08. August 2010 – Sankt Pauli – Hafenklang

Was sind das eigentlich für Läden, in denen wir spielen dürfen? Punkkeller, Elektroklubs, Hippiecafés, Bauwagenplätze, illegale Raves in Fabriketagen, Literaturhäuser, Theater, Studentenläden, Do-It-Yourself-Festivals, WG-Küchen, Schrebergärten, Fensterrahmen, ehemalige Flugzeughangars, Stadtteilzentren, alte Kinos, Zirkuszelte, Stadtfeste, Wohnzimmer, Wäldchen, VW-Bullis, Turnhallen, Ausflugslokale, Seminarräume, Metzgerkeller, Bibliotheken, besetzte Häuser, auf der Straße – immer dort, wo es eine Anlage und zwei Mikrofone gibt.

Entweder sind wir nicht wählerisch genug oder wir haben ein klares Problem, uns irgendwo zugehörig zu fühlen. Denn schließlich passt zu jeder Art von Musik meist auch eine bestimmte Umgebung. Es passiert ja nicht jeden Tag, dass beispielsweise Klassik im Technoklub läuft. Nur scheint es, dass wir unsere noch nicht gefunden haben oder es gibt einfach keine. Auf jeden Fall ist es immer wieder toll, in einem komplett anderen Umfeld aufzutreten, anstatt das übliche Dreierlei Backstage – Bühne – Bar zu haben. Und wenn wir es nicht genießen würden, ins kalte Wasser zu springen, hätten wir wohl schon längst aufgehört.

Überraschungen gehören eben dazu. Für uns, wie für die Gäste: Im Goldenen Salon des Hafenklangs erlebten wir wieder einmal die typische Reaktion eines Publikums, das gekommen ist, um eine bestimmte Art von Band zu sehen: Die eine Hälfte verließ mit dem ersten Ton, den wir spielten, angewidert den Raum. Die andere hingegen blieb, teils skeptisch, teils interessiert. Würde mir aber auch so gehen, wenn ich zwei Hardcorepunkbands sehen wollen würde und so Elektrohippies deutsche Texte sprechsingen.

Auf dem nächtlichen Heimweg nach mehr als 24 Stunden auf den Beinen versuchten wir dann noch Egges Stimme mit Ingwer, Mate und Wasser wiederherzustellen. Am nächsten Tag sollte er vor Kindern moderieren, und da passt eine Stimme wie Lemmy eben auch nicht. Die meisten Dinge haben eben doch ihren Platz.

ps. Wenn jemand ein Boot, eine Gefängnisaula, einen Strandkorb oder irgendeine andere abgefahrene Location kennt, wo wir spielen können, bitte melden!

Teil Drei von Drei – Teil Eins und Teil Zwei.

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