6. und 7. Februar 2015 – Itzehoe/Zwickau

Konfetti-Kasten

Es ist nach unserem Auftritt in Neubrandenburg das erste richtige Tourwochenende in diesem Jahr. Zweieinhalb Monate haben wir Pause gemacht und den Winterschlaf genossen. Aber natürlich hat unsere Bookerin Ayse sich nicht an die Abmachung gehalten und uns 15 Stunden Zugfahrt für das Wochenende reingedrückt. Dabei hatten wir mit ihr auf dem Achtsamkeitsworkshop noch darüber gesprochen. Naja. Kann ich wenigstens für die Uni lernen und Egge schlafen.

Wilde Tiere, nachts

In Itzehoe lächeln uns tolle Menschen an. Man hat gar nicht so viel Zeit, um mit allen die Gespräche zu führen, die man sich wünscht. Das ist generell ein Problem auf Tour: Denn neben den Auftritten selbst und dem Entdecken neuer Städte sind es ja die Menschen, die einem begegnen und die einen erfüllen mit Freude, Liebe und Inspiration. Und wenn man dann müde ist oder aufgeregt oder einfach mit den Gedanken woanders, fällt es schwer, sich auf alle einzustellen. Das ist schade. Denn es lohnt sich immer, zu sprechen. Immer. Deshalb einen lieben Gruß an dieser Stelle an all die Menschen, denen wir nur auf der Durchreise eine Umarmung, einen High-Five oder einen schlechten Witz schenken können. Ihr seid in unserem Herzen.

Gesunde Ernährung ist das Wichtigste auf Tour

In unserer Facebook-Timeline wird ein Zeitungsartikel gehyped, in dem sich eine Akademikerin darüber beschwert, dass die Gesellschaft ihr keinen job und kein Respekt zumutet. Mir fallen diverse ähnliche Geschichten aus eben dieser „kritischen“ Zeitung ein, in denen Mitarbeiter wie Dreck behandelt und beschissen bezahlt werden. Aber für die Klicks der Empörten ist auch diesem Medium alles recht. Mir wir schlecht.

Unser Label-Babo Toby Unser Label-Babo Toby(Das Interview mit unserem Twisted-Chords-Label-Babo Toby lief in der Trust.)

In Zwickau gibt es den antirassistischen und antifaschistischen Fußballverein Marienthal United 08. In diesem Jahr organisieren die Menschen ein Turnier, bei dem sie andere, ähnliche Vereine einladen und auch Refugees, um gemeinsam einen schönen Tag zu haben. Wir durften dort die After-Show spielen. Und so kamen wir an dem Samstag doch noch zu unserem Fußballgenuss. Keine Angst: Wir haben nicht mitgespielt. Dafür endlich geduscht.

Zwickau, nachts

Mein Laptop liegt im Lutherkeller auf dem Boden, nachdem ein Vollbetrunkener gegen den Tisch geknallt ist. Er wollte nicht akzeptieren, dass ich ihm mein Mikrofon nicht geben wollte. Egge blutet an den Händen. Im Backstage riecht es nach Rauch. Draußen fällt Schneeregen. Es ist kalt, wir sind müde. Grinsen uns kurz an und verschwinden dann in unseren Schlafsack.

Oliver Polak

Am Magdeburger Hauptbahnhof wird der Zug von der Polizei geräumt. Ein Rollkoffer lag in unserem Abteil, niemand fühlte sich zuständig. Die Frau im Pelzmantel ein paar Reihen vor uns vermutete eine „islamistische Bombe“ darin. Doch der Besitzer meldet sich kurz nach der Evakuierung. Er ist auf dem Klo eingeschlafen und hat seinen Koffer vergessen. Nach anderthalb Stunden geht es weiter.

Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr

Der Hauptbahnhof in Hannover ist sonntags die Hölle. Die größte Geste des Widerstandes wäre es, einfach mitten im Weg stehen zu bleiben. Nur im Teeladen ist Ruhe. Ich kaufe grünen Tee und freue mich über die Freundlichkeit der Verkäuferin. Müde schleppen wir uns zurück in den Alltag. Es war ein krasser Ritt. Danke!

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