6. Juni 2014 – Wendland – Kulturelle Landpartie

Wendland, Juni 2014

Irgendwann falle ich einfach nach hinten und schaue in den Himmel. Wir liegen mitten auf einem Feld. Über uns strahlen die Sterne, wie ich es aus der Stadt nicht mehr kenne. Es ist ruhig und dunkel im Wendland. Nur das brennende Holz in Egges Feuertonne schimmert und knistert und gibt Wärme. Wir haben ein kleines Camp auf einem Feld in der Nähe von Neu Tramm aufgebaut, Feuer gemacht, Wein geöffnet und uns Geschichten erzählt. Doch irgendwann meldet sich die Müdigkeit und zwingt mich auf den Boden. Als ich Stunden später aufwache, ist es heiß, wir steigen in Egges VW Bulli und fahren weiter Richtung Norden.

Wir waren im Wendland unterwegs, bei der Kulturellen Landpartie. Vor dem Zwischenlager in Gorleben und an anderen Orten haben wir mit dem mobilen Soundsystem von Graswurzel.tv kurze Konzerte gegeben und ein Musikvideo gedreht. Immer an den wichtigen Stellen des Castor-Protestes, die im Sommer so viel friedlicher wirken und fast nicht daran erinnern, mit welcher Gewalt die Behälter immer wieder in die Region gepresst werden.

Wir haben zum ersten Mal ein reines Laptop-Set gespielt und sind nicht daran gescheitert. Es geht also weiter. Neu und unbekannt, aber eben weiter.

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Fusion 2012

Vielen Dank Rakete. Vielen Dank Palast der Republik. Vielen Dank Graswurzel.tv. Vielen Dank Grantler und Räuberhöhle. Vielen Dank Eva. Vielen Dank Jan, Linda, Max und H-Town! Vielen Dank Kristl und die Jenaeser Zelle. Vielen Dank Taifun aus München. Vielen Dank Janosch, Simon, Etienne und dem ganzen Kaffeeteam. Vielen Dank Abwärts. Vielen Dank AJZ NBB und den ganzen Sportlern aus MV! Vielen Dank an die Ekelhaften. Vielen Dank an Hannover, Leipzig, Hamburg, Bremen, München, Kassel und alle, die wir vergessen haben. Wir machen spielfrei bis Ende Juli!

02. Juli 2011 – Lärz – Oase

Wir hatten an alles gedacht. Die Instrumente luftdicht verpackt, alle Kabel zusammen, zwei Mikrofone dabei, in der Hand eine Flasche Weißwein. Wir meinten es ernst: Wir wollten uns auf die Fusion schlenzen und dort spielen, quasi illegal.

Nachdem wir 2010 einen unserer schönsten Auftritte der Bandgeschichte im dortigen Palast der Republik hatten, dachten wir uns, dass man so etwas in 2011 nur steigern könnte, wenn die Bühne etwas ganz besonderes ist – nämlich keine Bühne, sondern ein ehemaliges Feuerwehrauto, das uns unsere Freunde von Graswurzel.tv zur Verfügung stellten. Samstag um 23 Uhr wollten wir vor die Oase fahren, die Lautstärker aufdrehen und allen Freunden und Vorbeikommenden ein kleines Ständchen bringen. Es war der perfekte Plan.

Wir trafen uns bereits ein paar Stunden eher auf dem Campingplatz, bauten auf, machten Soundcheck und kleine Witzchen über das Wetter. Denn es hatte mal eben aufgehört zu regnen. Wir schlichen durch den Checkpoint auf das Gelände, fuhren an allen tiefen Fützen vorbei bis zur Oase, wo uns bereits ein kleines Empfangskomitee erwartete. Und der Regen.

Es fing sofort an zu plärren und zu plitschen, als wir das Auto abgestellt hatten. Zwischenzeitlich saßen wir bestimmt mit zehn Leuten im Bus, Egge turnte draußen herum und versuchte die Technik zu retten. Mehr als 40 Minuten gingen vorbei, ohne dass die Sintflut aufhörte. Wir wollten trotzdem spielen. Jetzt erst recht.

Nach dem vierten Donner, bauten wir alles wieder auf, starteten den Dieselgenerator und schalteten den Verstärker an. Er glühte kurz, dann ging er aus, für immer. Die Party war vorbei. Die Bestechungsversuche mit Weißwein nahmen die plitschnassen Menschen um den Bus noch an, aber dann versuchte jeder, so schnell es ging ins Zelt zu kommen. Oder nach Hause. Egge verbrachte die Nacht in einem Hostel irgendwo in der Mecklenburger Pampa, Costa halb im Grantler und halb im Auto.

Der Abend zeigte wieder einmal, dass man, egal wie gut man plant und übt und sich vorbereitet nicht alles kontrollieren kann. Als Band, wie auch als Mensch an sich, bleiben wir abhängig von Dingen, die wir nicht beeinflußen können. Einerseits bringt einen so etwas immer wieder gut runter. Andererseits ist es manchmal sehr schade, so wie an diesem regnerischen Samstag, irgendwo in Mecklenburg.