04. November 2010 – Wendland – X

Gut, dass wir uns Stiefel mitgebracht haben, und Winterjacken. Denn seit den frühen Morgenstunden schon plätschert der Nieselregen auf das norddeutsche Land und lässt jede Faser, jeden Stoff, jeden Rucksack, jeden Menschen klamm werden. Das Stroh in den Zelten fühlt sich schon an manchen Stellen an wie Seife, und für die Nacht hat der Wetterdienst eine Sturmwarnung angesagt.

Trotzdem werkeln Dutzende Freiwillige auf diesem Camp, bauen Zelte auf, schnippeln Gemüse, kochen Tee und kümmern sich auch sonst um die Versorgung der bis zu 1400 Aktivisten, die an diesem Wochenende von hier aus ihren Unmut über den Castor-Transport und die Atomkraft-Politik in diesem Land äußern wollen.

Da wollen wir uns auch nicht über Matsch, Kälte oder schlechte Boxen beschweren, sondern einfach nur irgendwie einen Beitrag leisten, dass den Menschen, die für ihre Idee einiges an Zumutungen ertragen, ein wenig wärmer im Bauch wird.

Das gelang uns auch, zumindest bis der ältere Herr mit der Warnweste im Zirkuszelt stand und eben mal „so zehn Helfer“ brauchte, um einen Lastwagen auszuladen. Die rund vierzig Helfer brauchten dann eine halbe Stunde, bis alles abgeladen war.

Am Schluss standen wir wieder im Zelt, schunkelten ein wenig zum Rhythmus aus den Boxen und der Heizkanone und träumten von einer Zukunft ohne Atomstrom. „Lasst euch nicht weh tun“, wünschten wir den freundlichen Gastgebern beim Abschied.

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