ahnung, was Sicherheit bei der Fusion angeht – aber entspannt gefüllt war es dann doch
– Was fehlte bisher auf dem Sommerfest der niedersächsischen Landesregierung? Richtig, ein Kiosk
– Für bunte Tüten braucht es nicht zwingend Verkaufspersonal
– Besuchen: Verleihung des Studentenwerkspreis: so viel tolle Projekte & Menschen direkt nebenan
– Die Snap-Shot-Box wird mit jeder Stunde am Abend spannender
– Ein roter Teppich zur Media Night für Journalisten ist übertrieben? Manch einer fühlte sich endlich verstanden

Pullmann City Harz

– Im Harz gibt es eine Westernstadt namens Pullman-City
– Es ist schlimmer, als man denkt
– Line-Dance ist die Tanz gewordene Provinzhölle
– Man darf auf einem Schützenausmarsch ruhig mit Gummibären werfen
– Man bekommt sie nur zurück ins Gesicht geworfen
– Besuchen: Frosch in Hannover-Limmer, Gin-Tonic unter 4 Euro, viiiel zu sehen
– Der Bruchmeisterrundgang zum Schützenfest kommt nie ohne zerstörte Gläser aus
– Jürgen Drews mag kein Public Viewing – er spielt dann einfach direkt vor der Leinwand – während des Spiels
– Entdeckte Bands: den Cor-Sonderstatus in Mecklenburg verstanden

Neustadt-Glewe, Mecklenburg.

– Sonderschule und Montreal haben einen eigenwilligen Humor
– Besuchen: die zweite Bühne des Burning-Summer-Festivals – unfassbar liebevoll
– Das Sterni-Marketing macht derzeit eine Menge richtig
– Bei Leihcabrios nie, nie, nie das Verdeck bei 120 Sachen schließen
– Besuchen: das entspannteste und musikalisch spannendste Fest ist das New Direction in Herrenberg
– Entdeckte Band: Belgrado & Humanabfall
– Die Leipziger füllen immer Menschen ab, die Leipziger füllen immer Menschen ab …
– Eine ausgestreckte Hand am Tresen bedeutet: noch Platz für vier Wodka
– Wenn im Juli mit Feuerwerk gebollert wird, ist Deutschland wohl Weltmeister
– BeachRugby ist eine Art Gewaltpräventionsstrategie – sagen die BeachRugbyspieler
– Hannover hat jetzt auch ein Campus Festival
– Man muss nicht nüchtern sein, um Jennifer Rostock anzusagen
– Gefeierte Bands: Irie Revoltes, Ohrbooten, Rotfront
– Bands, mit Fragezeichen: Tonbandgerät und Keule

Berlin Friedrichshagen.

– Der Müggelsee sieht in Wirklichkeit ganz schön blöd aus
– Ohne Haialarm geht da gar nix
– Besuchen: das Brunnenstraßenhoffest
– (Wieder-) Entdeckte Band: Ari

Nürnberg.

– In Nürnberg gibt es Nutella-Brenz
– Man trifft in Bayern sofort den Beckstein
– Mit Farbkugeln und Schleudern auf Nachbarhäuser schießen, kann auch zur Nachbarschaftspflege beitragen

Brunnenstraße.

– Bremerhaven hat auch ne Kieler Woche: Schiffe, Besoff’ne, keine Parkplätze
– Mit dem alten Seemannsheim aber eine günstige und hübsche Übernachtungsdingens
– „Bei Kralli“: aua, was für ne Eckkneipe
– Den Selbstgebrauten NICHT testen

Feuchtwangen, Bayern.

– Besuchen: das politisch streitbare Art Village in Hamburg – Kunst & Tanz gegen wenig Geld
– Weserburg Bremen ist immernoch eines der besten Museen Norddeutschlands

Weserburg, Bremen.

– Der Skyliner zum hannoverschen Maschseefest kostet 5 Euro und erklärt: ganz schön grün, dieses Hannover
– Das Sommerfühl-Festival im tiefsten Bayern steckt voller Herzblut – die lange Reise ist es wert!
– Entdeckte Bands: Friedemann Weise – geiler Typ!

Sommerfühl, Friedemann.

– Kulturbühne zum hannoverschen Fährmannsfest wird immer größer
– Wer für faire Cocktails faire Säfte zur Hälfte wegkippt, um Alk reinzutun, ist nicht fair, sondern bescheuert
– Entdeckte Bands: U3000, Roman Rofalski, Lius del Mar, Status Wo?!
– Das Open Flair in Eschwege bleibt das familierste Festival des Landes

Cantus, Renato, Sven Panne, Rüdiger, Tobi.

– Entdeckte Bands: Lumpenpack, Rüdiger Bierhorst, Sven Panne
– Rainer von Vielen bleibt auch 2014 eine der Lieblingsbands
– SDP schnall ich nicht
– Man kann Chansons in einem voll besetzten Cantus-Wagon feiern
– Aber gleichzeitig hat man in ganz Hessen nie Handyempfang
– Felix Römer macht das mit einem Lächeln vergessen

Eschwege, Herrengedeck.

– E. aus Düsseldorf ist einer der entspanntesten und spannendsten Veranstalter
– Entdeckte Band: Dr. Dreck & Petze
– Ich freue mich für Düsseldorf auf baldige vegane Univerpflegung

Düsseldorf.

– Swingpartys in linken Zirkeln sind die Besten
– Pfeffi ist vegan
– Man kann beim Ajuca zwei Stunden über nachhaltiges Festivalverhalten sprechen
– Und anschließend Madonna über Campradio auflegen
– Es sollte viel öfter Lesungen für Schnippelfreiwillige geben
– Entdeckte Band: Radical Hype

Köln.

– Das Fuchsbau Festival bleibt das spannendste Kunst- und Kultfest der Region Hannover
– Entdeckte Bands: Martin Kohlstedt, Jujujus und eine unfassbar tolle Live-Hörspieltruppe aus LE
– Wir sollten viel öfter im Dunkeln spielen
– Ich sollte nicht am nächsten Morgen einen Slam moderieren
– Johannes Berger und Hinnerk Koehn wird die neue Kabarettgang, wenn sie sich auf einen Ort einigen
– Mallorca hat auch schöne Ecken

Ellerdorf, Wilwarin.

– Bei Stendal ist mit dem Hin & Wech-Festival tatsächlich in Sachsen-Anhalt ein geiles Festival entstanden
– Es ist immer wieder schön, den Martin unterwegs zu treffen
– Entdeckte Band: Banal!
– Aschaffenburg wird unser Itzehoe Hessens – so unfassbar gute Menschen
– U. Tukur ist in Wirklichkeit viel kleiner und dünner als man denkt
– Gisbert zu Knyhausen bleibt einer meiner Lieblingssongwriter
– Entdeckte Band: Torpus & the Art Directors
– Chemnitz kann auch richtig schön: wie beim Open-Air-Slam im Arthur

Art Village.

– Cottbus hat mit Zelle, Muggefugg & Chekov gleich drei schöne Läden
– Das Seitensprung dort ist immer zu voll
– Entdeckte Band: Käptn Blauschimmel!
– Artless leben noch und singen immer wieder: „Mein Bruder ist ein Popper“
– In Schlafwagen in Jena schläft es sich noch immer am besten

Cottbus.

– Volker Strübing ist noch immer ein Meister der Kurzprosa
– „Hinter dem Horizont“ ist ein wunderbarer Film
– „Die Echse“ ist seit dem Faetzig Camp vor Jahren noch böser geworden
– Frank und seine Freunde aus Nordniedersachsen könnte Volker Rosin als Kinderliedermacher beerben
– Der HAZ-Sofatag ist noch immer eine meiner Lieblingsveranstaltungen in Hannover

Linden.

– Wie gut, dass damals in Leipzig das Plakat aus Jena dazu hing
– Entdeckte Band: Leaves & Trees
– Tao Lin im Original lesen – und nicht zu viel persönlich fragen
– Die Nachbarn vermisst man meist erst außerhalb Hannovers

Danke für diesen unfassbaren Sommer!

30. Mai 2014 – Jena – Haus

Rote Sonne in Jena

Ich steige in Berlin in den Zug und fahre raus aus der Stadt. Die Stadt saust vorbei, dann der Sand Brandenburgs. Und irgendwann wird es draußen hügelig, während die Stimme in meinem Kopfhörer beruhigend singt und der Bass zärtlich pulsiert. Draußen bricht der Sommer langsam auf. Ein Sommer ohne Männer, wie das Buch von Siri Hustvedt in meiner Hand verspricht. Mein Sitznachbar hämmert Zahlen in seinen Laptop. Es ist Feiertag.

Die ersten Siedlungsflecken zeigen ein untergegangenes Industriereich: Bitterfeld, Leuna, Halle. Alte Häuser, leer und kaputt. Neue Einkaufszentren und neue Autobahnen. Die Felder stehen prall in der Sonne. Die Wälder sind grün. Immer wieder Solarzellen und Windkraftanlagen. Die Menschen an den einsamen Bahnhöfen warten wie auf Nichts. Kampfhunde an der Kette, tiefergelegte Autos, ab und zu ein Punk oder jemand mit bunter Kleidung.

In Jena werde ich gedrückt, geherzt. Man stellt ein Bier und Tee vor mir auf den Tisch und fragt, wie es mir geht. „Es ist Sommer“, sage ich leicht zögernd. Jena, diese Studentenstädtchen in Thüringen, bekannt für UweUweBeate und sonst für das tolle Ambiente. Reinhald Grebe hat hier mal gelebt, sagt man sich. Der Humor ist zynisch, außer es geht um die Liebe. Die Menschen haben jahrelang gekämpft. Erst gegen die Stasi, dann gegen Neonazis, jetzt gegen die Gentrifizierung.

Wir sind eingeladen, ein Konzert für das ehemals besetzte Haus am Bahnhof Jena-West zu spielen. Hunderte Menschen treiben sich auf dem Hof rum, wo eine bunte Frau aus einem Baum abgeseilt wird, während die Rolling Stones singen. Im Keller dominiert das Stroboskoplicht und der 90er-Jahre-Techno. Wir geben die missverstandenen Künstler. Mit gebrochenem Herzen und einem Augenzwinkern. Nach uns treibt die Bigband jeden Fuß und jeden Arm, und der DJ mischt Chris Isaak mit den Beatles.

Ich liege auf einer Matratze im Backstagebereich. Draußen scheint die Sonne. Ich habe eigentlich keinen Grund, aufzustehen. Doch der Wecker klingelt, und Egge und ich gehen zum Bahnhof, steigen in den Zug und fahren weiter. Immer weiter durch den Sommer.

Egges 2012 in Bildern

Es war ein wildes Jahr, dieses 2012.
Da kann man auch im Januar zurückschauen.
Am besten in Bildern.
Ein Blick ins Fotohandyarchiv von irren zwölf Monaten.

Januar: München (My first radical Moshpit-Party)

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Februar: Kunst, Hamburg

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Februar: Auf dem Weg nach Lüneburg

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Februar: Freiburg

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Februar: Von den Profis lernen: Florian, Hannover.

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März: Die beste Kneipe in Stuttgart.

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März: Von den Profis lernen: Roland, Hannover.

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März: Auszeit, Steinhude.

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April: Von den besten Lernen: Who, Leipzig.

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April: Neue Zielgruppen erreichen, Leipzig.

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April: Von den besten Lernen: Osterhase, Hannover.

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April: Auszeit, Berlin.

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April: Hamburg.

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April: Nähe Karlsruhe.

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April: Béi Chéz Heinz.

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April: Oldenburg.

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Mai: Kunst, Hannover.

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Mai: Hannover.

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Mai: Kunst, Langenhagen.

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Mai: Von den Profis lernen: Alex Pfeifer & Brandstifter, Mainz.

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Mai: Leipzig.

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Juni: Von den Profis lernen: Laing, Potsdam.

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Juni: Kunst, Leipzig.

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Juni: Von den Profis lernen: Feine Sahne, Neubrandenburg.

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Juni: Neubrandenburg.

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Juni: Béi Chéz Rainer

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Juni: Kunst, Pampa.

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Juni: Von den Profis lernen, Saul Williams, Hannover.

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Juni: Kunst, Hannover.

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Juni: Hannover.

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Juni: Kassel.

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Juni: Von den Profis lernen: Sommerfest der
niedersächsischen Landesvertretung, Berlin.

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Juni: Kunst, Lärz.

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Juli: Von den Profis lernen: Spanische Fußballfans, Hannover.

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Juli: Von den Profis lernen: Schützen, Hannover.

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Juli: Kunst, Bethanien.

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Juli: Kunst, Auerworld.

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August: Von den Profis lernen: Liedfett, Hannover.

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August: Auszeit, immer wieder Ostsee.

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August: Jena.

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August: Kunst, Berlin.

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August: Von den Profis lernen: Shaun das Schaf, Hannover.

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September: Auszeit, Leipzig.

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September: Auszeit, Rostock.

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September: Von den Profis lernen: Lady, Hannover.

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September: Kunst, Hannover.

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Oktober: Von den Profis lernen: Oktoberfest, Hannover.

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Oktober: Hamburg-Harburg.

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Oktober: Auszeit, Weimar.

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Oktober: Kunst, Sofatage, Hannover.

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November, Kunst in Bahnhöfen, Lüneburg bis Göttingen.

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Dezember: Von den Profis lernen: Santas, Hannover.

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Dezember:  Hannover.

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Dezember: Auszeit, Thüringer Wald.

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Dezember: Auszeit, Eisenach.IMG_2509

Mehr in Bälde.

18. August 2012 – Jena – Haus

Egge und ich arbeiten gerade an einem neuen Lied. Über den richtigen Namen sind wir uns noch nicht einig, der Text ist aber:  „Eure Industrie, bringt uns um.“ Ein Video davon wird auch bald fertig. Wir treffen uns gerade mit vielen Menschen, die wir mögen und fragen, was soll raus, was soll drinbleiben, bei dem, was wir da machen. Darüber entwickeln wir erst eine Skizze, mit der wir dann im Herbst in Aufnahme gehen. Auch dabei unterstützen uns gerade tolle Menschen.

Hier ist eine erste Version, aufgenommen etwa Anfang August 2012:

Nach der Aufnahme dieser Version sind wir nach Jena zu einem Auftritt auf einem Geburtstag gefahren. Es war eine Flapsidee. Wir sprachen bei einem Frühstück auf der Fusion darüber, dass einer der Kerle bald Geburtstag feiern würde. Wir, mit unseren großen Klappen: „Wir spielen für dich!“ Wir hatten nicht daran gedacht, dass die Freunde mitmachen würden. Aber sie taten es, und deshalb stand ich irgendwann in der Fankurve des Fußballvereins Carl-Zeiss-Jena und schaute mir die erste Runde im DFB-Pokal gegen Leverkusen an.

„Für einen Wessi bist du eigentlich ganz korrekt.“ Geil, ein Kompliment. Wenn ich mich so umschaue, sind die Jungs hier in der Südkurve von Carl-Zeiss-Jena nicht so großzügig, was Nettigkeiten austeilen angeht. Und ich als Südkurvenpraktikant sollte da lieber auch ein wenig ruhiger sein. Mrtn hat mich an diesem Samstag mit zum DFB-Pokalspiel gegen Leverkusen genommen. Einmal Fußball schauen in einem der berüchtigsten Oststadien. Zuhause musste ich immer wieder erklären, dass es sicherlich keine Gewalt bei dem Spiel geben würde. Meine Mutter war sehr sensibel, was meine Reisen angeht. Mein Bruder schrieb mir nur zurück, ich solle mich vor einer Truppe Gewaltbereiter in acht nehmen. Sie würden immer dunkle Kleidung tragen und am Wochenende zu allen Spielen der Bundesliga fahren. Manche von ihnen tragen sogar Helme. Mein Bruder ist Arzt. Auch wenn Jena das Spiel verlor, es war ein echt spannender Besuch. Viel Leidenschaft und Liebe, aber auch viel Enttäuschung über den Verein.

Die zweite Version habe ich nach einem tollen Abend bei einem anderen Geburtstag gebastelt. Nachdem ich laut Rammstein hörend mit dem Fahrrad durch die Nacht nach Hause fuhr. Ich fuhr schnell. Als die Polizei in der Nähe war, fuhr ich ordentlich. Ich hatte mein Licht zu Hause vergessen.

Nachtrag vom Egge: Als ich in Jena ankam, wusste ich nicht, ob Costa in einer Ecke liegt und mit Hools gespielt hatte. Oder sie mit ihm. Er lag nirgends. Er trug Muskelshirt und Mate und musste unbedingt in einen See. Wir fanden einen und wunderten uns, dass man in Jena immer direkt auf Handtuchnähe besteht. Komisch. Anschließend versuchten wir eine Premiere: Punkrockkaraoke ohne Karaoke und Punkrock. Wir ließen nach jedem Song den Beat laufen, verteilten die Texte von Punkhymnen von Schleimkeim bis Slime und ließen die Leute einfach auf dem stumpfen Bass singen. Ja, manches war grausam. Anderes wieder wunderschön. Danke für dieses einmalige Erlebnis. e.

25. November 2011 – Jena – Das Haus

Da haben sie uns ausgelacht. Einfach so! Dabei war in den Tagen zuvor doch niemand zum Lachen zumute. Jena, das war doch diese Stadt, wo der braune Terror regiert. Wo man als sogenannter Schriftsteller noch nicht einmal wenige Stunden durch die Straßen laufen konnte, ohne sich unwohl zu fühlen. Eine Stadt der Angst und der Gewalt, wenn man die Berichterstattung ernst nahm. Dass man sie nicht ernst nehmen konnte, zeigte eigentlich nur die Überraschung, mit der all die selbst ernannten Experten auf die Aufdeckung all der Gewalttaten der Neonazis reagierten.

Als wir also unsere Gastgeber auf die braune Gefahr in ihrer Stadt ansprachen, ernteten wir nur Stirnrunzeln und Lacher. „Klar, in den neunziger Jahren war das nicht ohne hier, aber inzwischen spielen die in der Stadt keine Rolle mehr.“  Oder: „Die sind so reudig wie Straßenhunde. Du darfst dir nur nicht die Angst anmerken lassen.“ Niemand spielt die Gefahr herunter. Niemand leugnet, dass es in Jena, wie auch im Rest Deutschlands, Rassismus gibt. Aber alle sind genervt von den dummen Klischees, von schlecht informierten und informierenden sogenannten Experten. Und enttäuscht, dass ihre Arbeit gegen Faschismus und Rassismus erst von Land, Staat und Medien diskriminiert wird und sich dann alle darüber aufregen, wenn Neonazis morden.

Wir haben uns noch nie unwohl in Jena gefühlt. Außer den üblichen „Zu langsam, zu weich, zu wenig Hardcore“-Rufen von den üblichen Vollzeitravern und -rockern durften wir mit zwei wundervollen Geburtstagskindern und tollen DJs einen schönen Abend verbringen. Es gab leckeres, lokal gebrautes Schwarzbier, fette Pizza und neue Witze. Die Jenaer sind lieb und nett, selbst Spielzeugautos würden sie nicht anzünden.

ps. Liebe Journalisten, wenn ihr demnächst wieder eine investigative Story macht, sprecht doch bitte mit den Menschen vor Ort, mit Menschen, die sich auskennen. Und nicht mit Leuten, die noch jede Gelegenheit nutzen würden, um  ihr Ego zu pushen und ihre Scheiße zu verkaufen.