25. Januar 2012 – Von Politik lernen, heißt Siegen lernen

Als wichtiger Teil des politischen Journalismus hat sich in den vergangenen Jahren das sogenannte Begriffesaufen etabliert. Dazu wird eine Politikerrede angeschaut – gerne die Reden zu Weihnachten, Neujahr oder auch Kanzlerduelle –, jeder Teilnehmer bekommt einen Begriff zugewiesen, und jedes Mal, wenn dieser fällt muss er einen Kurzen trinken. Natürlich fallen Wörter wie Menschen, Arbeit, Zukunft, Freiheit, Sicherheit öfter als andere. Und so lässt sich problemlos und empirisch nachweisen, welche Stimmung gerade im Land herrscht und wie die Politiker darauf reagieren. Wer früher bei Terrorismus schon kurz nach Beginn sturzbetrunken war, kommt diesem Zustand in letzter Zeit nur bei Wörtern wie Euro, Krise oder Wachstum näher.

Geht man einer längerfristigen Analyse nach, lohnt es sich mit den gleichen Begriffen ältere Reden der gleichen Politiker anzuschauen. Die Ängste und Wünsche der Bevölkerung kommen ja auch immer bei den Politikern an, werden also auch wörtlich erwähnt. Vergleicht man dann also die unterschiedliche Dichtheit der Teilnehmer, kann man schon eine empirische Aussage über die Veränderung des politischen Klimas abgeben. Jeder Versuch, diese hochwissenschaftliche Analyse als Doktorarbeit zu verfassen, wurde bis jetzt abgelehnt.

Ähnliche Arbeiten gibt es auch im kulturellen Bereich. Bei einer Wortanalyse von Hip-Hop- oder Punkliedern nach oben beschriebener Art sollte jedoch davon abgeraten werden, die Begriffe Shit oder Fuck zu übernehmen. Die Statistik belegt eine überproportionale Verwendung selbiger.

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