Die Basslinie

Februar 2013

Wir waren auf dem „Fusion Festival“ in einem Zelt, in dem vor allem nur Punkrock lief. Das war ziemlich geil. Zu dem ganzen anderen Elektro draußen und der Kleinkunst war das ein schmutziger Kontrast. Es lief Abwärts mit „Computerstaat“. Der Basslauf und der straighte Beat hätte genauso gut der Soundtrack eines 80er-Jahre-Roadmovies im Ruhrgebiet sein können. Es war die gleiche Mischung, die uns auch bei Bands wie Joy Division, Ventures oder DAF gefiel.
Minimalistisch, streng, aber nicht klinisch, sondern eben Punkrock. Ich versuchte zu Hause später so eine Basslinie an meiner Roland D Groovebox nachzubauen. Natürlich plockert das alte Gerät im Gegensatz zu einem richtigen Instrumenten. Aber auch das war eben Punkrock. Weniger als drei Akkorde, um ein Lied zu spielen. Das gefiel uns nicht nur aus ästhetischen Gründen: Durch die Groovebox haben wir ein überschaubares Equipment. Passt perfekt in einen Rucksack. Wir sind vorwiegend mit dem Zug unterwegs, da ist das natürlich sehr praktisch.
Ich stellte den Synthesizer auf einen rauen, sehr 8-bitigen Ton, setzte zwölf Halbtöne tiefer und haute noch Effekte wie Chorus, Verzerrer und vielleicht sogar den eingebauten Reverb drauf. Sounds, so dünn wie das Plastikgerät, aus dem sie kommen. Aber eben: Richtig, Punkrock.
Das erste Element für ein Lied, das Egge später „Grautöne“ taufen würde, war fertig.

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