07. August 2010 – Norderstedt – Schall und Rausch Festival

Hundert Kilometer nördlich von Hannover wurden wir endgültig wieder wach. Bis dahin waren wir bereits sechs Stunden erst mit dem Zug, dann mit dem Auto unterwegs. Waren durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gefahren und hatten einen regnerischen ersten Tourtag hinter uns. Nun hieß es schnell auftanken, Tee für Egges Stimme holen und dann weiter nach Norderstedt, zum „Schall und Rausch„. Da wir ausnahmsweise mit dem Auto unterwegs waren, hatten wir natürlich mehr Platz, und da im Radio außerdem keine gute Musik lief, kam uns der nette junge Mann sehr gelegen, der fragte, ob wir ihn mit nach Hamburg nehmen wollten. Um eine original „Fear and Loathing in Las Vegas„-Aktion zu machen, waren wir zu müde, also unterhielten wir uns lieber über Musik und das Leben und der junge Mann rückte mit der Info raus, dass er auf einem Bioland-Hof arbeitete, nur um kurz darauf selbstgemachten Ziegenkäse hervorzuholen und uns zu schenken. Lecker!

Nachdem wir den jungen Herren dann in Wilhelmsburg abgesetzt und uns durch den Stau vor dem Elbtunnel gequält hatten, erwartete uns in Norderstedt ein tolles Bild: Mitten in einem Wäldchen, auf einer ehemaligen Cross-Strecke, waren wie über Nacht Zelte, Bühnen und Stände aufgebaut worden. Auf einem Floor wurde der verzerrten Gitarre gehuldigt, während in der Kuhle der Bass des Goa-Floors pulsierte. Jemand hatte sogar einen Styroporpilz in den Wald gestellt.

Nach einer riesen Portion Falafel, mehreren Liter Wasser und einem leckeren Espresso standen wir auf Alternative-Bühne und spielten ein eher punkiges Set. Viele vor der Bühne hat das am Anfang natürlich eher weniger interessiert, lieber ließen sie ihre Hunde Bälle fangen oder gegenseitig kämpfen. Immerhin hat sich so auch ein hündisches Pärchen gefunden, dass sich direkt vor unseren Augen die Felle gegenseitig leckten und auch noch mehr probiert hätten, wenn die Herrchen und Frauchen nicht eingegriffen hätten. Die üblichen Zweifel, die sich einstellen, wenn man auf einer Bühne rumhampelt, während unten eher geschaut als getanzt und mitgegrölt wird, wurden aber schnell wieder beseitigt. Mit dem üblichen Spruch „Normalerweise höre ich ja keinen Elektro, aber bei euch mache ich ne Ausnahme“ ließen wir uns Honig ums Maul schmieren.

Gerne hätten wir gesehen, wie das Wäldchen nach Anbruch der Dunkelheit zum Zauberwald wird, aber wir mussten noch nach St. Pauli, eine Aftershow-Party wollte bespaßt werden…

Teil Zwei von Drei – Teil Eins über La Libertad hier.

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