Egges 2012 in Bildern

Es war ein wildes Jahr, dieses 2012.
Da kann man auch im Januar zurückschauen.
Am besten in Bildern.
Ein Blick ins Fotohandyarchiv von irren zwölf Monaten.

Januar: München (My first radical Moshpit-Party)

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Februar: Kunst, Hamburg

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Februar: Auf dem Weg nach Lüneburg

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Februar: Freiburg

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Februar: Von den Profis lernen: Florian, Hannover.

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März: Die beste Kneipe in Stuttgart.

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März: Von den Profis lernen: Roland, Hannover.

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März: Auszeit, Steinhude.

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April: Von den besten Lernen: Who, Leipzig.

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April: Neue Zielgruppen erreichen, Leipzig.

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April: Von den besten Lernen: Osterhase, Hannover.

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April: Auszeit, Berlin.

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April: Hamburg.

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April: Nähe Karlsruhe.

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April: Béi Chéz Heinz.

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April: Oldenburg.

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Mai: Kunst, Hannover.

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Mai: Hannover.

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Mai: Kunst, Langenhagen.

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Mai: Von den Profis lernen: Alex Pfeifer & Brandstifter, Mainz.

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Mai: Leipzig.

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Juni: Von den Profis lernen: Laing, Potsdam.

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Juni: Kunst, Leipzig.

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Juni: Von den Profis lernen: Feine Sahne, Neubrandenburg.

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Juni: Neubrandenburg.

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Juni: Béi Chéz Rainer

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Juni: Kunst, Pampa.

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Juni: Von den Profis lernen, Saul Williams, Hannover.

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Juni: Kunst, Hannover.

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Juni: Hannover.

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Juni: Kassel.

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Juni: Von den Profis lernen: Sommerfest der
niedersächsischen Landesvertretung, Berlin.

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Juni: Kunst, Lärz.

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Juli: Von den Profis lernen: Spanische Fußballfans, Hannover.

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Juli: Von den Profis lernen: Schützen, Hannover.

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Juli: Kunst, Bethanien.

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Juli: Kunst, Auerworld.

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August: Von den Profis lernen: Liedfett, Hannover.

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August: Auszeit, immer wieder Ostsee.

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August: Jena.

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August: Kunst, Berlin.

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August: Von den Profis lernen: Shaun das Schaf, Hannover.

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September: Auszeit, Leipzig.

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September: Auszeit, Rostock.

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September: Von den Profis lernen: Lady, Hannover.

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September: Kunst, Hannover.

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Oktober: Von den Profis lernen: Oktoberfest, Hannover.

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Oktober: Hamburg-Harburg.

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Oktober: Auszeit, Weimar.

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Oktober: Kunst, Sofatage, Hannover.

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November, Kunst in Bahnhöfen, Lüneburg bis Göttingen.

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Dezember: Von den Profis lernen: Santas, Hannover.

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Dezember:  Hannover.

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Dezember: Auszeit, Thüringer Wald.

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Dezember: Auszeit, Eisenach.IMG_2509

Mehr in Bälde.

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2011 – Listen, Teil II.

Ja, es ist zu spät. Aber an dieser Stelle muss es sein. Ein persönlicher Rückblick vom Ensemblemitglied Egge. Danke für dieses bunte Jahr.

Schöne Musik:
1. Christiane Rösinger am Schauspiel – Meine Lieblings-Platte in diesem Jahr live samt Lassie-Songs. Toll.
2. Goldene Zitronen beim Boot Boo Hook-Festival. Viele fands doof. Gerade weil Schorsch damit umgehen kann, wurde es grandios.

3. Mogwai im Grünspan in Hamburg und im Capitol in Hannover. Einfach wegdriften.

4. Transmitter bei der Fete de la Musique und beim Open Flair. Was das knallt.

5. Bruno Punani beim Fährmannsfest. Für mich die Entdeckung aus Hannover 2011. Klezmer-Punk vom niedersächsischen Ural.

6. Nouvelle Vague im Capitol. Schön.

7. Flo Mega bei der Breminale in Bremen. Schweißtreibender Soul-Reggae.

8. Mediengruppe Telekommander auf der Stubnitz in Rostock und in der Glocksee. Adieu!

9. Alte Schule Masthorn beim Fährmannsfest. So klingt Politrappunk heute.

10. Clueso aufm Open Flair. Jetzt macht er auch Elektro. Gut.
Schön wars auch bei Supershirt, Kyuss, Klämpner, Jeans Team und auf all den Festivals von Fusion bis Boot Boo Hook.
 
 
2. Skurrile Kulturereignisse:
1. Vorlesung über Enterprise-Technologien in der Uni Hannover – super!
2. Schlagerfestival in der TUI Arena Hannover (Andrea Berg vergisst ihr Playback, Jürgen Drews knutscht Pressekollegen)

3. Karnevalsumzug in Hannover samt Gutti-Demo auf dem Opernplatz (kam leider keiner)

4. Die Prinzen singen im Capitol

5. Die Phudys geben sich als Mauerbrecher im Theater am Aegi

6. Klasse wir singen in der TUI Arena ist ein Singfestival von Tausenden Kindern in Niedersachsen – Massengesang macht mich nervös

7. Milow ist gar nicht so scheiße, wie man ihn scheiße finden möchte

8. „Schluss jetzt! Lauter“ von Stemann im Deutschen Theater Berlin war das beste Theaterstück 2011

9. Tanztheater „Babel“ auf Kampnagel in Hamburg war das beste Tanztheaterstück 2011

10. Das Udo Lindenberg-Musical in Berlin ist okay, das Stage-Musical hat sich wirklich an Kritik versucht & stets bemüht
Ansonsten loben wir The Computers im Heinz und Christoph Maria Herbst im Allgemeinen.
 
 
3. Schlimme Kulturereignisse:
Arschkrampen im Theater am Aegi – nee. Göbel, kotz, brech.

Der W. im Capitol – schlimm, der Böhse Onkel macht auf Verständnisschulter und Erbauungspredigt – anschließend drüber schreiben, ist wie Kampfhundebesitzer anklagen

Siggi & Raner im Theater am Aegi – ach ja, das war auch mal lustiger
 
 
 4. Fünf Filmmomente:
1. Pina von Wim Wenders – göttlich

2. Absolute Giganten im Stadion des FC St. Pauli und im Baukasten Hannover

3. Rocky Horror Picture Show in Hannover mit Freunden – und Mirco spricht jede Zeile mit

4. Melancholia – Gänsehaut, groß

5. Eine dunkle Begierde – bin im Dunkeln eingeschlafen
 
5. Gesprochen & Gewundert:
1. Tom Gerhard ist im Cinemaxx Hannover eine einzige Falte

2. Hanna Herzsprung ist bei nem Kurzfilmdreh in Hannover schön – schön einsilbig

3. Tom Astor macht in Wirklichkeit Country!

4. James Last will weitermachen – egal, wie lang

5. Ottfried Fischer kämpft ausgerechnet als CSU-Wertebewahrer gegen Bild
 
 
 6. Gesprochen & Bewundert
1. Roberto Blanco, bei der Infa getroffen, selten so viel über Popkultur verstanden

2. Heinz Rudolf Kunze im Maritim Hotel Hannover – krasse Brille & politische Einstellung, aber immer klar und direkt

3. Die Echse – die Rettung des Handpuppenhumors

4. Sven Regener hält nicht viel von langen Sätzen

5. Klaus Farin im Literarischen Salon – das Archiv der Jugendkultur

6. Daniel Küblböck – gar nicht so doof

7. Katrin Bauernfeind – verliebt

8. Thomas Meinecke im Literarischen Salon – Minimal ist nichts anderes als Tempelkultur, wow.
 
7. Verloren:
1. zwei Handys

2. eine Brille

3. einen Bulli, zeitweise

4. Geduld mit Internetanbietern

5. eine Wohnung in Hamburg
 
 
 8. Moderationsmomente:
1. Moderation der Auftaktkundgebung der Anti-Atomkraft-Bewegung

2. 1. Niedersächsische Poetry Slam-Meisterschaft in Hannover im vollen Opernhaus – Gänsehaut

3. Running Mic zum Open Flair – wir lesen sechs Stunden im hessischen Nahverkehr und die Leute haben tatsächlich Spaß.

4. Erster Team-Slam an der Parkbühne Hannover – lesen unterm Mond samt Picknick

5. Neue Sachbuchreihe mit politischen Themen und Büchern – eeeeendlich! Pavillon! Danke Lisa-Marie fürs Vertrauen

6. Zehn Tage moderieren für die Ideenexpo, samt Mirko Slomka und Katrin Bauernfeind

7. Moderation für den Literarischen Salon mit Klaus Farin, große Unterhaltung

8. Science Slam-Finale im Convention Center mit Kulturministerin vor 1000 Menschen

9. Moderation des Halbfinales der Deutschen Slammeisterschaften im Uebel und Gefährlich

10. Nochmal Slam: Erster Teamslam in der Hamburger Fabrik
Auch wunderbar: der Autofreie Sonntag mit 200000 Besuchern, die Aktion Sicherer Schulweg mit 20000 Kids, Fährmannsfest mit 15000 Besuchern, die erste Moderation für das Handwerk mit Martin Kind, erste Moderation für ABF, die Science Slams im Pavillon und die Poetry Slams bei Faust.
 
 
 9. Lesemomente:
1. Für das Recht auf Faulheit – endlich wieder Gedichte vortragen, Braunschweig, Kaufbar

2. Texte fürs Bleiberecht, Wolfsburg, Stadtbibliothek, danke an Dominik

3. Lesen fürs Buch, nicht fürs Bier, Brauhaus Hannover

4. Gedichte für Schüler des Slam-Workshops im Jugendknast Hameln

5. Gedichte für Schüler des Slam-Workshops im alten Bahnhof in Seelze
 
10. Momente, die bleiben, in Stichpunkten:
1. Island
2. Ostsee
3. Sylt
 
 
Skurrile und schöne Momente, die bleiben:
1. Eine ganze Woche Düsseldorf, um über Lena zu recherchieren
2. Eine ganze Nacht im Spielzeugladen verbringen
3. Das erste Mal auf dem stillgelegten Tempelhof laufen
4. Hochzeit im Hafenklang Hamburg feiern
5. Mit Zehntausenden in Dresden Nazis aufhalten
6. In Dresden in einem Trabanten schlafen
7. Ein Video mit einem Fanfarenzug drehen
8. Die Fusion noch 15 Stunden besuchen
9. In Utrecht die Sonnen untergehen sehen
10. Mit Herrn Costa aufwachen
 

Jahresrückblick 2011 – Die Listen

Foto von Felix Noelle

Kerner machts, Kerkeling auch, müssen wir wohl auch ran, um uns für die Gottschalk-Nachfolge ins Gespräch zu bringen. Bald ist 2011 durch. Hui. Wir sind beeindruckt und fangen mit kleinen Listen an, dieses bunte, wilde Jahr Revue passieren zu lassen. Dann ma los.

Fünf Adressen, die 2011 unter Heimat gespeichert wurden

1. Kreisspüle, Hamburg: Der Laden heißt eigentlich Reismühle und bezeichnet das Hinterhofhaus, in dem Egge bis vor Kurzem gewohnt hat. Sieben Leute, ein verrückter Hund, eine Fahrradwerkstatt. Und wenn dann gefeiert wird, kommt die Frauenmannschaft des FC St. Pauli, Genossen aus der Kneipe neben Knust und Centro (Name soll ungenannt bleiben, ne Andi?!) und viele Greenpeaceausgestrahltgraswurzeltvler. Der Auftritt mittendrin war einfach nur gut – nur die Taxifahrt mal kurz zum Hafen war ganz schön teuer (aber unbezahlrbar!).

2. Baukasten, Hannover: Hier haben wir im April mal ruhige Lieder ausprobieren können, tatsächlich einmal geprobt (!) und schließlich Videopremiere vom „Zugvögel“-Clip gefeiert. Einfach gute Menschen.

3. Multilayerladen, Berlin: Von den Bücherbergen bis hin zum Schraubstock: wir lieben es, unter dem Kronleuchter bückend zu spielen (auch wenn man 30 Minuten vor einem sitzenden Publikum alles gibt), anschließend wild auf der Jukebox rumzudrücken, nur um dann noch später vom Hochhaus in Kreuzberg das Parkhaus des Todes mit Kippen zu bewerfen

4. AJZ, Neubrandenburg: Wir waren wieder baden, haben zu lange gefeiert & waren am nächsten Tag entsprechend heiser. Aber die Leute sind zu nett, zu engagiert, zu gut drauf, dass man sich nicht zu Hause fühlt. Und kochen können die, Wahnsinn! Bullenwagen …

5. Balthes, Ravensburg: Es war ’ne Geburtstagsfeier nach Maß: Denn wenn man schon nicht im Park grillen, auf der Straße Bier trinken und Mülltonnen anzünden darf, dann sollte man doch zumindest im Balthes noch feiern dürfen. Haben wir dann auch gemacht. War ein toller Abend & eine gelungene Alternative zum Jazzfest. Und dass wir später noch einmal zum Festival in Weingarten durften, hats abgerundet. Immer wieder gern, beim Noge, Toby und der Crew.

Foto von Felix Noelle

Fünf Adressen, die wir uns 2012 merken müssen

1. Kompott, Chemnitz: Was für ein großartiger Laden entsteht denn da, bidde? Nette Menschen aus Klubzusammenhängen und Hausprojekten gründen einen Laden für Menschen mit Visionen und Lust zu tanzen. Kein Wunder, dass Kraftklub nicht nach Berlin wollen. Das war ein richtig guter Auftakt.

2. Kafe Marat, München: Politisch umstritten und umkämpft wirkt der Laden wie ein gallisches Dorf. Terroristen, Linksradikale, gewaltbereite Autonome? Nun ja, wir haben vor allem nette, engagierte Leute getroffen, die noch eine Meinung zu Nazis, Bildungskahlschlag und Polizeigewalt haben. Tolles Konzert.

3. ACU, Utrecht: Mitten in den Niederlanden liegt das wunderschöne Utrecht. Und wer Kopenhagen mag, wird auch diese Stadt lieben. Dazu kommen nette, aufgeschlossene Menschen, die selbst einen Hinterhof in einen Park der Sinnen verwandeln können. Großer, zum Teil englischsprachiger Auftritt.

4. Zucker, Bremen: Was aussieht wie ein Lagerhaus wirkt von innen wie eine Vision vom Technoklub. Dass man dort aber auch entspannt zu Hip-Hop und Punk tanzen kann, hat uns beeindruckt. Toller Laden.

5. Jena, Besetztes Haus: So richtig besetzt, ist das Haus neben dem Kassa schon lange nicht mehr. Etwa 20 Leute wohnen dort, trainieren und feiern zwischen selbstgebauten Tresen und Tanzflächen. Das wirkt so sympathisch selbstorganisiert, dass wir wiederkommen müssen – nicht nur, weil wir das Gefühl haben, immer mehr Leute vor Ort zu kennen.

Fünf Momente des Staunens 2011

1. Anti-AKW-Auftakt, Dannenberg: Krass, so sehen also 23000 Menschen aus. Wahnsinn. Und dann singen sie auch noch „Die Gedanken sind frei“. Boh.

2. Kellerklub, Stuttgart: Wir lieben Supershirt! Ob in der hannoverschen Faust, im Backstage des Kellerklubs oder betrunken in der Glocksee. Der Vorbandjob wird da zum Freizeitvergnügen.

3. Breminale, Bremen: Das ist also Flo Mega. Was auf dem Album nach Popsoul klingt, wird live zur hochwertigen Alternative zur Disko No. 1. Großartig! Schweißreibend! Umwerfend! Und wenn anschließend noch das Viertel auseinandergenommen wird, ist das zumindest beeindruckend.

4. Open Flair, Eschwege: Ah, so sieht Clueso aus. Oh, so schmeckt das Bier im Backstage der Killerpilze. Das sind also die Fantastischen Vier. Das Open Flair-Festival war eine große Runde Erfahrung. Am meisten mochten wir trotzdem die Hessen-Slam-Leute & The Incredible Herrengedeck.

5. Peng, Mainz: Netteste Menschen treffen auf engagierteste Künstler. Ein sehr guter Rahmen, um sich auszutoben. Und wenn schon am Fahrstuhl die Liebe gestanden wird, kann man sich nur willkommen fühlen.

Foto von Felix Noelle

Fünf Open-Airs 2011 mit Herz

1. Fete de la Musique, Hannover: Stagediver, Schilder, Fahnen, Spongebobpuppen, Bierduschen, Massenpogo, Liebe, Liebe, Liebelei.

2. Schulhof, Döbeln: Laut gegen Rassisten raven. Ein großartiges Team lässt sich auch von Nazis und Besserwissern nicht die politische Arbeit kaputtmachen. Sehr gut.

3. Fresh-Air-Festival, Ortwig: Wir sind gegen CO2-Endlager spielend demonstrieren gewesen – und es hat Spaß gemacht. Ein paar Monate später wollte die Bundesregierung auch nicht mehr mitmachen und besiegelte die Bodenspeicherpläne erstmal.

4. Béi Chéz Rainer, geheime Wiese: Für eine Premiere hat es nur Spaß gemacht. Besonders wenn noch am Morgen der Bass wummert und mitten zwischen Bäumen das Strobo blitzt.

5. Dresden-Nazifrei, Dresden: Ja, es ist schon doof, wenn Konstantin Wecker den Lauti bespielt, auf dem man doch auch auftreten sollte. Noch blöder, wenn er damit zu einer Blockade wegfährt und man sich einen neuen Spielort suchen muss. Aber nur großartig, wenn am Ende Nazis keinen Meter gehen können, weil man mit Tausenden die Straßen blockiert hat. No pasaran!

Fünf Erfahrungen auf Bühnen

1. Hinterhof, Arpke: If the Kids are united: Dann wirds wild. Dann hauen sie uns die Instrumente von den Tischen und üben den Massenmoshpit auch auf der Bühne. Arpke? War fürher die Punkrockhochburg bei Hannover. Heute wird dort Elektro gespielt. Getanzt wird immer noch in der Bierdusche.

2. Witzenhausen, Uni-Klub: Unser erster Diskokugelraveabend lief in Witzenhausen. Wir riefen dazu auf, die Lichtdeko selbst zu übernehmen – und tatsächlich, die Leute brachten Knicklichter, Handydisplays und Feuerzeuge zum Leuchten. Jede Lavelampe wurde zum Strobo. Krass schön.

3. Ehemaliger Ideenhof, Basche: Die Anlage ist Schrott, so richtig. In einem Ökohofkeller bei Barsinghausen stimmt alles, nur der selbstgebaute Bassverstärker krächzt, der Rest auch. Also machen wir alles lauter – und die Leute tanzen zu einer Art Thunderdome-Soundtrack. Wahnsinn.

4. Bürgerschule, Hannover: Leise ist das neue laut. Das Publikum sitzt bei einer Soli-Aktion für Amnesty International und lauscht. Erst liest Robert Kayser, dann singt Angela Laub. Wir schreien etwas gedämpfter, Carlos macht den Bossa Nova-Techno. Spannend.

5. Lagerhaus, Bremen: Endlich wieder einmal ein Auftritt im Poetry Slam-Rahmen. Und plötzlich wird uns ein Gedicht gewidmet. Hui.

Foto von Felix Noelle

Fünf Begegnungen

1. An der Polizei, Hannover: Ulli.

2. Haus am Inselplatz, Jena: Was für eine Familie. Keine Namen. Höhö.

3. Sternhagel, Köln: Mit der Danie sprechen wir gern über Lena in Düsseldorf.

4. Soulkitchen Halle, Hamburg: Das ist also Andreas Dorau, da auf dem Konzert zur Konspirativen Küchenkonzert-Aufzeichnung. Gefällt ihm nicht so. Na denn.

5. Kufa, Hildesheim: Einfach gut, der Siggi. Und die Goldkinter.

Was sonst noch war

Unser Video zu Zugvögel ist wunderschön geworden. Danke an alle Beteiligten.

Wir danken dem Verlag Sprechstation für den Vertrieb von CD und Platten und bemühen uns 2012 etwas mehr darauf hinzuweisen.

Es war uns eine Ehre, das „Manifest der Vielen“ mit Musikbeiträgen in der Bremer Schwankhalle zu unterstützen.

Wir grüßen Step Flash, Egotronic, Ya-Ha, IRA, Infight, Maximal & Lieber Klub, Lutz & Karoshi, Manu El, Feinkost Leipzig, Anares, LOT-Theater, Ostwestfalen, Gonzo-Verlag, Filtertypen, grgr, Kevin & Felix, Feinstaubinferno und alle Verrückten, die uns dieses Jahr noch begleitet haben. Danke für dieses kunterbunte Jahr.

Foto von Felix Noelle


Dezember 2010 – Carlos Top Ten Zwanzigzehn

Mein Jahr in einer unvollständigen Liste.

1. Das erste Gesicht, das ich am ersten Januar Zwanzigzehn sehen durfte, wird auch das letzte in diesem und wiederum das erste im kommenden Jahr sein.

2. Der kalte Wind findet noch jede Ritze, zwischen den allzu gut eingepackten Klamotten. Obwohl wir wie Zwiebeln durch die Dünen laufen, spüren wir die steife Nordseebrise an der Haut. Aber irgendwo hier müssen die Rehe doch sein. Hasen, Fasane, Adler und Möwen haben wir ja schon genug gesehen.
Seitdem ich denken kann, fahren wir auf diese Insel, ich kenne schon fast jede Düne auswendig. Nun stehen wir wieder hier auf der Höhe, vor uns das Meer. Dicke Eisschollen säumen die Linie, wo die Wellen fast schon kraftlos auf den Strand brechen. Schaum erfriert sofort. Auf dem Boden liegen Hunderte Stücken altes Holz, Bernstein ist aber nirgends zu sehen.
Die Suche geht weiter. Nach dem Reh im Winter. Nach Bernstein am Strand. Nach warmen Plätzen, wenn der Wind kalt bläst. Schön, dass ich das nicht alleine machen muss.

3. Er hätte einfach besser aufpassen sollen. So ist er nicht nur auf den glitschigen Steinen ausgerutscht, er hat sie auch gleich mit umgerissen. Nun müssen wir so hart lachen, dass wir fast nicht mehr schwimmen können. Der Kanal ist um diese Morgenstunde noch warm von gestern. Außer uns ist kein Mensch zu sehen. Die Wolken am Himmel sehen aus wie Schäfchen, wenn auf dem Rücken schwimmend langsam rumdümpelt. Davor waren wir tanzen und Wodka mit Gurke trinken. Und geliebt, gelacht, gesungen haben wir auch. In diesem verwunschenen Garten, in dem Hasen Nichtgeburtstag feiern und Punks in Babyschwimbecken ihren Freischwimmer machen.

4. Nie haben wir in dem Raum Bier zusammen getrunken. Immer nur gearbeitet. Und Witze gemacht. Und Musik gehört. Und lange geschwiegen, wenn der Redaktionsschluss näher rückte. Und gestritten, wenn die Überschrift nicht passte oder der Dienst das verlangte. Jetzt sitzen wir hier, hören Musik oder auch nicht, trinken Herrenhäuser und unterhalten uns entspannt über das Leben, die Kunst, das Weggehen. Später werfe ich einem Punk noch Ausverkauf vor, nur um doch mit ihm Schnaps zu trinken. Monate später spielt 96 nicht wie 96, und wir trinken wieder Bier, wärmen uns mit Schokolade. Alles ist anders und doch irgendwie gleich.

5. Um ein Uhr nachts ist es der Braut egal, wie teuer ihr Kleid war. Sie hat jetzt einfach Lust zu tanzen. Zu Rage Against The Machine. Zu den frühen H-Blockx, zu Offspring, zu all den Hits, zu denen man als niedersächsischer Teenager in den späten Neunzigern auf Dorfpartys, Garagenfeten und in der Rockdisko abging. Auch wenn man jetzt älter ist, Anzug trägt, mit dem Studium fertig ist oder schon lange in seinem Job arbeitet, braucht man die volle Dröhnung. Diese Hochzeit zweier lieber Menschen in der Lüneburger Heide ist die beste Gelegenheit. Es wird, für die meisten Anwesenden, das beste Festival des Jahres!

6. „Heute zahle ich. Ich lade euch alle ein.“ Ein Essen gegen ein Studium. All die Jahre der finanziellen, moralischen und emotionalen Unterstützung aufwiegen mit der Frische, der Schärfe, der Süße, dem explosiven und liebevollen Geschmacks gebratener Auberginen, Tabouleh, Köfte, Cacik, Sütlac und all den anderen Köstlichkeiten. Eigentlich unmöglich, ich denke aber, sie haben sich genauso gefreut wie ich.

7. Bon Iver singt für Emma im Radio, draußen brechen die Wellen an die spanische Küste. Die Haare sind noch nass, die Lippen noch salzig. Das Bier schmeckt trotzdem. Der Hahn gegenüber kräht und der Hund bellt. Die Sonne brennt dorthin, wo die Tom-Waits-Biographie sie nicht verdeckt. Tage auf dem Balkon und in den Wassern Andalusiens.

8. Manchmal trifft man die richtigen Menschen in den falschen Momenten. Man weiß eigentlich, wie sehr man sich mag, aber hat dafür in dem Moment einfach keine Zeit oder keinen Kopf. Man streitet sich oder verliert sich so aus den Augen. Und Jahre später, vor der Parkbühne Hamburg, während die tollen National singen und spielen steht man sich dann wieder gegenüber. Und plötzlich weiß man, warum man sich vor Jahren eigentlich mochte, und eigentlich ist das auch alles okay so gelaufen. Denn man weiß genau: Beim nächsten Mal freut man sich dann wieder umso mehr.

9. In einer fremden Stadt ankommen, nach zwei Tagen gleich tolle Menschen kennen lernen, zwei Wochen später eine Stammkneipe haben, zwei Monate später jede Abkürzung morgens auswendig können. Wissen, wo es den besten Espresso gibt, die besten Pommes, den besten Veggie-Burger. Wo man nachts noch hingehen kann und was die Einheimischen von uns Studi-Touris halten. In die eigene Heimatstadt zurückkommen und die Unterschiede erkennen. Und beides genießen!

10. Um auf die Bühne zu kommen, muss man nur drei Stufen gehen. Eigentlich. Tatsächlich aber muss man rund vier Jahre lang fast jedes Wochenende irgendwo auftreten. Man muss sich gegen Kunststudenten wehren, die einen auf der Bühne verprügeln wollen. Man muss in unzähligen Zügen schwitzen und frieren und warten und. Man muss immer wieder Angst vor seinem Equipment haben, weil das Zimmer im besetzten Haus nicht abschließbar ist. Man muss immer wieder neu anfangen, Menschen zu zeigen, was man da überhaupt auf der Bühne vor hat. Man muss die Freundin mit selbst gemachtem Sushi bestechen, weil man schon wieder ein Wochenende weg war. Man muss Freunden sagen, dass man sie auch diese Woche nicht sehen kann. Man muss seine Uniabschlussarbeit im Zug Korrektur lesen. Man gratuliert der eigenen Mutter von unterwegs zum Geburtstag. Man muss sich immer wieder selbst davon überzeugen, dass es die eigene Entscheidung war, die einen zu später Stunde in irgendein verranztes Zimmer mitten in der Provinz geführt hat, in einen schimmligen Keller, auf eine Bühne, vor der ein zahlender Gast auf Techno wartet.
Es sind drei Stufen bis hoch zur Bühne. Das Licht ist aus, das Zelt dunkel. Du spielst das Intro und die ersten Schemen sind erkennbar. Das Licht geht an, ihr ruft „Guten Abend, Fusion!“ und du hast keine Ahnung, wie viele Hände dich begrüßen…