26. Februar 2010 – Stuttgart – Eine WG im Westen

Es scheint, als ob es in jeder Stadt, die wir besuchen, einen Kampf gibt. Ein Kampf von Modernisierer gegen Bewahrer. Sei es in Berlin, wo alle paar Monate ein neues Stadtviertel hochgejazzt wird, Hamburg, wo das Gängeviertel einer charakterlosen Businessbaracke weichen sollte und mit der Hafencity ein Reichenghetto hochgezogen wird, oder nun halt in Stuttgart, wo das Projekt „Stuttgart 21“ die Bevölkerung entzweit. Gentrifizierung, urbane Erneuerung, Vereinnahmung – Deutschland modernisiert sich, und leider passiert dies oft genug, ohne die Menschen mit einzubeziehen, die das betrifft.

In einer Stadt wie Stuttgart, in der Freiräume sowieso selten sind, trifft so eine Veränderung die letzten bunten Flecken. Zahlreiche Klubs und Einrichtungen sind von dem Umbau bedroht. Der Protest – jeden Montag ist eine Demo am Hauptbahnhof – zieht bis jetzt aber nur ein paar Dutzend Gegner an. „Ist doch klar. Die, die was dagegen machen könnten sind ja alle in Berlin und leben ihr hippes Leben!“, klärte uns dann auch gleich ein Einheimischer auf. Auch noch so eine Entwicklung: Dass fast alle, die kreativ und frei leben wollen, sich dies nur in Städten wie Hamburg oder Berlin vorstellen können. Ob vielleicht beide Entwicklungen miteinander zusammenhängen? Mehr dazu in unserem neuen Lied „Warten auf Bordeaux“.

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