24. Mai 2014 – Hannover – Feinkost Lampe

Erst fällt der Compressor aus, dann der Laptop. Und alle Gäste im Feinkost Lampe schauen uns an. Und sie warten. Seit langer Zeit haben wir nicht mehr in unserer Heimatstadt gespielt, und jetzt wollten wir in dem wundervollen Klub Feinkost Lampe unsere neuen Lieder präsentieren. Wir haben sogar ein Liebeslied geübt. Doch es tut sich nichts.

Ein Konzert ist immer Kampf. Die meisten Menschen, die vor uns stehen und kritisch zuschauen, haben uns noch nie vorher gesehen. So müssen wir an jedem Abend die Menschen immer wieder neu überzeugen, dass es eine gute Wahl war, diese Stunden mit uns zu verbringen. Ein großer Druck.

Egge überbrückt die Zeit mit einer Moderation, ich baue die Technik um. Was sich anfühlt wie lange Minuten, sind nur wenige Sekunden. Dann funktioniert die Technik. Ich starte den ersten Beat. Wir schauen uns an, und da ist diese Chemie, die sonst nur noch von Liebe übertroffen werden kann.

Danke an die Amnesty International Hochschulen Gruppe Hannover für die Einladung, den DJs für die Aftershowparty und Arne und Pahli für ihre Gastfreundschaft. Wir verbeugen uns vor den Menschen, die uns in guten und in schwierigen Zeiten das tolle Gefühl eines Konzertes ermöglichen.

31. August 2011 – Hannover – Bürgerschule Nordstadt

Die Bürgerschule im hannoverschen Stadtteil Nordstadt liegt direkt am Sprengel-Gelände, dass während der Chaos-Tage besonderen Ruhm erhielt. Hier spürt man die krassen Veränderungen in der Stadt sehr deutlich. In den achtzigern als „Problemstadtteil“ gebrandmarkt, ist die Nordstadt inzwischen familienfreundlich, ökologisch und so weiter.  Aus einem Supermarkt, der während der Chaos-Tage geplündert wurde, ist inzwischen ein klimaneutrales Haus mit Lofts und Hotelzimmern geworden.

Die Bürgerschule war wirklich mal eine Schule, beherbergt inzwischen aber viele kleine Seminarräume, eine Fahrradwerkstatt und einen Theatersaal. Dort standen wir auf der Bühne, eingeladen von Amnesty International Hannover zum „Internationalen Tag der Verschwundenen“. Gemeinsam mit Angela Laub und Robert Kayser durften wir das Publikum mal lustig, mal nachdenklich auf die Tatsache hinweisen, dass die relative Sicherheit und Freiheit in unserer Gesellschaft keine Selbstverständlichkeiten sind.  „In deiner Stadt verschwindet vielleicht mal ein Autoschlüssel, in ihrer Stadt verschwinden ganze Familien.“