Egge Sommer 2014 – Ham wa was jelernt

Ajuca 2014

Unfassbar. Wir hatten schon einge bunte, kurzweilige Sommer mit der Band. Das Jahr 2014 wird aber als das Jahr eingehen, das uns fast umgebracht hat. Wollten wir nicht mal zarte Lyrik vertonen? Jetzt ist scheinbar Punkrock angesagt – und meine Stimme knarzt wie Costas alte Technikfossile. Nun ja. Jammern auf hohem Niveau. Was soll das? Stimmt! Man lernt dabei schließlich fürs Leben. Darum hier, wie einst in guten Myspace-Tagen: das ham wa drauß jelernt:

 

– Wenn in Jena Hausfest ist, kommen die Hippies samt Sessel vom Dach an Seilen hängend, samt Klampfe, klar
– Das Publikum singt dann gerührt Stones-Zeilen wie „Every cop is a criminal“ dazu und pfeift lethargisch
– Entdeckte Band: Lisa Luv & the No Go’s anhören!
– Man kann ein Crashbecken mehrfach brechen
– Die Sandmannausstellung in Greifswald: wunderschön!

Der Sandmann in Greifswald.

– Immernoch schön: mit Kreide Blumen auf Asphalt malen
– Costa kann auch Stagemanager
– Entdeckte Bands: Meerdenker, Bungalow & Brazzo Brazzone

Meerdenker beim Autofreien Sonntag.

– Wenn man im Backstage Fußball spielt: will immer irgendwann jemand seinen Ball zurück
– Wenn Marteria oder Gisbert zu Knyphausen Fußball mit ihren Söhnen im Backstage spielen: wollen alle Fotos machen
– Klangkarussel ist offenbar eine Band, dessen Sänger ganz ästhetisch Percussionsinstrumente bedienen kann
– Die Faszination von The National besteht live darin, zu warten, bis der Sänger wieder sein Bier fallen lässt
– Bei der kulturellen Landpartie im Wendland lässt sich wunderbar Kunst im Raum 2 in Neu Tramm anschauen
– Man sollte die wunderbare Kunst aber immer direkt kaufen – man kommt übers Netz einfach nicht ran
– Heinz Ratz spielt immer in Neu Tramm, wirklich immer
– Mützingenta ist eigentlich eine der größten Wunderpunkt-Landpartie-Partys – steht aber nicht im Kulturprogramm

Wendland und Graswurzel.TV

– Besuchen: Das Wilwarin-Festival ist wunderbar – vom Backstage bis zur Staublunge in der ersten Reihe
– Slammer und Kabarettist Hinnerk Koehn sollte Schlagzeuger werden
– Beim Wilwarin-Festival in Ellerdorf werden Besucher noch mit Feuerwehrschläuchen zur Ruhe gebracht

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Costa und die Terrorgruppe.

– Man darf in Seen Shampoo benutzen, wenn es Bio-Shampoo ist
– Wow: klang die Terrogruppe schon immer wie eine richtige Rockband?
– Entdeckte Bands & endlich live: Scheiße Minelli, The Colder Sea
– „Kennt sich jemand mit meinem Gerät hier aus?“ ist kein souveräner Satz auf der Bühne
– Pfefferminzschnaps hilft gegen Mundgeruch
– Pfefferminzschnaps macht trotzdem betrunken
– Man kann mit einem Wendlandtraktor durchaus durch die hannoversche Innenstadt fahren
– Besuchen: das Tikozigalpa in Wismar
– Das wichtigste für Radwandertage sind nicht die Räder, sondern Teilnehmerstempelkarten für Checkpoints
– Lokalpatriotismus ist stärker als die Begeisterung für die Nationalmannschaft
– Zumindest wenn es um den Nahverkehr geht, die lokale Fußball-Elf und Kosenamen für den Bürgermeister
– Entdeckte Bands: Big Band Käthe Kollwitz-Schule – meine ich ernst
– Wenn die richtigen Leute informiert sind, lässt sich ein Rave mit 5000 Leuten in der Innenstadt feiern
– Beim Bürgerbrunch vorher klären, wieviele Freigetränke Freigetränke umfasst

Limmer 2014

– „Die Kloschlange in der Fusion-Oase-beschimpfen“ kann ein erfolgreiches Veranstaltungskonzept sein
– Man darf nicht in der Datscha jeden freundlichen Wodka annehmen
– Endlich (wieder) live und überzeugend: Robocop Kraus
– Entdeckte Band: RobotKanon – Grunge trifft Stonerrock trifft Arty
– Keine Ahnung, was Sicherheit bei der Fusion angeht – aber entspannt gefüllt war es dann doch
– Was fehlte bisher auf dem Sommerfest der niedersächsischen Landesregierung? Richtig, ein Kiosk
– Für bunte Tüten braucht es nicht zwingend Verkaufspersonal
– Besuchen: Verleihung des Studentenwerkspreis: so viel tolle Projekte & Menschen direkt nebenan
– Die Snap-Shot-Box wird mit jeder Stunde am Abend spannender
– Ein roter Teppich zur Media Night für Journalisten ist übertrieben? Manch einer fühlte sich endlich verstanden

Pullmann City Harz

– Im Harz gibt es eine Westernstadt namens Pullman-City
– Es ist schlimmer, als man denkt
– Line-Dance ist die Tanz gewordene Provinzhölle
– Man darf auf einem Schützenausmarsch ruhig mit Gummibären werfen
– Man bekommt sie nur zurück ins Gesicht geworfen
– Besuchen: Frosch in Hannover-Limmer, Gin-Tonic unter 4 Euro, viiiel zu sehen
– Der Bruchmeisterrundgang zum Schützenfest kommt nie ohne zerstörte Gläser aus
– Jürgen Drews mag kein Public Viewing – er spielt dann einfach direkt vor der Leinwand – während des Spiels
– Entdeckte Bands: den Cor-Sonderstatus in Mecklenburg verstanden

Neustadt-Glewe, Mecklenburg.

– Sonderschule und Montreal haben einen eigenwilligen Humor
– Besuchen: die zweite Bühne des Burning-Summer-Festivals – unfassbar liebevoll
– Das Sterni-Marketing macht derzeit eine Menge richtig
– Bei Leihcabrios nie, nie, nie das Verdeck bei 120 Sachen schließen
– Besuchen: das entspannteste und musikalisch spannendste Fest ist das New Direction in Herrenberg
– Entdeckte Band: Belgrado & Humanabfall
– Die Leipziger füllen immer Menschen ab, die Leipziger füllen immer Menschen ab …
– Eine ausgestreckte Hand am Tresen bedeutet: noch Platz für vier Wodka
– Wenn im Juli mit Feuerwerk gebollert wird, ist Deutschland wohl Weltmeister
– BeachRugby ist eine Art Gewaltpräventionsstrategie – sagen die BeachRugbyspieler
– Hannover hat jetzt auch ein Campus Festival
– Man muss nicht nüchtern sein, um Jennifer Rostock anzusagen
– Gefeierte Bands: Irie Revoltes, Ohrbooten, Rotfront
– Bands, mit Fragezeichen: Tonbandgerät und Keule

Berlin Friedrichshagen.

– Der Müggelsee sieht in Wirklichkeit ganz schön blöd aus
– Ohne Haialarm geht da gar nix
– Besuchen: das Brunnenstraßenhoffest
– (Wieder-) Entdeckte Band: Ari

Nürnberg.

– In Nürnberg gibt es Nutella-Brenz
– Man trifft in Bayern sofort den Beckstein
– Mit Farbkugeln und Schleudern auf Nachbarhäuser schießen, kann auch zur Nachbarschaftspflege beitragen

Brunnenstraße.

– Bremerhaven hat auch ne Kieler Woche: Schiffe, Besoff’ne, keine Parkplätze
– Mit dem alten Seemannsheim aber eine günstige und hübsche Übernachtungsdingens
– „Bei Kralli“: aua, was für ne Eckkneipe
– Den Selbstgebrauten NICHT testen

Feuchtwangen, Bayern.

– Besuchen: das politisch streitbare Art Village in Hamburg – Kunst & Tanz gegen wenig Geld
– Weserburg Bremen ist immernoch eines der besten Museen Norddeutschlands

Weserburg, Bremen.

– Der Skyliner zum hannoverschen Maschseefest kostet 5 Euro und erklärt: ganz schön grün, dieses Hannover
– Das Sommerfühl-Festival im tiefsten Bayern steckt voller Herzblut – die lange Reise ist es wert!
– Entdeckte Bands: Friedemann Weise – geiler Typ!

Sommerfühl, Friedemann.

– Kulturbühne zum hannoverschen Fährmannsfest wird immer größer
– Wer für faire Cocktails faire Säfte zur Hälfte wegkippt, um Alk reinzutun, ist nicht fair, sondern bescheuert
– Entdeckte Bands: U3000, Roman Rofalski, Lius del Mar, Status Wo?!
– Das Open Flair in Eschwege bleibt das familierste Festival des Landes

Cantus, Renato, Sven Panne, Rüdiger, Tobi.

– Entdeckte Bands: Lumpenpack, Rüdiger Bierhorst, Sven Panne
– Rainer von Vielen bleibt auch 2014 eine der Lieblingsbands
– SDP schnall ich nicht
– Man kann Chansons in einem voll besetzten Cantus-Wagon feiern
– Aber gleichzeitig hat man in ganz Hessen nie Handyempfang
– Felix Römer macht das mit einem Lächeln vergessen

Eschwege, Herrengedeck.

– E. aus Düsseldorf ist einer der entspanntesten und spannendsten Veranstalter
– Entdeckte Band: Dr. Dreck & Petze
– Ich freue mich für Düsseldorf auf baldige vegane Univerpflegung

Düsseldorf.

– Swingpartys in linken Zirkeln sind die Besten
– Pfeffi ist vegan
– Man kann beim Ajuca zwei Stunden über nachhaltiges Festivalverhalten sprechen
– Und anschließend Madonna über Campradio auflegen
– Es sollte viel öfter Lesungen für Schnippelfreiwillige geben
– Entdeckte Band: Radical Hype

Köln.

– Das Fuchsbau Festival bleibt das spannendste Kunst- und Kultfest der Region Hannover
– Entdeckte Bands: Martin Kohlstedt, Jujujus und eine unfassbar tolle Live-Hörspieltruppe aus LE
– Wir sollten viel öfter im Dunkeln spielen
– Ich sollte nicht am nächsten Morgen einen Slam moderieren
– Johannes Berger und Hinnerk Koehn wird die neue Kabarettgang, wenn sie sich auf einen Ort einigen
– Mallorca hat auch schöne Ecken

Ellerdorf, Wilwarin.

– Bei Stendal ist mit dem Hin & Wech-Festival tatsächlich in Sachsen-Anhalt ein geiles Festival entstanden
– Es ist immer wieder schön, den Martin unterwegs zu treffen
– Entdeckte Band: Banal!
– Aschaffenburg wird unser Itzehoe Hessens – so unfassbar gute Menschen
– U. Tukur ist in Wirklichkeit viel kleiner und dünner als man denkt
– Gisbert zu Knyhausen bleibt einer meiner Lieblingssongwriter
– Entdeckte Band: Torpus & the Art Directors
– Chemnitz kann auch richtig schön: wie beim Open-Air-Slam im Arthur

Art Village.

– Cottbus hat mit Zelle, Muggefugg & Chekov gleich drei schöne Läden
– Das Seitensprung dort ist immer zu voll
– Entdeckte Band: Käptn Blauschimmel!
– Artless leben noch und singen immer wieder: „Mein Bruder ist ein Popper“
– In Schlafwagen in Jena schläft es sich noch immer am besten

Cottbus.

– Volker Strübing ist noch immer ein Meister der Kurzprosa
– „Hinter dem Horizont“ ist ein wunderbarer Film
– „Die Echse“ ist seit dem Faetzig Camp vor Jahren noch böser geworden
– Frank und seine Freunde aus Nordniedersachsen könnte Volker Rosin als Kinderliedermacher beerben
– Der HAZ-Sofatag ist noch immer eine meiner Lieblingsveranstaltungen in Hannover

Linden.

– Wie gut, dass damals in Leipzig das Plakat aus Jena dazu hing
– Entdeckte Band: Leaves & Trees
– Tao Lin im Original lesen – und nicht zu viel persönlich fragen
– Die Nachbarn vermisst man meist erst außerhalb Hannovers

Danke für diesen unfassbaren Sommer!

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++ Januar 2011 ++ Was hängen geblieben ist ++

Der Januar, ein Monat der Muße. Langsam kommt man wieder im Alltag an nach all den Fressorgien und Besinningseinlagen. Na ja. Haben wir nicht geschafft. Aber seht selbst. Was für im Januar 2011 gelernt haben:

– Herr der Ringe ist immer noch eine großartige Filmtriologie
– man kann den ganzen Neujahrstag damit füllen
– in der Directors Cut Version versteht man sogar die Elben
– Silvester nie auf dem Hamburger Kiez feiern
– lieber auf einem Dach in St. Georg
– die Eislaufbahn aus Kunststoffplatten mitten im hannoverschen
Einkaufszentrum fanden selbst Kinder langweilig
– Adoro-Musiker würden auch Slayer covern
– Tom Gerhardt hat mehr Falten als Mutter Teresa
– ja, er weiß, wie schlecht seine Filme sind
– Filme, die wir mal wieder gesehen haben und empfehlen können: Sieben Jahre in Tibet, Machete, Control
– die Buchverlegerin Dora Heldt heißt eigentlich Bärbel Schäfer
– sie hat ihr erstes Buch unter dem Pseudonym bei ihrem eigenen Verlag eingereicht, weil sie dem Klüngelvorwurf entgehen wollte
– früher wollte sie die Welt verändern, heute den Menschen Zerstreuung bieten
– Kalkofe und Wischmeyer wollten als Arschkrampen einst auch unterhalten
– heute sind sie live nur noch langweilig
– und ihre Ironie ist so verborgen, dass selbst Thor Steinar-Fans ins hannoversche Aegi kamen
– Juri Gagarin hat sich aufgelöst
– leider war es ausverkauft und Audiolith-Lars sagte an der Kasse:  „Jungs, kommt gegen 3 Uhr wieder“
– man findet nie um 3 Uhr vom Hamburger Berg zurück
– Raymund Kranleidis (oder so) Büroannekdötchen in Buchform sind so originell wie Bahngedichte oder Anglizesmenbashing, pardon, Anglizesmenanfeindungen
– Sängerin Nadin Marie Schmidt ist offensichtlich irre, hat aber eine Stimme, die fesselt & fasziniert
– Nouvelle Vague haben eines der besten Konzerte im Capitol gegeben in diesem Jahr, großartig
– auch toll: das Console-Album, Literaturquikie im Hamburger Feldstern, Ostseespaziergänge, Hotelbadezimmerflutungen, Frühstück im Gig, die Bar Natalie und Krüger in Berlin, Lindy-Hopp, Lied drei auf dem neuen Beatsteaks-Album
– Leipzig ist so eine geile Stadt: Essen im Cantona, Kunst schauen bei der alten Spinnerei, chillen im Clara Zetkin Park, feiern bei Feinkost, futtern beim Burgermeister, Bierchen im Schlechten Versteck, toll!
– mit Goldkind Lieder aufnehmen ist Trinkersport
– die hannoversche Faust hat endlich die Insolvenz hinter sich
– das hat noch nie ein Kulturzentrum in dieser Größe geschafft
– Oliver Dierssen hat mit „Faustus“ ein neues Buch draußen
– Radio- und Wochenschauprofi Fritzsche hat nu auch nen Satiregipfel
– … und redet schneller als Egge
– die Model-WG-Filiz war mal Miss Türkei & Miss Hameln und betreibt im Norden Hannovers ne Waschanlage
– und ist nett!
– der Sing Sing Klub im hannoverschen TAK-Keller tritt das Flockenpop-Erbe an
– Leinehertz hat von Alternativ auf Massentauglich umgestellt & damit auch die letzte Floraerblast entsorgt
– ein Boykott ist nicht die schlechteste Idee, Gruß an Heiko
– tatsächlich hat Egge ein gutes Heinz Rudolf Kunze-Interview führen können
– Lieblingsfrage: „Ist es eigentlich schlimm, wenn man irgendwann mehr als Privatmann wahrgenommen wird als als Musiker?“ Kunze: „Ich weiß, worauf sie hinaus wollen. Und ja, für die Bunte wurde ich erst durch die Scheidung bekannt.“ Egge: „und es stört sie nicht, wenn die Medien zur Hochzeit kommen?“ Kunze: „ich habe nicht vor, noch einmal zu heiraten.“
– Egge Lieblingsantwort aller Zeiten auf eine Neues-Album-Frage stammt von den Scorpions: „das geht Straight nach vorn. Das ist back to the roots. Das ist richtig Rock’n’Roll!“ danke, Klaus!
– Hören-Wettbewerb war seeehr lang (armer Moderator Tobi)
– gefallen haben: menina Loop, klämpner und Germaid
– auf der ABF zu moderieren ist so spannend wie eine Marktschreierausbildung
– Hubert Zitt ist Professor für Enterpriseantriebstechniken
– man kann damit einen Abschluss machen
– Spock hatte schon in den Sechziger Jahren Antimaterie, Kernfusionsreaktor und immer Recht
– Klaus Urban ist der derzeit beste Herzblutautor der Region Hannover
– er hat zu recht den letzten Poetry Slam gewonnen

Soweit. Danke für diesen Monat. Danke an die Multilayers,
Sprechstationies, Zuckermenschen & Hackenporschefahrer, Jenenser,
Inselplatzbewohner & Dresdenblockierer für die Gastfreundschaft. Danke
an die guten Menschen in Linden, Altona & Hohenfelde. Danke an das
Leben, das immer Haken schlägt, wenn man denkt, es kommt zur Ruhe*