Costas Jahresrückblick 2013

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Januar

Neue GEZ-Abgabe muss pro Haushalt bezahlt werden.
Kim will Nordkorea öffnen und den Konflikt beilegen.
Haushaltsstreit in den USA kommt zu Kompromiss.
Massenpanik bei Silvesterfeier in Elfenbeinküste.
Jeder dritte Bundeswehr-Freiwillge gibt auf.
Schwere Krawalle in Belfast.
Rot-Grün gewinnt die Niedersächsische Landtagswahl knapp.
Frankreich kämpft in Mali gegen Terroristen.
Debatte über Schimpfworte in Kinderbüchern.
Jeder vierte Auszubildender in Deutschland bricht ab.
Bundeswehr soll Kampfdrohnen bekommen.
Ausschreitungen beim zweiten Jahrestag der Revolte in Ägypten.
Debatte über Sexismus in Deutschland.
Goldener Bahlsen-Keks in Hannover geklaut, Erpresser verkleidet sich als Krümelmonster.
Mord-Anklage gegen Beate Zschäpe.
Deutsche Bank mit Milliarden-Verlust.
Kuba erleichtert Ausreise.

Februar

Anschlag auf US-Botschaft in Ankara.
Mehrere US-Zeitungen von China aus gehackt.
Europol deckt Fußball-Wettskandal auf.
Bundesbildungsministerin Schavan verliert ihren Doktortitel.
Papst Benedikt tritt zurück.
Nordkorea testet Atomwaffen.
Europaweit Lasagne mit Pferdefleisch aufgetaucht.
Shitstorm bei Amazon wegen Personalsituation.
Meteoriten über Russland, Asteroid flieg an Erde vorbei.
Bundesverfassungsgericht: Homosexuelle dürfen normal adoptieren.
So viele deutsche Rüstungsexporte wie nie zuvor.
Bulgarische Regierung tritt nach Protesten zurück.
Volkswagen macht einen Gewinn von 22 Milliarden.
Argo gewinnt den Oscar als bester Film.
Skandal bei Etikettierung von Bio-Eiern.
In Italien gewinnt eine Koalition aus Mitte-Links die Präsidentschaftswahlen.
Brüssel will Banker-Boni beschränken.

März

Baby in Versuch von HIV geheilt.
Schweizer Volksbefragung stimmt für härteres Aktiengesetz.
Venezuelas Präsident Hugo Chavez stirbt nach einer Krebserkrankung.
Armutsbericht der Bundesregierung: Ungleiche Vermögensverteilung, mehr Armut.
Ausschreitungen von Kairoern Fußballfans.
Syrische Rebellen entführen Blauhelmsoldaten.
Franziskus als neuer Papst gewählt.
Razzia gegen Salafisten in Deutschland.
Bankenkrise in Zypern.
Studie: Hersteller setzen auf schnellen Verschleiß ihrer Produkte.
Die Deutsche Bahn macht 1,5 Milliarden Euro Gewinn.
Studie: Eurokrise führt zu mehr Suiziden und mehr Krankheiten.

April

Novartis verliert wichtige Patentklage, Medizin könnte nun günstiger werden.
Deutschland exportierte 2012 eine Rekordmenge Strom.
Israel und Hamas brechen Waffenruhe.
Internationales Netzwerk von Steuerbetrügern aufgeflogen.
Vogelgrippe in China.
Nachrichtenagentur dapd ist endgültig insolvent.
Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland gegründet.
Statistik: Erstmals weniger Geld für Rüstung ausgegeben.
Bombenanschlag auf Boston Marathon.
NSU-Prozess muss wegen Pressevertreterbesetzung verschoben werden.
Gold- und Silberpreis extrem gefallen.
Schweres Erdbeben im Iran.
Schweres Erdbeben in China.
Telekom will Internetgeschwindigkeit drosseln.
Frankreich erlaubt die Ehe zwischen Homosexuellen.
Viele Tote nach Fabrikeinsturz in Bangladesh.
Attentat vor Italiens Parlament.
Gas-Explosion in Prag.
Willem-Alexander wird König der Niederlande.

Mai

Grenz-Streitigkeiten zwischen China und Indien.
Affäre um Vettern-Wirtschaft bei der CSU.
Israel greift Syrien an.
Schweres Zugunglück in Belgien.
Pakistanische Präsidentschaftswahl von Anschlägen überschattet.
Erstmals menschliche Zelle geklont.
Deutsche Kriminalstatistik 2012: Mehr Einbrüche, mehr Cyber-Crime.
Anschlagsserie im Irak.
Skandal um Zulassung einer Kampfdrohne der Bundeswehr.
Ausschreitungen von Jugendlichen in Schweden.
150 Jahre SPD.
Britischer Soldat in London mit Beil ermordet.
Bayern München gewinnt die Champions League.
Geldwäsche-Affäre mit 6 Milliarden US-Dollar aufgeflogen.
Ausschreitungen bei Protesten in der Türkei.
Scharmützel bei Blockupy-Demo in Frankfurt.

Juni

Hochwasser in Deutschland.
NSA überwachen Internetfirmen und Kundenkonten.
NSA-Whistleblower Edward Snowden flieht nach Hongkong.
Hunderttausende demonstrieren in Brasilien.
Britisches Überwachungsprogramm Tempora aufgedeckt.
Qualm-Katastrophe nach Brandrodung in Indonesien.
Der ehemalige italienische Ministerpräsident Berlusconi muss ins Gefängnis.
Polizei verhaftet mutmaßliche Terroristen mit Anschlagsplänen mit Modellflugzeugen.

Juli

Ausschreitungen in Ägypten.
Polizei räumt Flüchtlingscamp in München.
Arbeitslosenzahlen in Europa erreichen Rekordniveau.
Auch Briefe werden in den USA überwacht.
Belgischer König dankt ab.
Militär in Ägypten putscht gegen Mursi.
Reallöhne in Deutschland gesunken.
Endlagersuchgesetz beschlossen.
Großes Zugunglück in Kanada.
Flugzeugabsturz in den USA.
Rückgang der Geburtenrate in Europa wegen der Krise.
Europaweite Razzia gegen rechtsextremistische Werwolf-Gruppe.
Kubanische Waffen auf dem Weg nach Nordkorea entdeckt.
Auch die Bundeswehr benutzte ein Prism-Programm in Afghanistan.
Schweizer Geothermieprojekt nach Erdbeben gestoppt.
Masern-Epidemie in Deutschland.
Studie: Mieten werden zum Armutsrisiko.
Zugunfall in Spanien.
Axel Springer Verlag will „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“ verkaufen.
Unfall mit Reisebus in Italien.
Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück.

August

Neue NSA-Überwachung enthüllt.
Erstes künstliches Fleisch vorgestellt.
Spanien und Großbritannien streiten sich wegen Gibraltar.
Stellwerkchaos am Mainzer Hauptbahnhof.
Studie: Jeder vierte Mensch mit Migrationshintergrund fühlt sich in Deutschland diskriminiert.
Hohe Inflation bei Lebensmittelpreisen.
Studie: Jeder siebte Deutsche war noch nie online.
Britischer Geheimdienst lässt Zeitung The Guardian Daten von Snowden zerstören.
Leck in Fukushima.
Streit um Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf.
NSA soll 75 Prozent des Datenverkehrs in den USA überwachen.
Whistleblower Bradley Manning zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt.
NSA hörte auch die UN ab.
Giftgasangriff in Syrien.

September

Microsoft kauft Handysparte von Nokia.
Raketenversuch von Israel und USA im Mittelmeer.
Die Voyager-Sonde hat die Milchstrasse verlassen.
Zwei Millionen Kundendaten von Vodafone geklaut.
Marcel Reich-Ranicki gestorben.
Terroristen überfallen Einkaufszentrum in Nairobi.
Italienischer Mafiaboss in den Niederlanden festgenommen.
CDU/CSU stärkste Partei bei der Bundestagswahl, FDP nicht mehr m Bundestag.
Ägypten verbietet die Muslimbruderschaft.
Schweres Erdbeben in Pakistan.

Oktober

Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa.
PISA-Studie für Erwachsene: Deutschland nur im Mittelfeld.
Deutscher Buchpreis für Terézia Moras „Die Ungeheuer“.
Higgs-Boson bekommen Physiknobelpreis.
Friedensnobelpreis an die Internationalen Chemiewaffeninspekteure.
800.000 Menschen in Europa arbeiten als Sklaven.
Wirbelsturm Phailin führt zu großer Zerstörung in Indien.
Fremdenfeindliche Massenrandale in Moskau.
Krebs kostet der EU rund 126 Milliarden Euro pro Jahr.
Schweres Erdbeben auf den Philippinen.
Atomgespräche mit dem Iran.
Europäische Bankenaufsicht startet Herbst 2014.
Studie: Feinstaubbelastung in Europa ist hoch.
Saudi-Arabien lehnt Platz im UN-Sicherheitsrat ab.
Europäisches Gerichtshof bestätigt VW-Gesetz.
Immer mehr deutsche Rentner brauchen Sozialhilfe.
Starke Buschbrände in Australien.
Griechenland 40 Prozent ärmer als 2008.
Dax erstmals über 9000 Punkte.
Sebastian Vettel wird Formel-1-Weltmeister.

November

Beutekunst in München entdeckt.
Topmanager verdienen 53-mal so viel wie Arbeitnehmer.
Gammelfleischskandal in Niedersachsen.
EZB senkt Leitzins auf Rekordtief: 0,25 Prozent.
Taifun Hayan verwüstet die Philippinen.
Überschwemmungen auf Sardinien.
Revolte in Thailand.
In Hamburg werden Menschen wegen ihrer Hautfarbe kontrolliert.

Dezember

Ukraine annulliert EU-Verhandlungen, daraufhin kommt es zu Massenprotesten.
Kannibale tötet Mann in sächsischer Schweiz.
Großrazzia bei der Commerzbank wegen Steuerbetrug.
Nelson Mandela stirbt mit 95 Jahren.
Orkan Xaver trifft Nordeuropa.
Deutschland exportiert Waren für 99,1 Milliarden Euro.
WTO beschließt neues Welthandelsabkommen.
Indien verbietet Homosexualität.
Ungarisches Parlament soll entmachtet werden.
Europäischer Gerichtshof: Vorratsdatenspeicherung ist illegal.
Massenkrawalle bei Demo in Hamburg.
Anschläge in Russland.
Korruptionsaffäre in der Türkei.

Hier geht es zu Egges Jahresrückblick.

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5./8. November 2013 – Vom Wort zur Kunst

Gezeichnet von Markus Freise

Poesie 2013. Was kann, was darf, was will die Poesie heute? Ganz viel, anscheinend, wie wir in den vergangenen Tagen miterleben durften: In Bielefeld trafen sich vergangene Woche die besten Poetry-Slammer Deutschlands, der Schweiz und Österreichs. Die deutschsprachigen Meisterschaften sind jedes Jahr wieder so etwas wie eine Klassenfahrt trifft Hyperaktivenkulturcamp. Lauter tolle Leute, viele schöne Geschichten, einiges zu Lachen und natürlich Tanz, Trinken und Tobsucht nach den unterschiedlichen Runden. Ohne die Poetry-Slam-Szene wären wir als Band niemals so weit gekommen, daher war es für uns eine große Ehre, am Dienstag bei der Revue im Theaterlabor das Ganze mit zu eröffnen. Gemeinsam mit Pierre Jarawan, Jule Weber, Fee, dem Briten Dizraeli, dem Dänen Frank Langmaack und unseren Leipziger Freunden André Herrmann und Julius Fischer alias Team Totale Zerstörung. Moderiert von Ingolf Lück zeigte diese Gala, was Text heute kann und darf. Wir waren sprachlos und sehr froh, dabei sein zu dürfen. Ein riesiges Dankeschön an Karsten Strack und Markus Freise für die Einladung und Orga. Wer sehen möchte, was die Dichter alles drauf haben, kann beim WDR alles noch einmal nachschauen.

Foto von Tanja/Ruhrpott-Knipse

Kunst 2013. All die Räume, die Kunst erobert, sich erkämpft, sich einschmeichelt, sich reinzeckt, einfach sagt: „Hallo, ich bin die Kunst, ich bin das bunte Leben, ich lebe jetzt hier“. Einmal im Jahr sagt die Kunst in Marl genau das in einem Einkaufszentrum. Zwischen Bong-Laden, Ein-Euro-Shop und Drogerie finden sich dann zahlreiche Werke von internationalen Künstlern. Das Team des Marler Kunststern kann inzwischen auf eine lange Tradition zurückblicken, sogar der Bürgermeister war da und hielt eine Rede. Wir verneigen uns vor der Leistung, in so einem Rahmen mit so viel Liebe, Humor und Hingabe so eine Veranstaltung zu stemmen. Merci!

28. Juni – Lärz – Oase II.

fusion

Wir ordnen noch. Aber wollen schon einen kleinen Rückblick geben. Zumindest einen Bruchteil, den wir noch erinnern. Was haben wir 2013 auf der Fusion gelernt.

– Backstage-Karten sind cool
– Backstage-Aufkleber fürs Auto wären auch cool gewesen
– F 4 ist nicht unbedingt weit vorn
– es muss ne neue Seifenblasen-Fabrik in Lärz geben
– Wir haben tatsächlich unser erstes, halbes Jahrzehnt Beatpoeten-in-Lärz gefeiert – und finden langsam blind die Turmbühne (jaja)
– Wir wollen direkt das nächste Jahrzehnt dranhängen
– Sage IMMER, dass du am Sonntag fährst
– beim Grantler bei den Bachstelzen wird das Gezapfte auch immer teurer (oder war es der Krugpfand?)
– die Tanzwiese ist explodiert & ist nun fast größer als die Turmbühne
– Slime haben tatsächlich einen Zusammenhang zwischen „Gewalt“ und dem NSU gefunden und ordentlich Dampf gemacht
– Egge hat ein Feuer speiendes Pferd angegriffen
– Costa findet das Kaffeemobil ohne Karte
– Findus war super
– fanden die Supershirts auch
– dazu gab es Mangorum aus Reagenzgläsern
– Andy Strauß kennt die Texte von Fahnenflucht und Bad Religion auswendig
– Sebastian Arnold braucht keine Band – er ist eine Band
– Feine Sahne Fischfilet haben es echt geschafft, die Trance-Fläche in Nebel versinken zu lassen – OBWOHL sie aufm Roten Platz gespielt haben
– generell: schönes Früchte des Zorn-Cover
– auch spannend: das Filet mit der Sookee interpretieren 2 Unlimited
– ja, wir haben The Mirconaut zunächst für Pupkulies gehalten – war trotzdem schön
– Jimi Tenor sorgte für einen Wolkenbruch – verpasst
– Käptn Peng war voll voll
– aus der Ferne: Kellerkommando waren auch da
– haben im neuen Supermarkt kein Alkohol gefunden
– Brandt, Brauer, Frick war einfach richtig gut
– der Schuhkarton wurde bei der Punkkaraoke gesperrt – zu voll
– schon wieder Pyro: Irie Revoltes, nur tatsächlich zu leise
– Gentlemans Dub Club: Irre tragen Anzügen und machen Dub, cool
– Iva Nova? Kannten wir nicht, dann spielten Frauen Akkordeon-Techno, hui
– Bei The Movement vernebeln sich die Erinnerungen
– hat man echt drei Stunden vom Gelände runtergebraucht?

Was bleibt? Der Eindruck wieder fast alle Freunde getroffen zu haben, ob nun aus München, Itzehoe, Rostock, Frankfurt, Neubrandenburg, Hamburg oder Hannover oder sonstwo. Sogar ein Potsdamer aus der Uhlandstraße war da (erstes Beatpoetenkonzert war da 2007). Gemeinsam hatten wir eine wunderbare Lesung in der Oase. Grüße gehen raus ans Graswurzel-Team, an die Crew, die das gesamte Gelände auf die angesetzte Räumung des AZ Köln aufmerksam machte, und all die Nackten, Verrückten in Power Rangers-Kostümen, die streikenden Spätibetreiber und die Handwerker-Demo und die Schildermaler („In Paderborn vielleicht“). Danke für all den Schnaps.

Nochwas? Ja. Schönster Lesungs-Dialog.

„Was, du hast Bingo? Wie heißt du denn?“
„Ich bin Gabi!“
„Und Gabi, willste noch wen grüßen?“
„Ja, meine Bezugsgruppe!“

22. Juni 2013 – Hof – InDie Festival

Die Boys von Findus und Egge beim Wärschtlamo

„Wir müssen unbedingt in die Innenstadt, dort gibt es eine Statue von einem Kerl, der den mobilen Würstchen-Verkauf erfunden hat.“ Egge macht den hibbeligen Reiseleiter und will die Jungs von Findus überzeugen, sich gemeinsam den Wärtschlamo anzugucken, das Wahrzeichen von Hof, auf das nicht jeder stolz ist, aber jeder kennt. Um das Jahr 1871 hat der Kerl sich diese mobile Art des Würtschenverkaufs ausgedacht. Das klingt nach einem Hightlight!

Rettet Leben: Obazda-Brezn

Das InDie-Festival in Oberfranken gehört zu den kleinen, feinen Nicht-mehr-ganz-Geheimtipps der deutschen Musikszene. Es ist eine Kulturbastion, dessen Team liebevoll, familiär und absolut professionell Kultur in die Provinz bringen, die sonst eher von Jugendlichen gemieden oder sogar verlassen wird. Die Region leidet unter Abzug, Strukturschwäche und seit ein paar Jahren unter der Verbreitung von Crystal Meth, die alle zusammen das Leben erschweren.

Ach, Oberfranken

Das Festival bietet dabei einen Höhepunkt für Jung und Alt mit einem breiten musikalischen Angebot: die Lokalhelden Emma Stoned und Koaliker, Findus aus Hamburg, Großstadtgeflüster aus Berlin und Talco aus Italien – für jeden war etwas dabei und die Stimmung bei praller Sonne immer super. Nach einigem Rumirren durch die Hofer Innenstadt fanden wir dann gemeinsam mit den Boys von Findus das große Denkmal und machten den Touristen, bevor wir dann bei der Aftershow-Party in der Gaststätte Zur Linde bei Gin Tonic und Oasis seelig wegschlummerten. Danke für einen unglaublich schönen Tag!

Mai 2013 – Rangeln gegen Rechts Tour

Um ein Gefühl von unserer Woche zu bekommen, kannst du folgendes Lied laufen lassen. Musst du aber nicht. Ist aber ein tolles Lied.

7. Mai – Berlin – re:publica

Costa bei der re:publica 2013

Ich werde über Bratwürste reden. Und warum sie als Symbol für die Deutschen so unglaublich wichtig sind. Kein Politiker kommt daran vorbei, mindestens einmal in so ein Vieh zu beißen, wenn er gewählt werden möchte. Das Problem: Es gibt kein würdevolles Bratwurstessen. Die Bratwurst wird aber die Bundestagswahl entscheiden. Mindestens. Weil ich mich über ein dreiviertel Jahr mit der Forschung dazu auseinandergesetzt habe, hat mich die re:publica eingeladen. (Das Video meines Vortrags lade ich demnächst bei Youtube hoch.) Die taz, radioeins und ein paar Blogger interviewen mich anschließend, Anfragen für Vorträge kommen rein, verrückte Sache.

1305-Berlin1

Im Anschluss an die re:publica muss unser Coach zu einem Masernkranken. Wir sind geimpft und gehen daher in unsere Berliner Stammkneipe, Alter Roter Löwe Rein in Neukölln. Ein Drittel von den tollen The Incredible Herrengedeck wartet da schon, schließlich schulden wir dem jungen Mann nicht nur diverse Drinks – er hat für ein neues Lied von uns Vocals beigesteuert – er feiert außerdem seinen Uniabschluss im Löwen. Toll. Charlotte, unsere Verlegerin bei Sprechstation und umtriebige Literatur-Förderin Berlins kommt angeschwipst von einem Melvins-Konzert. Und unser Innenarchitekt Julian zeigt Fotos seines Sohns. Außerdem dürfen wir in einem Himmelbett schlafen. Gönn dir, sagen wir uns. Die Tour hat erst angefangen.

8. Mai – München – Kafe Marat

München, gefährlich
Unsere Freunde in München haben eine Partei gegründet: Wiesn Free Youth fordert ein Ende des Oktoberfests auf den Wiesn und dafür eine Umwandlung in Parkplätze. Parkplätze, finden wir auch, sind die Zukunft, daher unterstützen wir sie gerne. Vor allem, weil sie uns einen netten Biergarten empfohlen haben. Die Maß schafften wir zwar nicht ganz, zu abgelenkt waren wir von dem Töpfchen Obazda, der überall in Bayern neben Salz und Pfeffer auf jedem Tisch steht. In alternativen Läden sogar vegan.

München, kulinarisch

Bei der Lesung zeigt sich die Textfestigkeit der Münchner Avantgarde: Besonders abseitige Lyrik deutscher Punkgruppierungen wurde mitgesprochen, alles in allem ein sehr kulthafter Abendbeginn. Im Anschluss dann traten Blank Pages aus Berlin allen in den Arsch. Geile Band, gute Trinker, nur schnarchen tun einige beim Schlafen. Wir machten dagegen auf Punkrockkaraoke und Zappelelektro. Dufte.

9. Mai – Ludwigsburg – Demoz

Egge meint das ernst

Schnapps selbst ansetzen ist DIY. Gemüse auf dem Feld mitnehmen und einlegen ist DIY. Sich in seinem eigenen Garten die Gewürze anbauen ist DIY. In Ludwigsburg Kultur ermöglichen ist DIY. Es ist schon Jahre her, dass wir im Demoz gespielt haben. Damals verkrümelten wir uns nach dem Auftritt still ins Gästezimmer und schauten auf arte ein Livekonzert von The Doors an. Fanboys, wie wir sind. Konzerte dürfen in dem tollen Laden momentan nicht gemacht werden, aber Lesungen! Als kleine Erholung zum Rave in München besuchten wir tolle Menschen, die direkt am Neckar ein Leben führen, wie es selbstbestimmter fast gar nicht mehr sein kann. Dass es leckeren Schluck aus Blumen gibt, konnte Egge nicht fassen und probierte zahlreiche Sorten durch. Ich blieb beim Walnussschaps. Lecker.

Schwäbischer Hans Dampf

Auf dem Weg nach Ludwigsburg wurden wir in Stuttgart von einer besonderen Vatertagstour überrascht: Die Dampflok Feuriger Elias wartete auf uns am Hauptbahnhof, wir lösten zwei Tickets, holten uns Butterbrezn und Bier und standen die ganze Zeit neben alten kleinen Jungs auf der Plattform und genoßen die Sonne. Tuuuut, machte der Zug, und wir mussten uns Asche aus dem Haar klopfen. Nachhaltig entschleunigt kamen wir dann in der Residenzstadt an.

Deshalb heißt das Wlan Hannover

Zum ersten Mal trafen wir dort auch Toby, der vor knapp einem Jahr unser zweites Album auf seinem Label Twisted Chordz rausbrachte. Bei Sojawurst, Grillkäse und Gemüse schmiedeten wir schon Pläne, welchen Schabernack wir auf der geplanten Labeltour im Herbst machen würden. Manches erzählten wir ihm aber nicht. Hehe. Am Ende gab es noch eine tolle Einführung in lokale Punkgeschichte, eine Listening-Session moderner Popmusik und das Gefühl, genau am richtigen Platz zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten zu sitzen. Danke!

10. Mai – Mainz – Peng

Mainz, ganz anstrengend

Der Main plätschert, die Sonne hat sich hinter einer Wolke versteckt, dafür schmeckt der Weißwein umso besser – Touren ist harte Arbeit. Immer wieder. Auch in Mainz, unweit der Ausgrabungen aus der Römerzeit müssen wir uns eingestehen, dass so ein Unterwegssein nicht jeden Tag ginge. Auch im anschließenden Italiener-Test (Wie gut ist die Pizza Margherita, was kann die Tomatensauce?) gehen wir an unsere Grenzen. Ich führe auf der Straße ein Interview mit Radio Eins, Egge kauft sich einen Schellenkranz – Thug Life, sagt man dazu, oder?

Mainz, elegant

Die Innenstadt ist gefüllt mit panischen Brückentags-Shoppern. Zwischen Christi Himmelfahrt und dem Wochenende haben sich viele Leute den Tag frei genommen, den sie jetzt im Eiscafé Venezia, im Kaufhaus oder gut gelaunt in Deutschland-Trikot mit Petrick, Luca und Leonie beim Schuhekaufen verbringen. Wir holen uns Kaffee, schauen uns das Treiben an und stellen uns absichtlich in den Weg. Toll.

Mainz, Underground

Unsere Freunde vom Mainzer Künstlerkollektiv Peng haben mal wieder eine neue Heimat: Dieses Mal ist es ein ehemaliges Autohaus in Sichtweite des Hauptbahnhofs. Auf etwa 6000 Quadratmeter haben sich zahlreiche Künstler, Handwerker, Musiker und Macher eingenistet und basteln an ihrer Idee eines bunten, toleranten und fortschrittlichen Mainz. Selbst das Bier wird hier selbst vertrieben. Im Rahmen des „Killed Kitty“-Festivals durften wir ein Set auf einem runden Präsentierteller machen. Schade, dass sich das Teil nicht mehr drehen ließ. Es war ein wilder Abend, eine kurze Nacht. Merci an alle Beteiligten.

11. Mai – Köln – AZ

Banden bauen

Banden-bilden-Workshop, Molotow-Cocktailbar, Kessel-Salat – die Crew des Kölner AZ hat wirklich Humor bei ihrem Barrikaden-Festival. Im Hof werden Holzungetüme gezimmert und sich ausgetauscht, wie „der Staat“ lange genug mit so etwas fern gehalten werden kann. Dabei ist das Zentrum in Kalk von der Schließung bedroht. Dann lieber feiern und organisieren. Wir durften im vergangenen Jahr schon in Köln spielen, damals hatten wir schon riesigen Spaß. Dieses Mal sollte es noch besser werden: Am Schluß gründeten wir sowas wie einen spontanen Kneipenchor, inklusive Hunden. Besonders beeindruckend war wieder mal die Textsicherheit des Publikums. Yeah! Da schmerzte auch die Auswärts-Niederlage von 96 in Leverkusen nicht, die wir uns am Nachmittag im Stadium angeschaut hatten, nachdem wir sehr günstig noch Karten auf dem Schwarzmarkt bekommen haben. Wenn schon Ruhrpott, dann auch mit Pommes und Fußball.

Köln, ehrlich

Wir verbeugen uns für diese unglaubliche Woche bei allen Menschen, die wir getroffen haben, die uns begleitet haben. Die uns mit Witzen, Essen, Schnaps und Schlafplatz versorgt haben. Die uns bunte, spannende, wilde Städte gezeigt haben. Vielen Dank!

1. Mai 2013 – Braunschweig, Lübeck, Hannover

Wir haben den richtigen Zug bekommen, die Anschlüsse hatten keine Verspätung. Wir haben das Festivalgelände in der Lübecker Innenstadt sofort gefunden, haben uns durch die Massen zur richtigen Bühne gekämpft, angefangen, aufzubauen und dann bricht der Synthesizer zusammen. Immer wieder hakt es, springt der Loop raus, kommen Störgeräusche. Ein Konzert schein so unmöglich zu sein. Egge und ich schauen uns kurz an und atmen ruhig ein und aus.

Viele Stunden vorher, Hunderte Kilometer weiter südlich: Die Sonne steigt gerade über das Dach der Burg und scheint auf den leeren Burgplatz in der Braunschweiger Innenstadt. Ein paar versprengte Feiernde laufen zombiehaft durch die Straßen und singen Lieder. „Wir sind asozial, asoziale Asoziale, wir wohnen unter Brücken und in der Bahnhofsmission.“ Oder „Kniet nieder, die Hauptstadt ist da.“ Vor dem amerikanischen Fast-Food-Laden treffen sich Profi-Raver, daneben retten wieder ein paar ältere Herren die Welt und halten sich so früh schon oder noch an ihrem Bierglas fest. Ein Pärchen keift sich an. Die Polizei fährt langsam vorbei. Ein guter Morgen, um den Tag der Arbeit anzufangen.

Wir dürfen ein paar Lieder zum Einstieg bei der Demonstration spielen. Ein schöner Kontrast: Langjährige Arbeitskämpfer, junge Wilde und wir mit unseren Liedern. Schön. Eine Stunde später dann im Bürgerpark beim Fest: Familien, Kinder, Alte und Junge – schön und direkt am Wasser. Aber wir müssen natürlich schnell zum Zug.

Der ICE nach Norden ist voller Menschen, die zum Evangelischen Kirchentag in Hamburg wollen. „So viel du brauchst“ ist das Motto in diesem Jahr. Wir brauchen einen Sitzplatz, bekommen keinen angeboten und beziehen den Flurboden. Abschätzige Blicke anstatt Nächstenliebe. Dafür spielen ein paar Kinder mit uns „Ich sehe was, das du nicht siehst“.

Lübeck ist warm, doch an den Bäumen sind bislang nur einzelne Blätter. So ganz ist der Frühling noch nicht angekommen. Doch die Sonne küsst die Besucher beim 1.Mai-Fest auf dem Gelände des Treibsands. Es ist eine sehr entspannte, schöne Atmosphäre, bis 18 Uhr ist Kinderfest und dadurch der Verkauf von Alkohol verboten. Wir treten also als erste Band auf der Bühne draußen vor nüchternen Menschen auf. Wenn wir überhaupf auftreten: Denn der Synthie springt immer wieder rum, die Beats laufen nicht gerade. Verzweifelt schauen wir uns an. „Was machen wir jetzt?“ „Keine Ahnung, ich glaube ich schraube das Ding mal auf“, sage ich, hole das Taschenmesser raus und entferne die Rückenwand des Geräts. Drinnen hat sich eine Schraube gelockert und liegt auf einer Platine. „Guck mal, die lenkt sicher das Signal ab“, sagt der Techniker, der uns immer wieder gut zuredet. „So was Kleines kann es doch gar nicht sein.“ „Warum nicht? Probier mal!“ Ich schalte das Gerät wieder an, es läuft durch ohne Probleme. Der Soundcheck ist schnell durch, wir können pünktlich anfangen.