06. August 2010 – Gersdorf – La Libertad Festival

Es hat die ganze Zeit geregnet. Stundenlang erbrach sich der Himmel über Sachsen, nicht einmal die warmen Beats der Reggae-DJs konnten noch etwas gegen den Matsch und den Schlamm und die Feuchtigkeit machen. Das ganze Gelände des tollen „La Libertad„-Festivals – ein altes Schloss mit angrenzendem Garten und Wald – war gezeichnet von diesem woodstockesken Zustand.

Die Gäste und Macher des Do-It-Yourself-Festes ließen sich jedoch nicht abbringen von ihrem Ziel, eine tolle Woche voller Seminare mit einem musikalischen Wochenende abzuschließen. Und anstatt auf der überfluteten Kleinkunstbühne mitten im Wald zu spielen, wurde uns in wenigen Minuten der alte Keller im Schloss hergerichtet – ganz wie in einem Horrorfilm mit Kacheln an den Wänden und Molchen auf dem Boden.

Es dauerte zwar ein bißchen, bis die kalten Knochen wieder warm waren, dann wurde es aber noch eine tolle Fete. Besonders schön fanden wir, dass wir unseren Gastgeben Jan stagediven lassen durften. Und als wir anderthalb Stunden später wieder rauskam, hatte es zwar immer noch nicht aufgehört zu regnen, an der Bar wurde uns aber sofort ein Gin-Tonic gereicht, und The National besangen den kleinen Weltuntergang. Wenige Stunden später krochen wir aus dem Bauwagen, fanden eine nette Person, die uns zum Bahnhof fuhr, an dem Feld voller Alpakas vorbei. Im Zug hatten wir mit unseren schlammigen Klamotten genügend Platz, und die Flüße draußen trugen mehr Wasser und Schlamm als 24 Stunden vorher. Es sollte die schlimmste Flutkatastrophe nach 2002 sein.

Teil Eins von Drei – der Bericht zum Tourwochenende geht bald weiter

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31. Juli 2010 – Hannover – Gartenfest

Stellt euch vor: Ihr kommt in einen Zaubergarten, mit Lampions, mit vielen Blinklichtchen, mit geschmückten Bäumen, mit Hängematten und Sofas, mit einem Krökler, mit Planschbecken, mit zwei Tanzböden, auf denen gute DJs deinen Lieblingssound spielen, mit einer tollen Bar (an der es sogar unser neues Lieblingsgetränk Munich Mule gibt), mit einem Grill, an dem ein falscher Hase falschen Hasen grillt, und das Beste: mit ganz vielen tollen Menschen, die dort den Sommer feiern, ihren Garten und viele Geburtstage von lieben Menschen. So einen Garten findet man nicht nur bei Alice im Wunderland, sondern auch in Hannover. Wo, das sagen wir nicht.

Nur soviel: Es war ein zauberhafter Abend, und als wir morgens aus dem Kanal stiegen, in dem wir auf dem Rücken treibend die aufziehenden Wolken beobachteten, da war auf einmal dieses Gefühl, das einem nach durchfeierten Sommernächten überkommt: Die Angst vor dem Winter.

Lad dich voll mit Sonne und warmen Wind. Bald wird es wieder matschig, fies und dunkel. Bis dahin findet ihr uns unter freiem Himmel.