3. April 2010 – Kreuzberg – Multilayerladen

von beatpoeten

Wenn Klubs Blaulicht auf dem Klo haben, kann man sicher sein, der Abend wird richtig geil. Das Konzert im Multilayerladen war dann auch genau das. Auftreten auf der Werkbank und selbstmitgebrachte Gedichte von netten Gästen, die Egge so lange vortragen musste, bis der Ton, die Geschwindigkeit und der Rhytmus passten.

Ja, Poesie ist harte Arbeit. Aber man will ja auch dem Umfeld entsprechend punkten, und wann hat man schon einmal die Gelegenheit in einer der größten Bausünden Berlins spielen zu dürfen: dem Neuen Kreuzberger Zentrum am Kottbusser Tor, kurz Kotti genannt. Eingequetscht zwischen Dönerbude und T-Shirt-Laden der berüchtigten 36-Boys-Gang, gleich um die Ecke vom “Parkplatz des Grauens”, steht das kleine Büro, Attelier, Klub, Café und behauptet sich mutig. Schön das. Und irgendwie auch ein passenderes Bild von der Stadt, als das, was der Senat ans Spreeufer geklatscht hat. Wer Berlin als Großraumdisko oder Selbstfindungslabor ansieht, glaubt auch Thilo Sarrazin.

ps. Der Blick vom Plattenbau ist fantastisch.

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