02. Dezember 2010 – Auf den Gleisen in Ostdeutschland

Wir lieben es, mit der Bahn zu fahren. Und das ist jetzt kein schlecht gemachter Viral-PR-Scheiss. Wir kriegen auch kein Geld von der Bahn. Eher im Gegenteil: Das Geld, was wir dem Verkehrsbetrieb aus Berlin in den vergangenen Jahren in den Rachen geschoben haben, reicht sicherlich für ein eigenes Wilhelmshaven 21. Auch sind wir keine Freunde des typischen „Die Bahn ist scheisse“-Meckerns.

Denn eigentlich könnten wir richtig dankbar sein, dass wir jede Woche mindestens 300 Kilometer mit Zügen durch Deutschland rasen: Immer waren wir Teil der Geschichtsschreibung, die dann in den Medien zu Vulkan-Katastrophen, Jahrundert-Sommern oder Kälteeinbruch hochgejazzt wurden. Eine einfache Zugverspätung ist da lächerlich.

Auch wenn es sich dabei schneckenhaftes Fahren durch Ostdeutschland handelt. Um drei Stunden Warten in Sichtweite des Leipziger Bahnhofs. Um kurze Freude, wegen der Weiterfahrt, aber nur bis Leipzig / Halle Flughafen, damit „die Raucher eine kleine Erösung kriegen“, während draußen unerwartet 20 Zentimeter Neuschnee bei minus 13 Grad fällt, sich die Menschen vor dem Hauptbahnhof  um Taxis hauen (wirklich!) und der Ausruf „Der Zugtechniker bitte zum Lokführer“  beim Wettbewerb um den Spruch des Jahrhunderts locker „Ist hier irgendwo ein Arzt“ verdrängt. Immerhin ist das Bier in solchen Momenten kostenlos. Einen Antrag auf Reiserückerstattung haben wir trotzdem immer dabei.

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