18. November 2010 – Hannover – Faust

Heute Abend Am 18. November spieltet Costa den DJ beim Elektro-Slam im hannoverschen Faust. Das heißt, er und sein Kollege Rowe (Maximal / Lieber Klub) spielten elektronische Musik, auf der dann die Poeten ihre Gedichte, Geschichten und Berichte slamen durften. Klingt irgendwie bekannt. Aus aktuellem diesem Anlass also mal die Geschichte, die uns beide zusammen auf die Bühne geführt hat.

Es ist 2006 und Costas Band hat sich gerade aufgelöst. Bis heute behauptet er, sie hätten Punk gemacht. War aber eher so Pop-Gedöns. In einem kleinen Studio bastelt er nun mit seinem Freund Hans von Freymacher an elektronischen Beats. Egge hat gerade eine jahrelange Tour für seinen ersten Gedichtband „Niemals so ganz hinter sich“ und hat mit dem Slam in Hannover alle Hände voll zu tun. Trotzdem schafft es Costa, Egge erst in der Stammkneipe betrunken zu machen und ihn dann zu sich nach oben zu locken, um ihm Beats vorzustellen. Egge hatte vorher leichtfertig gesagt, dass er sich gut vorstellen könnte, seine Gedichte auf Costas Musik zu, ja was eigentlich? Zu rappen? Zu slamen? Zu sprechen? Zu singen?

Bis dahin hat sich Egge lediglich von Punkbands, Cellisten, Trommlern oder Klavierspielern begleiten lassen. Aber aus der Sache kommt er nicht mehr raus. Auch die Ausrede, er hätte keine eigenen Texte dabei, lässt Costa nicht gelten und zieht Egges Gedichtband aus dem Regal. Der erste Versuch misslingt.

Der zweite ist ebenso wenig erfreulich. Das erste Konzert in einem kleinen Kulturzentrum auf einem niedersächsischen Dorf ist eine Katastrophe und wochenlang weiß keiner von beiden, wo das Ganze überhaupt hin soll. Dann, in einem engen Keller in Lüneburg, auf einer Riesen-WG-Party, gibt es zum ersten Mal diesen einen Moment, wo sich beide in die Augen schauen, lächeln und Spaß haben. Den Rest später hier…

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17. bis 19. September 2010 – Hannover – Oikumenische Schnauzbarttage

Ein Mann  ohne Bart ist nicht angezogen. Eine Frau eigentlich auch nicht. Gut, dass es Feiertage wie die Oikumenischen Schnauzbarttage gibt, die immer wieder an die Unterdrückung der OberlippenbartträgerInnen erinnern!

In Hannover wird seit mindestens hundert Jahren an die Notwendigkeit des Respekts für den Bartwuchs erinnert, der soviel mehr ist als schnöde Mode oder Zeichen hippem Pseudobohemiantums. Eine Ehrensache, an diesen Tagen unsere Solidarität auszudrücken und aus Protest ebenfalls Schnauz zu tragen. (Costa protestiert wohl die meiste Zeit des Jahres sowieso). Als Zeichen des Respekts hier ein paar Bilder zu dem wohl wichtigsten niedersächsischen Feiertages nach dem ersten Wochenende im August und dem ersten Samstag im September.

Jemand Tolles hatte sogar extra einen Automaten aufgestellt, wo man sich Bärte zum aufkleben und Bartbürsten ziehen konnte.

19. Februar 2010 – Hannover – Faust-Gelände

Die Faust, unser Wohnzimmer in Hannover. Ein Club, dem wir seit Jahren eng verbunden sind. Egge moderiert dort den Poetry-Slam „Macht Worte!“ und Costa ist Mitglied der Elektroboyband Maximal Gang, die einmal pro Monat fiese Ravebutzen feiert. Da wir den Großteil unseres Lebens in der Stadt an der Leine verbracht haben, war das Konzert, bei dem wir die netten und durchgeknallten Supershirt als Vorband unterstützen durften also so etwas wie ein Heimspiel. Und uns bleibt nur eines übrig zu sagen: „Was kostet Jägermeister?“ 8000 Mark! Ausführlicher Bericht des Konzerts hier.

Für alle, die die Faust nicht kennen, hier die Erklärung. Das Gelände der ehemaligen Bettfedernfabrik in Hannovers Arbeiterstadtteil Linden gehört seit Jahren zu den besten und schönsten alternativen Clubs der Stadt. Bekannte Partyreihen sind neben „Maximal“ „Treibut„, „Linden Love“ „Panda Club“ oder „Move Somethin„. Die besten Fotos aus dem Laden macht Kevin Münkel. Neben den Party- und Konzerthallen teilen sich zahlreiche Vereine und Firmen Büros, Ateliers und Werkräume auf dem Gelände. Sogar ein Kindergarten steckt in dem alten Fabrikgebäude. Besonders schön sind aber die warmen Monate, wenn beispielsweise am 1. Mai die Wiese mit den alten Bäumen voll Leben ist, wie auch beim „Fährmannsfest“ oder beim noch recht jungem, aber total angenehmen „BootBooHook„-Festival.

Als Besonderheit des Ladens gilt die Suche nach der „Schlange“. Ein Wesen, das – laut Zeugenausgabe – das derbste Tier sein soll, das ab einer gewissen Uhrzeit im Nachtleben rumschlängelt. Ein paar Mutige versuchen seit Jahren dieses mit dem „Langer“ verwandten Geschöpf zu suchen. Dazu scheuen sie sich auch nicht auf Partys über Mikrofon danach suchen zu lassen. Wer die Schlange gesehen hat, melde sich bitte an der Garderobe beim Ferkel. Weitere Informationen über Hannover und sein Nachtleben sind bei Mirco Buchwitz in seinem Hörbuch „Diktiergerät“ zu finden.