21. Juni 2011 – Hannover – Fête de la Musique

1. Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

2. Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

3. Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

4. Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.

5. Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden
Und vor Dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

6. Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn Du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!

7. So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!

Werbeanzeigen

21. Juni 2010 – Hannover – Fête de la Musique

(Fotos von Felix Nölle / NerdRockerZ Vielen Dank!)

Als ich 18 war gab es nur eine Art von Open-Air-Feten in der Stadt: Solche mit viel Volksmusik, viel billigem 90er-Techno und mit viel Würsten und Bierständen. Heutzutage haben die 18-Jährigen nicht nur einen viel besseren Geschmack und wissen, was sie anziehen sollen, sie haben auch mehr Möglichkeiten, draußen zu feiern und das bei guter Musik. Die Fête de la Musique ist so ein Anlass, bei dem Tausende in die Städte strömen und Bands anschauen, tanzen, mitsingen und sich einfach über den 21. Juni, dem längsten Tag im Jahr, freuen.

Wir sind eingeladen worden, auf der Fête in Hannover zu spielen. Genauer gesagt, hat uns Hanns eingeladen. Hanns ist das wohl charmanteste Mitnehm-Magazin der Stadt. Toll designt, voller interessanter Geschichten und unverzichtbar im Stadtbild. Die Arbeit wird von Studenten der Fachhochschule Hannover gemacht, alles ehrenamtlich und ohne Aussicht auf die Millionen.

Die Hännser hatten ihre Bühne direkt zwischen Historischem Museum und Leibnizhaus, mitten in der Altstadt Hannovers. Dort steht auch der Leibnizbrunnen. Wenn man den Ring am Brunnen einmal komplett rumdreht, kann man sich etwas wünschen. Costa hat’s auch versucht, wurde aber von einem baggyhosentragenden Gesellen mit den Worten „Wenn du da dran drehst, stirbst du in einem Jahr“ begrüsst.

Der Auftritt war trotzdem ein wahrer Genuss. Mit Stagediven, Fangesängen und Bierdusche. Und das alles ohne Fussball. Die gesamte Fête war ebenfalls eine super Sache. Überall entspannte Menschen, viele tolle Musiker und einen Abschluss-Rave am Hohen Ufer. Bei der ganzen Eventisierung und dem Public-Viewing-Zwang war das eine tolle Abwechslung. Ob die Stadt überhaut gemerkt hat, wie viel Werbung sie durch so eine friedliche Veranstaltung bekommt, bei so geringen Ausgaben? Oder sind Schützenfest und Oktoberfest immer noch wichtiger, als Menschen, denen es vorwiegend um Musik geht, eine Party zu ermöglichen. Auch wenn sie allzu stylisch aussehen…